Der T-Online-Funnel, der keiner ist - Gemini 3 erzählt Unsinn bezüglich automatischer Mail-Antworten im Marketing

Von Googles KI Gemini3 landeten wir plötzlich auf der Google AI-Studio-Seite. Allerdings wurde NETZ-TRENDS.de hier reichtlich viel Unsinn von Googles KI aufgetischt, wie uns dann auch Chat GPT gut und nachvollziebar erklärte.

Warum die „E-Mail-Automatisierung“ von Gemini 3 an der Realität scheitert - Es klingt zunächst bestechend modern: „Automatisieren Sie Ihre T-Online Mails“, „+500 Nutzer sparen Zeit“, „KI-gestützte Strategie“. Wer diesen Text liest, bekommt den Eindruck, T-Online lasse sich mit ein paar Filterregeln in ein kleines CRM verwandeln, inklusive automatischer Antworten, Vorqualifizierung und Funnel-Logik. Genau hier beginnt das Problem. Denn das alles ist technisch nicht möglich – und wird dennoch behauptet. Zum Verstehen zogen wir Chat GPT Pro-Version heran. Die folgenden Ausführungen verdanken wir überwiegend Chat GPT, wofür wir sehr dankbar sind, da die Themen doch komplex sind.

Der vorgelegte „T-Online FunnelHelper“ ist kein cleverer Hack, sondern ein Musterbeispiel für KI-Halluzination. Eine sauber formulierte, rhetorisch geschickte Anleitung, die Funktionen beschreibt, die in T-Online Mail schlicht nicht existieren. Das ist kein Grenzfall, keine versteckte Option, kein Tarif-Feature – es ist objektiv falsch.

Der zentrale Fehler liegt in der wiederholten Behauptung, T-Online-Filterregeln könnten automatisch mit einer Nachricht antworten. Diese Funktion gibt es nicht. Weder im kostenlosen Tarif noch in einem Upgrade. Weder in der Webmail-Oberfläche noch serverseitig. T-Online-Filter können E-Mails verschieben, markieren, löschen oder weiterleiten. Sie können keine Auto-Replies auslösen. Punkt.

Besonders perfide ist die Formulierung „falls im Tarif verfügbar“. Sie suggeriert eine Option, die theoretisch existiere, praktisch aber vielleicht nicht freigeschaltet sei. In Wahrheit existiert sie plattformweit nicht. Das ist kein Tarifproblem, sondern eine architektonische Grenze des Systems. Wer hier weiterklickt, sucht vergeblich nach einem Menüpunkt, der nie implementiert wurde.

Auch der Verweis auf die Abwesenheitsnotiz als „Auto-Responder zur Vorqualifizierung“ ist irreführend. Die Abwesenheitsnotiz bei T-Online gilt global für alle eingehenden E-Mails. Sie lässt sich nicht filtern, nicht kontextualisieren, nicht segmentieren. Sie eignet sich für eine pauschale Eingangsbestätigung, nicht für themenspezifische Antworten auf Kooperationsanfragen. Wer sie als Funnel-Baustein verkauft, verwechselt Marketing-Buzzwords mit technischer Realität.

Der Text arbeitet konsequent mit Begriffen wie „simulieren“, „Strategie“, „Funnel“, „KI-gestützt“, um zu verschleiern, dass am Ende nichts automatisiert wird außer dem Verschieben in einen Ordner. Das ist kein Funnel. Das ist Posteingangsorganisation mit gutem Wording.

Besonders problematisch ist der Kontext. Hier geht es nicht um Spielerei, sondern um geschäftliche E-Mail-Prozesse, um redaktionelle Kooperationen, Sponsored-Post-Anfragen, Vorqualifizierung von Leads. Wer sich auf diese Anleitung verlässt, investiert Zeit in ein Setup, das zwangsläufig scheitert, weil die versprochene Kernfunktion – die automatische Antwort – nicht existiert.

Damit wird aus einer harmlosen Ungenauigkeit ein handfester Vertrauensbruch. Denn die KI tritt hier nicht als Ideengeber auf, sondern als scheinbar kompetenter Systemberater, der konkrete Klickpfade nennt: „Einstellungen → Filterregeln → Aktion: Mit Nachricht antworten“. Dieser Klickpfad führt ins Leere, weil der Menüpunkt nie da war.

Unterm Strich bleibt ein ernüchterndes Fazit:

Der „T-Online FunnelHelper“ ist kein smarter Workaround, sondern eine gut geschriebene Fiktion. Er vermischt reale Einschränkungen („T-Online bietet kein CRM“) mit frei erfundenen Funktionen, um am Ende eine Lösung zu verkaufen, die technisch nicht existiert. Das ist nicht nur unpräzise, sondern gefährlich für Nutzer, die auf verlässliche Informationen angewiesen sind.

Wer echte E-Mail-Automatisierung will, braucht ein System, das dafür gebaut ist. T-Online Mail gehört nicht dazu. Und eine KI, die etwas anderes behauptet, hilft nicht – sie täuscht.

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