Endlich! Kryptowährung El Petro ist ab sofort staatliches Zahlungsmittel in Venezuela

Wie Phönix aus der Asche: Die Webseite des Petro erstrahlt im neuen Glanz Bild: elpetro.gob.ve

mp - Im Februar ging die erste staatlich emittierte Kryptowährung, der Petro, an den Start. Seitdem ist es sehr ruhig um Venezuelas Vorzeigeprojekt geworden. Nach Monaten der Warterei gibt es nun wieder ein Lebenszeichen von der bereits totgeglaubten Kryptowährung.

Allen Abgesängen zum Trotz: Nicolás Maduro, Präsident der sozialistischen Regierung Venezuelas, hält weiter an seiner Kryptowährung „El Petro“ fest. Ganz überraschend fiel nun auch der Startschuss für die digitale Währung. Diese ist nämlich seit Anfang Oktober offizielles Zahlungsmittel in dem südamerikanischen Staat. Das verkündete Maduro am Montag in einem Interview gegenüber dem lateinamerikanischen TV-Sender Telesur. [1]

Stillstand beim Petro stärkte Zweifel

Die Emittierung des „El Petro“ liegt schon einige Zeit zurück. Im Februar dieses Jahres konnten Interessierte die neue Kryptowährung im Tausch gegen Euro, Dollar, Bitcoin oder Ethereum auf der offiziellen Webseite erwerben. Im sogenannten Vorverkauf, vergleichbar mit einer Aktienzeichnung, wurde den Käufern bis zu 60 Prozent Rabatt auf den Kaufpreis versprochen. Dieser lag damals bei 60 US-Dollar je Petro. Im Schnitt fielen die Vergünstigungen mit 10 Prozent jedoch deutlich geringer aus, wie Petro-Besitzer gegenüber netz-trends.de berichten.

In den darauffolgenden Monaten ist es deutlich ruhiger um die Kryptowährung geworden. Dies nährte die Zweifel zahlreicher Kritiker. Viele Analytiker und Experten sahen im Petro lediglich einen weiteren Versuch Maduros, Sanktionen zu umgehen und von der eigenen Unfähigkeit abzulenken. Seit Jahren befindet sich das Land in einer schweren Wirtschaftskrise. In einer Reportage von Reuters legten einige Analysten sogar den Verdacht nahe, dass es sich beim Petro um reinen Betrug handle. [2]

Öffentlicher Verkauf beginnt am 5. November 2018

Nach der neuesten Ankündigung von Maduro dürften die Argumente der Kritiker und Zweifler nun etwas entkräftet sein. Neben der Einführung des Petro als Zahlungsmittel gab der venezolanische Präsident noch weitere Details bekannt. So ist der öffentliche Verkauf für die staatlich emittierte Kryptowährung für den 5. November vorgesehen. Ferner würde der Petro an sechs internationalen Börsen gehandelt, so Maduro im Interview. Zu den genauen Namen der Tauschplattformen äußerte man sich aber nicht. [3]

Zeitgleich zu Maduros Bekanntgabe wurde die offizielle Webseite des Petro überarbeitet. Dabei hat man auch das Whitepaper zur Kryptowährung aktualisiert. Darin heißt unter anderem, dass die Palette der Bodenschätze, die den Wert des Petro sichern soll, erweitert wurde. Statt der ursprünglichen Deckung über venezolanisches Öl sollen darüber hinaus nun noch weitere Rohstoffe wie Gold, Eisen und Diamanten als Sicherheit dienen. [4]

Digitale Petro-Geldbörse bereits im Google Play Store gelistet

Bereits jetzt können Nutzer des Petro die offizielle digitale Geldbörse über den Google Play Store herunterladen. Die App verspricht Besitzern der Kryptowährung, alle Kontobewegungen „in Echtzeit“ überprüfen zu können. Auch ein „Senden und Empfangen“ von Petros sei problemlos möglich. Bei 193 Bewertungen hat die App ein durchschnittliches Rating von vier bei fünf zu erreichenden Sternen (Stand: 5. Oktober 2018, 16:30 Uhr). [5]

Ob der Petro ab 5. November beim offiziellen Verkaufsstart ähnlich gut ankommt wie die App, bleibt indes noch abzuwarten...

Einzelnachweise:

[1] Venezuela Has Officially Launched Its Oil-Backed Cryptocurrency von Tsvetana Paraskova, in: oilprice.com vom 4. Oktober 2018, Abruf am 5. Oktober 2018.

[2] Venezuela’s Cryptocurrency Petro Has No Users, No Investors and No Oil to Back it Up von Avi Mizrahi, in: news.bitcoin.com vom 2. September 2018, Abruf am 5. Oktober 2018.

[3] Petro Coin, public sale in November. Here is all you need to know von Layla Harding, in coinnounce.com vom 3. Oktober 2018, Abruf am 5. Oktober 2018.

[4] El Petro Whitepaper von Gobiemo Bolivariano de Venezuela, in: elpetro.gob.ve, Abruf am 5. Oktober 2018.

[5] Petro Wallet von Isopod Tech, in: play.google.com, Abruf am 5. Oktober 2018.

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