Justiz Internet-Mordprozess in Hannover: 27-Jähriger soll Unternehmerin umgebracht haben

Sie heißen parship, elitepartner oder planetromeo für gleichgeschlechtlich orientierte Menschen: Kontaktbörsen im Internet. Doch sie sind nicht ungefährlich.

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Vorsicht im Internet auf Kontaktbörsen. Das zeigt einmal mehr ein Mordprozess in Hannover.

Immer mal wieder machen in den Medien Geschichten von Gaunern, Betrügern, Beziehungs-Schwindlern und gar Mördern auf solchen Kontaktbörsen im Internet die Runde. Wie jetzt wieder im Prozess um den Mord an einer 49-Jährigen Unternehmerin aus Hannover.

Sie hatte auf einer Kontaktbörse - auf welcher ist derzeit nicht bekannt - einen 27-Jährigen jungen Mann kennengelernt. Doch statt Liebe und romantische Stunden endete ihr Treffen mit dem vermeintlichen Täter mit einem brutalen eiskalten Mord an ihr. Die Staatsanwaltschaft Hannover wirft jedenfalls einem dringend tatverdächtigen jungen Mann Mord aus Habgier vor. Das gilt in einem Mordprozess als die niedrigste Motivstufe und führt gleichzeitig meist zu einem Straf-Höchstmaß.

Am Dienstag sollen in Hannover in dem Internet-Mordprozess weitere Zeugen vernommen werden. Anschließend halten sowohl die Ankläger wie Verteidiger ihre Plädoyers. Möglicherweise, heißt es, könnte bereits das Urteil gefällt werden. Laut Staatsanwaltschaft habe der mögliche Täter aus Raffgier und Habsucht die 49-Jährige Geschäftsfrau umgebracht, in der Hoffnung durch den Verkauf ihres schicken Sportwagens seine Schulden auf die Kürze tilgen zu können.

Abenteuerlich und wenig glaubwürdig klingt die Aussage des vermeintlichen Täters. Er behauptet über seine Anwälte, er sei zwar in der Wohnung der Frau gewesen, doch sei er nicht der Mörder gewesen. Vielmehr tischte er vor Gericht die Geschichte auf, er hab angeblich beim Verlassen der Wohnung der Unternehmerin im elitären hannoverschen Zooviertel einen anderen Mann im Haus gesehen, den er für verdächtig halte. Die Leiche der Frau war in der Badewanne ihrer Wohnung vorgefunden worden. Seitdem ermittelt die Mordkommission Hannover.