Darknet Schleswig-Holstein von Falschgeld aus dem Internet überrollt

Das schleswig-holsteinische Landeskriminalamt (LKA) schlägt Alarm: Immer mehr Falschgeld, von den Tätern auf dubiosen Plattformen im Internet bestellt, überschwemme derzeit Deutschland, vor allem Norddeutschland sei betroffen. Das berichtet sinngemäß das Hamburger Abendblatt.

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Der Handel mit Schwarzgeld nimmt zu, sagt das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein.

Die Zeitung sagt, das sogenannte "Darknet" sei nicht mehr nur ein Platz rund um illegalen Handel mit Waffen, Diebesgut oder gestohlen Identitäten, sondern eben auch ein Ort, wo umfangreich und immer stärker mit Falschgeld gehandelt werde. Das Falschgeld werde dann per Post an die Besteller geliefert.

Das Landeskriminalamt (LKA) in Kiel spreche jedenfalls, so das Hamburger Abendblatt, von einer "explosionsartigen Entwicklung“ rund um den Handel mit Falschgeld und Blüten aus dem Internet. Habe man 2012 noch 590 Fälle beobachtet, seien es jetzt schon 1356 zur Anzeige gebrachte Fälle. Dies sei doppelt so viel wie noch vor wenigen Jahren. Auch von 2014 zu 2015 habe es einen weiteren Anstieg gegeben. So seien alleine bis 12. November 2015 Falschgeld-Betrügereien in 2400 Fällen im nördlichsten deutschen Bundesland zu verzeichnen gewesen mit einem monetären Gegenwert von rund 100.000 Euro.

Der Hauptgrund dafür, dass immer mehr Geschäfte oder Dienstleister mit Falschgeld bezahlt würden, liege vor allem darin, so das Landeskriminalamt, dass eine relativ leichte Verfügbarkeit im Darknet gegeben sei. Niemand müsse selber mehr Falschgeld drucken.

Wer Falschgeld, bekannt auch als Blüten, im Internet bestellt, nutzt hierfür einen sogenannten anonymen Proxy und zwar in der Hoffnung unentdeckt zu bleiben. Ein Proxy Server beruht auf dem System, dass der Computer völlig falsche IP-Nummern aus aller Herren Länder ausliefert, die Spuren sich also nicht so ohne weiteres verfolgen lassen. Allerdings lässt sich nachverfolgen, wer einen Proxy Server nutzt, was den Täterkreis durchaus deutlich einschränkt.

Nach Aussagen von Kriminalbeamten des Landeskriminalamts Schleswig-Holstein seien vor allem 20-Euro-Scheine bis 200-Euro-Scheine beim Falschgeld aus dem Internet beliebt. Meist würden die Käufer aber nur 15 bis 20 Prozent der Geldscheine, mit welchen sie bezahlten, aus dem Bestand an Falschgeld nutzen.

Fakt ist aber auch: Nicht jeder, der mit Falschgeld bezahlt, ist gleich ein Täter. Einige sind ihrerseits Opfer, denen irgendjemand wiederum Falschgeld als richtiges Geld angedreht hat - beispielsweise beim Wechseln in Geschäften. Klar ist: Wird ein Geschäft oder ein Dienstleister Opfer von Falschgeld, so liegt der Schaden beim Geschäft oder Dienstleister. Das gilt entsprechend für Privatpersonen.

Mittlerweile ermittele Europol recht umfangreich gegen den Handel mit Falschgeld, scheint dabei aber nicht sehr erfolgreich. Auch habe es bereits, so das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein, in Deutschland diverse Hausdurchsuchungen gegeben - vor allem bei den Käufern von Falschgeld.