Kostenvergleich von moneyland.ch: Saxo Bank, Cornèrtrader, PostFinance und Swissquote im Test – und weshalb Payment for Order Flow in der Schweiz kaum eine Rolle spielt

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Vergleichsportal moneyland.ch hat am 7. Juli 2026 einen Kostenvergleich für den Aktienkauf in der Schweiz veröffentlicht: Je nach Anbieter und Nutzungsprofil liegen bei Courtagen, Depot- und Grundgebühren mehr als 2750 Franken pro Jahr Unterschied.
  • Die Schweiz ist kein EU-Mitglied: Das seit 1. Juli 2026 EU-weit geltende Verbot von «Payment for Order Flow» (PFOF) gilt hier nicht automatisch. Eine eigene FINMA-Stellungnahme zum Thema war bis Redaktionsschluss nicht auffindbar.
  • Die Spanne bei den reinen Depotgebühren ist noch grösser: Bei einem Depotwert von 500’000 Franken verlangen einzelne Banken laut moneyland.ch bis zu 1’891.75 Franken im Jahr, während Saxo Bank, Neon und Yuh ganz auf eine Depotgebühr verzichten.

Ein Kostenvergleich von moneyland.ch zeigt: Beim Aktienhandel in der Schweiz liegen zwischen dem günstigsten und dem teuersten Anbieter mehr als 2750 Franken im Jahr. Ein EU-weites PFOF-Verbot gilt hier nicht automatisch.

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Für die Analyse hat das unabhängige Vergleichsportal moneyland.ch die Gesamtkosten – Courtagen, Depot- und Grundgebühren sowie die eidgenössische Umsatzabgabe – von Schweizer Banken und Online-Brokern in drei Nutzungsprofilen verglichen: ein passives Portfolio ohne Transaktionen, ein gelegentlicher Handel mit zwölf Transaktionen pro Jahr und ein aktives Depot mit 70 Transaktionen pro Jahr. Produktkosten von Fonds und ETF sowie Aufpreise für telefonische Aufträge sind in der Erhebung nicht enthalten.

Gleichzeitig unterscheidet sich die Schweiz von Deutschland in einem wichtigen Punkt: Während in der EU seit dem 1. Juli 2026 «Payment for Order Flow» verboten ist, gilt dieses Verbot hierzulande nicht automatisch. Wie der nächste Abschnitt zeigt, spielt das Modell bei Schweizer Anbietern aber ohnehin eine untergeordnete Rolle.

moneyland.ch findet über 2750 Franken Lücke

moneyland.ch veröffentlichte die Medienmitteilung «Aktienkauf: Wie hoch sind die Gebühren der Anbieter?» am 7. Juli 2026, mit Zahlen zum Stichtag 1. Juli 2026. Im Profil mit 70 Transaktionen pro Jahr (Depotwert rund 75’000 Franken) liegt Saxo Bank mit 748.20 Franken pro Jahr auf Platz 1, während die Aargauische Kantonalbank im selben Profil auf Platz 10 mit 3’501.15 Franken pro Jahr abschneidet – ein Unterschied von 2’752.95 Franken im Jahr für dieselbe Nutzung.

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Auch bei geringerer Handelsaktivität bleibt die Spanne deutlich: Im Profil mit zwölf Transaktionen pro Jahr liegt Saxo Bank bei 68.30 Franken, die Basler Kantonalbank auf Platz 10 bei 650.05 Franken. Beim passiven Portfolio ohne jede Transaktion verlangt Saxo Bank laut moneyland.ch gar nichts, während PostFinance E-Trading für dasselbe Profil 72 Franken pro Jahr berechnet.

«Je nach individueller Nutzung können die effektiven Gebühren deutlich von den hier dargestellten Profilen abweichen.»

Dan Urner, Redaktor bei moneyland.ch, Medienmitteilung vom 7. Juli 2026

So entstehen die Unterschiede

Laut moneyland.ch hängen die Gesamtkosten vor allem von drei Faktoren ab: der Courtage pro Order, der Depot- beziehungsweise Grundgebühr und allfälligen Wechselkursgebühren bei ausländischen Wertschriften. Dazu kommt bei jedem Anbieter die eidgenössische Umsatzabgabe von 0,075 Prozent auf Schweizer und 0,15 Prozent auf ausländische Titel, die unabhängig vom Broker anfällt.

Wer selten handelt, aber ein grösseres Depot hält, spürt vor allem die Depotgebühr: Laut der separaten moneyland.ch-Auswertung zu Depotgebühren (Stand 12. März 2026) kann ein Depotwert von 500’000 Franken bei einzelnen Banken bis zu 1’891.75 Franken pro Jahr kosten, während Saxo Bank, Neon und Yuh keine Depotgebühr erheben. Wer dagegen häufig handelt, bekommt die Courtage pro Transaktion am stärksten zu spüren – genau das zeigt die Spanne im Vieltrader-Profil oben.

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Modellrechnung: Depotkosten im Jahr

  • Annahme: Depot von rund 75’000 Franken, 70 Transaktionen im Jahr (Vieltrader-Profil von moneyland.ch).
  • Günstigster Anbieter im Test: Saxo Bank, 748.20 Franken im Jahr (Platz 1).
  • Teuerster Anbieter unter den ersten zehn: Aargauische Kantonalbank, 3’501.15 Franken im Jahr (Platz 10).

Rechenweg: 3’501.15 Franken minus 748.20 Franken ergibt eine Differenz von 2’752.95 Franken im Jahr für dieselbe Nutzung. Produktkosten von ETF und Fonds sowie Wechselkursgebühren bei US- oder EU-Titeln sind in dieser Beispielrechnung nicht enthalten und kommen je nach Depot zusätzlich hinzu.

PFOF: Warum die EU-Regel hier nicht automatisch gilt

«Payment for Order Flow» (PFOF) bezeichnet laut moneyland.ch eine Praxis, bei der Broker Kundenaufträge an einen Market Maker weiterleiten und dafür eine Vergütung erhalten, während der Market Maker über den Spread zwischen An- und Verkaufspreis verdient. Dieses Modell ermöglicht manchen Plattformen courtagefreien Handel, bringt aber einen möglichen Interessenkonflikt mit sich: Der Broker könnte jenen Market Maker bevorzugen, der die höchste Vergütung zahlt, statt den für die Kundschaft besten Preis zu suchen.

In der Europäischen Union ist PFOF seit dem 1. Juli 2026 verboten. Die Schweiz ist jedoch kein EU-Mitglied und bei der Finanzmarktregulierung nicht an EU-Recht gebunden; das Verbot gilt hier nicht automatisch. Eine eigene, öffentlich zugängliche Stellungnahme der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA zu Payment for Order Flow liess sich bei der Recherche für diesen Artikel (Stand 3. November 2026, geprüft über finma.ch) nicht finden – dieser Punkt ist nach aktuellem Rechercheergebnis nicht belegbar und wird deshalb offen ausgewiesen statt geschätzt.

Praktisch dürfte das auch daran liegen, dass das PFOF-Modell bei den grossen Schweizer Anbietern bislang keine zentrale Rolle spielt: Swissquote, PostFinance, Cornèrtrader und Saxo Bank in der Schweiz berechnen ihre Kosten nach eigenen Angaben über Courtagen beziehungsweise prozentuale Gebühren und nicht über eine Vergütung von Market Makern für weitergeleitete Kundenorders. Entsprechend dreht sich die Preisdebatte in der Schweiz derzeit weniger um PFOF als um die Höhe von Courtage- und Depotgebühren selbst, wie sie der moneyland.ch-Vergleich dokumentiert.

Was Schweizer Broker heute verlangen

Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Kostenmerkmale mehrerer in der Schweiz verbreiteter Anbieter. Die Jahreskosten aus dem moneyland.ch-Vergleich gelten für das Profil mit 70 Transaktionen pro Jahr bei einem Depotwert von rund 75’000 Franken (Stand 1. Juli 2026); für Yuh und Interactive Brokers Schweiz liegen keine Werte im selben Profil vor, hier sind die regulären Konditionen der Anbieter aufgeführt.

Anbieter Kosten / Konditionen Bemerkung
Saxo Bank (Schweiz) 748.20 CHF/Jahr Platz 1 im Vieltrader-Profil; keine Depotgebühr laut moneyland.ch
Cornèrtrader 1’275.10 CHF/Jahr Trading 0,80 % pro Order (laut Preisliste Cornèrtrader), Depot ab 300 CHF/Jahr
PostFinance E-Trading 2’531.00 CHF/Jahr Courtage 6 bis 300 CHF je Ordergrösse (SIX, laut Preisliste PostFinance)
Swissquote 2’433.50 CHF/Jahr Gesamtkosten laut moneyland.ch; Einzelcourtagen variieren nach Volumen
Yuh 0,5 % pro Order* Mindestgebühr 1 CHF pro Transaktion, keine Depotgebühr (laut moneyland.ch)
Interactive Brokers Schweiz nicht abschliessend belegbar Bietet Fixed- und Tiered-Pricing mit tiefen Stückkosten; genaue CHF-Sätze für SIX-Aktien liessen sich bei der Recherche nicht zuverlässig bestätigen – aktuelle Preisliste des Anbieters prüfen

* Die Jahreskosten von Saxo Bank, Cornèrtrader, PostFinance und Swissquote stammen aus dem Vieltrader-Profil (ca. 75’000 CHF Depotwert, 70 Transaktionen/Jahr) der moneyland.ch-Medienmitteilung vom 7. Juli 2026. Yuh-Angaben beziehen sich auf die regulären Courtagesätze, nicht auf dasselbe Nutzungsprofil, und sind daher nicht direkt mit den Jahreskosten vergleichbar. Die eidgenössische Umsatzabgabe (0,075 % Schweizer, 0,15 % ausländische Titel) fällt bei allen Anbietern zusätzlich an.

Auffällig ist vor allem der Abstand zwischen den spezialisierten Online-Brokern Saxo Bank und Cornèrtrader auf der einen und den etablierten Schweizer Anbietern PostFinance und Swissquote auf der anderen Seite: Im Vieltrader-Profil kostet PostFinance mehr als dreimal so viel wie Saxo Bank. Für Kleinanlegerinnen und -anleger mit wenig Kapital kann dagegen die Smartphone-Bank Yuh mit ihrer Mindestgebühr von nur 1 Franken pro Transaktion günstiger sein als klassische Depots – allerdings bei eingeschränkterem Wertschriftenangebot und reinem App-Zugang.

Checkliste vor der Depotwahl

  • Gesamtkosten für das eigene Nutzungsprofil vergleichen (Anzahl Transaktionen pro Jahr, Depotwert), nicht nur die tiefste Einzelcourtage.
  • Depotgebühren genau prüfen, auch bei Anbietern, die mit «gratis Depot» werben – oft gilt das nur für bestimmte Depotwerte oder Wertschriften.
  • Die eidgenössische Umsatzabgabe (0,075 % bzw. 0,15 %) separat einrechnen, sie fällt bei jedem Anbieter zusätzlich zur Courtage an.
  • Bei ausländischen Aktien und ETF die Wechselkursgebühren einzelner Anbieter vergleichen – sie können die Jahreskosten deutlich erhöhen.
  • Wer häufig handelt, sollte vor allem auf die Courtage pro Order achten; wer selten handelt und ein grösseres Depot hält, auf die Depotgebühr.

Für Anlegerinnen und Anleger, die selten handeln und vor allem langfristig in ETF investieren, zählt gemäss moneyland.ch vor allem die Kombination aus Depot- und Grundgebühr. Wer dagegen regelmässig einzelne Aktien oder ETF-Anteile kauft und verkauft, spürt die Courtage pro Order am stärksten im Jahresvergleich – wie das Vieltrader-Profil mit seiner Spanne von mehr als 2750 Franken zeigt.

Häufige Fragen

Wie gross ist der Kostenunterschied zwischen Schweizer Brokern laut moneyland.ch?

Im Profil mit 70 Transaktionen pro Jahr (Depotwert rund 75’000 Franken) liegt Saxo Bank mit 748.20 Franken pro Jahr auf Platz 1, die Aargauische Kantonalbank auf Platz 10 bei 3’501.15 Franken – eine Differenz von 2’752.95 Franken im Jahr, Stand 1. Juli 2026.

Gilt das EU-Verbot von Payment for Order Flow auch in der Schweiz?

Nein, nicht automatisch. Die Schweiz ist kein EU-Mitglied und bei der Finanzmarktregulierung nicht an das seit 1. Juli 2026 geltende EU-Verbot gebunden. Eine eigene FINMA-Stellungnahme zu PFOF liess sich bei der Recherche nicht finden.

Welche Depotgebühren fallen in der Schweiz an?

Das hängt stark vom Anbieter ab: Laut moneyland.ch (Stand 12. März 2026) kann ein Depotwert von 500’000 Franken bei einzelnen Banken bis zu 1’891.75 Franken pro Jahr kosten, während Saxo Bank, Neon und Yuh keine Depotgebühr verlangen.

Was kostet eine Aktienorder bei Yuh?

Laut moneyland.ch berechnet Yuh 0,5 Prozent Courtage pro Kauf oder Verkauf, mindestens 1 Franken pro Transaktion, und erhebt keine Depotgebühr. Das Wertschriftenangebot ist jedoch eingeschränkter als bei spezialisierten Online-Brokern.

Haben Sie bei Ihrem Depot schon einmal unerwartete Gebühren entdeckt, etwa eine Wechselkursgebühr oder einen Aufpreis für einen bestimmten Handelsplatz? Schreiben Sie es uns in die Kommentare.

Quellen und Stand

  • moneyland.ch: Medienmitteilung «Aktienkauf: Wie hoch sind die Gebühren der Anbieter?», 7. Juli 2026, Stand 1. Juli 2026 (moneyland.ch, PDF).
  • moneyland.ch: Depotgebühren Schweiz, Stand 12. März 2026 (moneyland.ch).
  • moneyland.ch: Yuh-Banken-App-Analyse (moneyland.ch).
  • moneyland.ch: Definition Payment for Order Flow (moneyland.ch).
  • PostFinance: Courtagen und Gebühren E-Trading (postfinance.ch).
  • Cornèrtrader (Corner Bank): Tarife Online-Trading, PDF (corner.ch).
  • Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA: Website und Medienmitteilungen, geprüft auf eine Stellungnahme zu Payment for Order Flow (finma.ch) – keine einschlägige Publikation gefunden, Stand 3. November 2026.

Recherche- und Datenstand: 3. November 2026.

Transparenzhinweis: Bei Recherche, Strukturierung und Erstellung dieses Beitrags kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die verwendeten Quellen sind im Artikel aufgeführt. Die Veröffentlichung erfolgt erst nach manueller redaktioneller Freigabe. Länderfassung auf Basis eines Artikels von NETZ-TRENDS.de, für die Schweiz recherchiert.

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