Drei Stunden iMovie getestet – kein fertiges Video: Warum die Videobearbeitung zur Geduldsprobe wurde

iMovie im Test: Wenn einfache Videobearbeitung nicht funktioniert

Ein paar Clips zusammenschneiden, in die Timeline ziehen und exportieren – eigentlich eine der grundlegendsten Funktionen jeder Videoschnitt-Software. Doch genau dieses Szenario entwickelte sich in unserem Test von iMovie zu einer fast dreistündigen Frustphase. Das Ziel war bewusst simpel: kein Feinschnitt, keine Effekte, keine Farbkorrektur – nur Videos zusammenfügen. Das Ergebnis nach drei Stunden: kein fertiges Video.

Keine Timeline sichtbar – zentrales UX-Problem in iMovie

Das Kernproblem begann bereits bei der Oberfläche. iMovie wirkt minimalistisch und aufgeräumt, doch genau diese Reduktion wird zum Hindernis. Ohne aktiv geöffnetes „Film“-Projekt erscheint keine Timeline. Für viele Nutzer ist nicht ersichtlich, warum sich Clips nicht einfügen lassen. Es fehlt eine klare visuelle Rückmeldung, die erklärt, weshalb das Drag-and-Drop nicht funktioniert.

Diese fehlende Transparenz sorgt dafür, dass Anwender nicht erkennen können, ob ein Bedienfehler vorliegt oder die Software blockiert. Besonders problematisch ist das sogenannte „stille Nicht-Funktionieren“ – es erscheint keine Fehlermeldung, kein Hinweis, keine Erklärung.

Drei Stunden Fehlersuche ohne Ergebnis

Im Verlauf unseres Tests wurden neue Projekte angelegt, zwischen „Film“ und „Trailer“ gewechselt, Videoclips erneut importiert, das Programm neu gestartet und sogar die Mediathek zurückgesetzt. Trotz dieser Maßnahmen ließ sich kein Clip zuverlässig in eine funktionierende Timeline überführen. Die Software stürzte nicht ab, sie reagierte lediglich nicht.

Gerade für eine Software, die als einfache Videobearbeitung für Einsteiger positioniert ist, stellt das ein gravierendes Problem dar.

iMovie als Einsteiger-Tool – Anspruch vs. Realität

Apple vermarktet iMovie als unkomplizierte Lösung für schnellen Videoschnitt auf dem Mac. Doch Einsteiger benötigen vor allem klare Zustände, sichtbare Arbeitsbereiche und verständliche Hinweise. Wenn grundlegende Funktionen wie das Einfügen von Clips nicht intuitiv erkennbar sind, entsteht Frustration statt Nutzerfreundlichkeit.

Im Vergleich dazu wirken Programme wie CapCut oder selbst professionelle Lösungen wie DaVinci Resolve in ihrer Basisstruktur transparenter, obwohl sie deutlich mehr Funktionen bieten. Dort ist die Timeline stets sichtbar, der Arbeitsbereich eindeutig definiert und das Einfügen von Clips sofort nachvollziehbar.

Fazit: Ist iMovie 2026 noch empfehlenswert?

Drei Stunden für einen einfachen Videoschnitt ohne Ergebnis sind für eine Software, die als unkompliziert beworben wird, schwer zu rechtfertigen. iMovie ist technisch kein defektes Programm, doch die Benutzerführung wirkt veraltet und in zentralen Punkten unklar.

Wer schnell Videos schneiden, Clips zusammenfügen und ohne Einarbeitung Ergebnisse erzielen möchte, findet derzeit intuitivere Alternativen auf dem Markt.

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