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Weltgrößer Tabakkonzern: Lucky Strike kauft für 47 Mrd. Euro Camel

Die ZIgarettenmarke "West" gehört weder zu BAT noch zu Reynolds, sondern zum einstmals deutschen Unternehmen Reemtsma, welches heute wiederum zur Imperial Tobacco Group aus Großbritannien gehört. Bild: pixabay.com | CC0 Public Domain

Ausgerechnet eine der berühmtesten Zigarettenmarken der Welt, Camel, soll nun von einem einstmaligen Outsider, von Lucky Strike, für die gigantische Summe von 47 Milliarden US-Dollar übernommen werden.

Klappt die Übernahme, entstünde mit Lucky Strike und Camel der größte Zigaretten-Konzern der Welt. Damit fiele die bisherige Nummer Eins, Philip Morris, auf Platz zwei . Hinter dem Übernahmeangebote von Lucky Strike steht die British American Tobacco Plc (BAT). Zu dem Konzern gehören bereits 200 Zigarettenmarken, welche in 180 Ländern, also faktisch global, vertrieben werden. Hinter Camel steht wiederum die Reynolds American.

BAT verkaufte im Jahr 2014 gut 667 Mrd. Zigaretten. Damit war der Konzern bislang die Nummer zwei im weltweiten Milliarden-Geschäft mit den gesundheitsschädlichen Glimmstängeln, die sich dennoch nach wie vor großer Beliebtheit erfreuen.

British American Tobacco ist ein klassisches Gewächs der Kolonial-Konglomerate, welches ohne die Ausbeutung der Tabakwirtschaft während der Kolonialzeit in seiner heutigen Größe kaum vorstellbar gewesen wäre.

Offiziell entstand das in seiner jetzigen Form gegründete Zigaretten-Imperium im Jahr 1902 durch Fusion zwischen der britischen kolonialen „Imperial Tobacco Company“ und der damals nicht weniger ausbeuterischen American Tobacco Company aus den USA. Aus einem Joint Venture ging die British American Tobacco Company Ltd. hervor.

Die jetzt anstehende Großübernahme soll in bar sowie Anteilkäufen durchgeführt werden. Als Grund wird der weltweit zurückgehende Tabakkonsum genannt, begünstigt durch mehr Gesundheitsaufklärung, Rauchverbote und E-Zigaretten.

Durch den Zusammenschluss zwischen British American Tobacco und Reynolds American dem Unternehmen, das hinter Camel steht, würde mit Abstand das größte börsennotierte Tabakunternehmen der Welt geschaffen. Vor allem würde die Marktmacht in Entwicklungsländern erheblich ausgebaut. Der Vorteil: In Entwicklungsländern gibt es bei weitem nicht solch teils schon fanatische Anti-Raucher-Kampagnen wie im Westen.

Im Gegenteil: Man ist dort häufig froh, sich mit einer Zigarette in einen kleinen Rausch versetzen zu können um der Armut und Tristheit des Alltagslebens für Minuten zu entkommen. Die Gesundheitsaspekte sind in solchen Ländern, wo die nächste Krankheit oder der Tod sowieso dauernde Gäste sind, weniger im Fokus.

Bereits heute besitzt BAT 42% von Reynolds und würde jetzt einen Großteil der restlichen Aktien von Reynolds kaufen. BAT ist neben seinen Lucky Strike Zigaretten auch für Dunhill oder Rothmans bekannt.

Der Marktanteil der Reynolds American liegt in den USA bei rund einem Drittel. Neben Camel vertreibt das Unternehmen dort Marken wie Newport oder Pall Mall.

Die Aktie der Reynolds American Inc legte nach Bekanntwerden des Übernahmeangebots um 6,48% auf 48,96 Euro zu. Die Marktkapitalisierung von Reynolds wird damit auf 69,81 Mrd. Euro beziffert.

Die Aktie der British American Tobacco PLC (BAT) ließ zum Börsenschluss am Freitag um 1,37% nach und notiert bei 53,26 Euro. Die Markkapitalisierung von BAT liegt bei 99,3 Mrd. Euro (alle Angaben sind vom Samstag den 22. Oktober 2016).

Bereits 2015 zeichneten sich Umwälzungen im Zigarettenmarkt ab. Damals hatte Reynolds mit dem Kauf von American Lorillard den größten Hersteller von Mentholzigarettenmarken in den USA übernommen.

Die R. J. Reynolds Tobacco Company war 1875 von Richard Joshua Reynolds gegründet worden - zunächst mit dem Schwerpunkt Kautabak.

Bereits seit über 10 Jahren, seit 2004, gibt es enge Verflechtungen mit British American Tobacco. Damals waren die RJ Reynolds Tobacco Co. mit BAT’s Brown & Williamson verschmolzen worden. Seither hält die BAT 42% der Anteile an Reynolds. Das gemeinsame Unternehmen läuft seitdem unter dem Namen Reynolds America. In dieser börsennotierten Holding wird das Geschäft von Reynolds gebündelt.

Künftig möchten BAT und Reynolds vor allem im Bereich der Entwicklung elektronischer Zigaretten eng zusammenarbeiten. BAT-CEO Nicandro Durante erklärte, wonach die Fusion „die logische Weiterentwicklung unserer Beziehung ist und allen Aktionären eine Beteiligung an einem stärkeren, wirklich globalen Tabakgeschäft der nächsten Generation verschafft“.

Sowohl für BAT als auch Reynolds gehören die EU sowie China und die USA zu den weltweit mit Abstand wichtigsten Absatzmärkten. Nimmt man das jetzige Kaufangebot von BAT als Basis, wird Reynolds auf einen Unternehmenswert von rund 93 Mrd. US-Dollar beziffert.

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