Studie Preissuchmaschinen im Test: billiger.de Gesamtsieger, gefolgt von idealo.de und geizhals.de

Preisvergleichsportale sind weltweit beliebt, erleichtern sie doch die Suche nach dem nächsten Schnäppchen ungemein. Finden diese Portale aber tatsächlich immer den günstigsten Preis? Die Deutsche Gesellschaft für Verbraucherstudien (DtGV) hat in Zusammenarbeit mit dem Medienpartner N24 insgesamt zehn Anbieter getestet. netz-trends.de stellt hier die Ergebnisse der Untersuchung vor.

Seriöse Versprechen oder ausgebuffte Marketingstrategie? Verbraucherportale wie geizhals.de oder billiger.de geloben Bestpreise und haben gerade in der Vorweihnachtszeit Hochkonjunktur. Schließlich möchte niemand mehr für Geschenke zahlen als nötig. Doch wie gut schlagen sich die Vergleichsportale wirklich?

Zehn Portale messen sich im Preisvergleich

Dieser Frage ging jetzt die Deutsche Gesellschaft für Verbraucherstudien (DtGV) in Zusammenarbeit mit N24 nach. Die Portale mussten sich in drei verschiedenen Teilbereichen behaupten: Vergleichsvielfalt, Preissuche sowie Produktsuche & Transparenz.

Insgesamt zehn deutsche Anbieter nahmen die Tester genauer unter die Lupe. Zu den untersuchten Portalen zählten billiger.de, idealo.de (Axel Springer SE), geizhals.de, guenstiger.de, preis.de, preisvergleich.de, twenga.de, google shopping, kelkoo.de sowie ciao.de.

Kritik an google shopping in der EU-Kommission

Geradezu irrwitzig scheint allerdings und ungewöhnlich, dass auch google shopping als Testkandidat für die Studie herangezogen wurde. Grund: Der Internetgigant Google, beziehungsweise die Holding Alphabet, stand erst kürzlich in der Kritik (netz-trends berichtete), er würde seine marktbeherrschende Stellung ausnutzen, um seine eigenen Dienste (google flights, google shopping etc.) bevorzugt und wettbewerbsverzerrend in den Markt zu pushen.

Dies geschehe vor allem dadurch, indem Google unliebsame Mitbewerber in den Suchergebnissen weiter nach unten rutschen lasse und die Sichtbarkeit in Google drastisch reduziere. Bestimmte eCommerce-Plattformen würde es ohne monatliche Millionen-Zahlungen an das Google-Werbesystem "Google AdWords" schlichtweg nicht mehr geben, lautet die Kritik.

Das heißt: Nur über Anzeigenschaltungen in Google könnten diese Webseiten noch Umsätze generieren. Da Google einen Marktanteil von 95% in der Internetsuche in Deutschland hat und einen ähnlich hohen Wert in der sonstigen EU, kommt faktisch kein Webseitenbetreiber an Google hierzulande vorbei.

Aufgrund des Verdachts der erheblichen Wettbewerbsverzerrung ermittelt die EU-Kommission schon seit Monaten gegen den 516 Milliarden US-Dollar schweren Börsen-Koloss.

Umso verwunderter sind Marktbeobachter, dass die Prüfer von DtGV google shopping als "unabhängigen Preisvergleich" im Test auf eine Stufe mit den sonstigen Testkandidaten stellten und das, wo google shopping ganz offensichtlich alles andere als ein gleichberechtigtes Internetportal neben allen anderen Testkandidaten ist.

Produktvielfalt

In der Kategorie Vergleichsvielfalt führten die Tester eine Verfügbarkeitsanalyse von mehr als 100 verschiedenen Produktgruppen durch. Dabei erreichte das 2004 gegründete Preisvergleichsportal billiger.de die Maximalpunktzahl und konnte sich mit der Note "sehr gut" (1,0) den ersten Platz sichern und darf sich entsprechend hier "Testsieger" nennen. Kein Wunder, dass im Test auch das Shopangebot des Monopolisten Google - google shopping - sehr gut abschnitt (mit 1,0). Außerdem erhielt guenstiger.de von den Testern die Note "sehr gut" (1,0).

Neben der Produktvielfalt spielt für viele Kunden vor allem der beste Artikelpreis eine wichtige Rolle. Hierzu ermittelten die Tester, über welchen Preisfinder die günstigsten Artikel für jeweils zwei Produkte aus zehn unterschiedlichen Warengruppen (z.B. Unterhaltungselektronik, Spielwaren, Möbel etc.) zu finden waren.

Preissuche

In der Kategorie Preissuche zeigten sich die Tester vor allem mit den Diensten google shopping, billiger.de und geizhals.de äußerst zufrieden. Alle drei Anbieter erhielten die Bestnote "gut" (1,8).

Aber: Keiner Suchmaschine gelang es, immer den niedrigsten Preis für die gesuchten Artikel zu finden. Hier empfehlen die Experten vor allem bei teuren Artikeln mehr als nur eine Suchmaschine zu bemühen, da die jeweiligen Dienste auf unterschiedliche Web-Shops zurückgreifen.

idealo.de überzeugt bei Produktsuche

Im Fokus der Tester standen auch die Produktsuche und Transparenz. Dabei wurde unter anderem geprüft, wie gut die Filter- und Sortiermöglichkeiten der Portale sind. Zudem legten die Prüfer großen Wert auf eine übersichtliche Ergebnisdarstellung.

Hervorragende Bewertungen in der genannten Testkategorie erhielten idealo.de mit der Note "sehr gut" (1,1), vor billiger.de ("gut", 1,5) und geizhals.de ("gut", 1,6).

billiger.de ist Gesamtsieger

Alles in allem erfüllte billiger.de die gesetzten Kriterien am besten und sicherte sich mit der Note "gut" (1,6) den ersten Platz in der Gesamtwertung, gefolgt von idealo.de ("gut", 1,6) und geizhals.de ("gut", 1,6).

Die Tester lobten an billiger.de vor allem die hervorragende Produktvielfalt und zuverlässige Produktsuche. Ferner punktete die Preissuchmaschine mit ihren weiterführenden Produktinformationen wie Kundenbewertungen, Testberichten und Preisentwicklungs-Charts. billiger.de integriert über 4500 Shops. Nimmt man die Shop-in-Shop-Lösungen mit, sind es sogar um die 22.000 Shops.

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