Kommentar: ZDF-Presse-Wirrwarr um Jeff Bezos und das „weiche Fallbeil“ im KI-Skandal oder - wie sich der Sender in seinem KI-Fake News-Sumpf windet
Das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) gerät unter massiven Rechtfertigungsdruck. Während die Pressestelle bei der politisch motivierten Etikettierung von Jeff Bezos als „Trump-nah“ faktisch mauert, offenbart das Interview von Chefredakteurin Bettina Schausten zum KI-Eklat im heute journal ein tiefsitzendes Strukturproblem. Die Abberufung der Korrespondentin Nicola Albrecht wirkt wie ein Bauernopfer, das gleichzeitig im kuscheligen System des Lerchenbergs aufgefangen wird.
Doch der Reihe nach: Am 5. Februar 2026 bezeichnete das ZDF-Morgenmagazin Jeff Bezos als angeblich „Trump-nah“. Angesichts der wirtschaftlichen Krise der Washington Post – die Auflage sank von 600.000 im Jahr 2012 auf unter 100.000 im Jahr 2026 – ist dies eine gewagte politische Instrumentalisierung. Auf Nachfrage von NETZ-TRENDS.de zur Faktenbasis dieser Zuschreibung blieb die ZDF-Pressestelle vage: Man habe lediglich eine Einschätzung von „Beobachtern“ aufgegriffen. Wer diese Beobachter sind, bleibt das Geheimnis des Senders. Damit stützt das ZDF eine politisch sensible Bewertung auf anonyme Dritte, statt überprüfbare Fakten zu liefern.
Die Stellungnahme, welche Thomas Hagedorn von der ZDF "Programmkommunikation Information, Gesellschaft, Sport" aus 55100 Mainz an NETZ-TRENDS.de übermittelte, lautete exakt und lapidar:
"Die Formulierung (Anmerkung: Trump-nah) griff die Einschätzung auf, dass Beobachter einen Zusammenhang zwischen der politischen Positionierung von Jeff Bezos und den aktuellen Sparmaßnahmen bei der Washington Post sehen. Das ZDF hat die Vorgänge im 'heute journal' vom 8. Februar 2026 ausführlicher dargestellt und eingeordnet." Man könnte auch sagen: Mal wieder manipuliert.
Vielsagend ist zudem der Umgang mit dem weiteren Skandal des ZDF, einem KI-Skandal im heute journal. Chefredakteurin Bettina Schausten bestätigte gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“, dass New York-Korrespondentin und KI-Fake News-Trickserin Nicola Albrecht (wir glauben nicht an einen Zufall)„unprofessionell mit Bildmaterial umgegangen“ sei. Doch die Konsequenz ist ein öffentlich-rechtliches Paradoxon: Die Abberufung aus New York sei „keine arbeitsrechtliche Maßnahme“, Albrecht bleibe Redakteurin. Schausten wörtlich: „Ich lasse sie nicht fallen.“
Dieser Kuschelkurs wirft Fragen zur Qualitätssicherung auf. Obwohl Schausten einräumt, dass in Mainz bei der Abnahme „Alarm hätte schrillen müssen“, unterstellt sie Albrecht „in keiner Weise irgendeine Fälschungsabsicht“. Eine Überprüfung alter Beiträge lehnt sie ab. Diese Form der internen Schadensbegrenzung zeigt: Man gesteht zwar ein, dass die „Tragweite des Themas spät erkannt“ wurde, scheut aber echte Konsequenzen. Für den Gebührenzahler bleibt der Eindruck eines Systems, das Fehler zwar einräumt, aber die Verantwortlichen sanft im eigenen Apparat weiterbeschäftigt.
Dieses System der gegenseitigen Absicherung korrespondiert mit der Schieflage im ZDF-Verwaltungsrat. Eine namentliche Analyse von NETZ-TRENDS.de offenbart eine massive politische Verzerrung: Das rot-grün-nahe Lager kontrolliert mit 7 von 11 Sitzen eine Mehrheit von 63,6 Prozent.
Dieser Machtblock steht im krassen Gegensatz zum Ergebnis der Bundestagswahl vom 23. Februar 2025. Während SPD und Grüne im Volk zusammen nur noch auf 28,0 Prozent der Stimmen kamen, verfügen sie im ZDF über eine strukturelle Dominanz. Die Opposition (AfD, BSW, FDP) ist im Verwaltungsrat mit 0,0 Prozent vertreten. Fast ein Drittel der Beitragszahler findet somit keinerlei Repräsentanz in der Senderaufsicht.
Die personelle Homogenität hat Folgen. Laut der Journalistenbefragung der TU Dortmund (2024) stehen 41 Prozent der Journalisten den Grünen nahe, während Oppositionspositionen praktisch nicht vorkommen. Schaustens Eingeständnis, dass Prozesse nun „automatisiert“ werden müssten, ist ein Offenbarungseid: Wenn die menschliche Kontrolle in Mainz versagt und politische Etiketten ohne Belege verteilt werden, ist die Glaubwürdigkeit am Ende.
Das ZDF zeigt ein beunruhigendes Muster: Vage Auskünfte bei sachlicher Kritik (Bezos-Fall), weiche Konsequenzen bei KI Fake News in den ZDF-Hauptnachrichten werden als "handwerklichen Fehler" heruntergespielt und die Öffentlichkeit an der Nase herumgeführt. Hinzu kommt eine politisch einseitige ZDF-Aufsicht, die an der gesellschaftlichen Realität vorbeiregiert.
Wer „unprofessionellen Umgang“ mit Material attestiert, aber gleichzeitig versichert, niemanden „fallen zu lassen“, schützt nicht den Journalismus, sondern das eigene Kartell. Es ist Zeit für eine radikale Reform der Gremien wie des ZDF – nach der Realität der 83 Millionen Bürger, nicht nach dem Wohlbefinden einer privilegierten Redaktionselite.