Technik, Marketing Chaos beim DRIVE NOW Login wegen neuem SHARE NOW

Vor rund eineinhalb Jahren, Ende Februar 2019, teilten DriveNow (BMW, Mini) und Car2go (Daimler) mit, man wolle fusionieren. Dies solle vier Millionen Kunden mehr Service bieten. Mehr Autos in noch mehr Städten. Aus DRIVE NOW und Car2go werde nun SHARE NOW.

Toll, nur leider funktioniert das Login-In nicht mehr. Eine Weiterleitung gibt es da auch nicht: https://www.drive-now.com/at/de/login

Durch die Fusion werde SHARE NOW mit gut vier Millionen Nutzern zum größten Carsharing-Dienst der Welt. Doch viele Kunden müssen sich erst an den neuen Namen «SHARE NOW» gewöhnen. Sie suchen deshalb über Suchmaschinen wie Google oder Bing einen Weg, sich auf dem gewohntem bisherigen Weg einzuloggen.

Normalerweise müsste es auf der Login-Seite von DRIVE NOW oder Car2go eine einfache Umleitung auf ein neues Login geben, das auch funktioniert. Müsste. Ja, wenn wir es nicht mit einer dilettantischen Agentur zu tun hätten, die hier gepfuscht hat. Anders ist das folgende Chaos nicht zu erklären.

In einem Test suchten wir über Google einen Treffer zu «DRIVE NOW Login». Ein ganz normaler Prozess. Wir landeten dann auch auf DRIVE NOW und zwar auf https://www.drive-now.com/at/de/login. Dort war zwar ein Mini-Logo, dass «DRIVE NOW» «SHARE NOW» joins (Bild oben). Doch der Login-Button war da, also loggten wir uns ein.

Peinlicher Webseiten-Fehler

Doch plötzlich erhielten wir die Fehlermeldung, unsere bislang immer gut funktionierte E-Mail-Adresse auf DRIVE NOW, die wir zuletzt vor der Fusion genutzt hatten, sei angeblich nicht registriert. Ein Login-In über die eigene Kundenummer ging auch nicht, beziehungsweise wurde es erst gar nicht alternativ in unserem Test angeboten.

Normal wäre auch ein Login-Button und nicht nur ein Button für Neukunden-Registrierungen.

Also musste der Kunde bei der Hotline anrufen. Erst dort erfuhren wir, dass man sich umständlich anderweitig anmelden muss – und zwar nicht unter https://www.drive-now.com/at/de/login, da es keine Umleitung gebe. Zudem müsse man das Passwort auf jeden Fall neu aufsetzen, wurde uns erklärt. Ein absolut unüblicher Vorgang. Die Hotline-Mitarbeiterin gab auch zu, dass viele diese Login-Probleme jetzt hätten. Vor allem jene, darf man annehmen, die beispielsweise wegen eines neuen Handys die App neu installieren müssen.

Welche Agentur für den Umbau der DRIVE NOW-Webseite zu SHARE NOW verantwortlich ist, wissen wir nicht.

Welche Agentur hat da gepfuscht?

Anzunehmen ist aber, dass es mal wieder eine der üblichen Großagenturen ist, die sich solche Dienstleistungen oft zu völlig überteuerten Preisen bezahlen lassen. Eigentlich könnte so ein Umbau für 30.000 Euro durchgeführt werden. Doch Großagenturen lassen sich das oft leicht mit 100.000 bis 300.000 Euro vergolden. Schließlich müssen ja in Berlin, Frankfurt, München, Hamburg eigene Agentur-Hochhäuser hingestellt werden.

Nun könnte man sagen, naja. Wer es hat, hat es und kann auch zahlen. Doch richtig ärgerlich wird es, wenn das Resultat Chaos ist – wie unser Test belegte. Denn eigentlich müsste dann eine Umleitung von noch aktiven Links wie von «https://www.drive-now.com/at/de/login auf einen Login-Link geschehen, der auch funktioniert. Einfach nur einzublenden, die eigene E-Mail-Adresse sei nicht registriert ist eine Frechheit und peinlich.

Wenn Marketing falsch ist und obercool

Doch damit nicht genug. Peinlich ist auch, dass auf der neuen Webseite von SHARE NOW Marketing-Absätze stehen, die vollkommen falsch sind. Wie dieser Absatz hier, den wir unter https://www.drive-now.com/at/de/now/drivenow-joins-sharenow noch am 8. August 2020 finden:

«Servus Wien, bereit für SHARE NOW? Tausende coole Autos, eine App. Die Carsharing-App, auf die die Welt gebrannt hat, kommt in die Stadt. Entdecke doppelt so viele Städte, doppelt so viele Autos und doppelt so viel Coolness in unserer neuen App. Wir vergrößern beispielsweise das Geschäftsgebiet unserer beliebtesten Städte – darunter Wien, Mailand, Berlin, Hamburg, München und mehr. Die besten Eigenschaften bleiben jedoch erhalten: flexibles Carsharing pro Minute und Pakete für Langzeitmieten – ganz so wie du es gerade brauchst. Wer muss im Zeitalter des SHARE NOW Carsharings noch Autos kaufen oder schmuddelige Mietwagenstationen aufsuchen? Nimm den Fahrersitz ein. Wähle SHARE NOW.»

DRIVE NOW gibt es aber schon länger in Berlin liebe Marketing-Verantwortliche

Nun wissen aber DRIVE NOW-Kunden, die «coole» BWMs oder Minis gewohnt sind (die Car2go-Autos vom Schlage schlecht designte weiße Smarts sahen schon immer etwas billig aus), dass man mit DRIVE NOW-Autos schon seit Jahren in Städten wie Berlin fahren kann.

Weshalb dann auch im August 2020 damit geworben wird, man biete neu auch Berlin an und vergrößere dahingehend das Gebiet, ist ebenfalls dilettantisches Marketing.

Unser Fazit: Egal wer für dieses ganze Chaos verantwortlich ist. Solche Nachlässigkeiten sind ein Schaden an großen Marken und an Millionen Kunden, die ein solches Dilemma chaotischer unfähiger Webseitenführung und von chaotischen falschen Marketing-Texten ertragen müssen.

Passwort ging nicht mehr

Wir konnten uns übrigens erst wieder einloggen, nachdem wir mit geduldiger Hilfe einer Hotline-Mitarbeiterin auf eine andere Seite gelenkt worden sind.

Ganz abgesehen davon: Wenn in jedem zweiten Marketing-Satz das Wort «Cool» auftaucht, mag man damit 14-jährige vielleicht «cool» begeistern. Als 30-jähriger, 40-jähriger, 50-jähriger oder darüber hinaus dürfte man sich da etwas verschaukelt fühlen. Man ist ja irgendwann nicht mehr auf dem Schulhof. Heißt: Einmal «cool» in einem Absatz langt.

Was uns noch auffiel: Wir fanden auf der Startseite von SHARE NOW (https://www.share-now.com) rechts oben nur einen Button «jetzt registrieren». Da fragen wir uns: Ja, und was ist mit den Bestandskunden? Denen müsste man üblicherweise einen zweiten Button direkt daneben anbieten mit «Hier einloggen». «https://www.drive-now.com/at/de/login.

Wir ersparen uns jetzt nach noch mehr Fehlern zu suchen. Als Geschäftsführer der SHARE NOW GmbH werden im Impressum Olivier Reppert und Stefan Glebke genannt. Als Vorsitzender des Aufsichtsrats wird Dr. Rainer Feurer erwähnt.

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