Wissen Ägypten: Unentdecktes Grab in der Großen Pyramide von Gizeh?

Seit bis zu 4500 Jahren stehen in der ägyptischen Wüste südlich von Kairo Pyramiden. Noch heute gibt es davon rund 100. Die größte von ihnen ist seit Jahrhunderten ein Touristen-Magnat: Die Pyramide von Gizeh. Das arabische Wort für Pyramide lautet auf هرم.

Bild: pixabay.com / Simon
Die Pyramide von Gizeh.

In der Gizeh-Pyramide, in direkter Nachbarschaft zur Sphinx, könnte es, sagten jetzt Forscher, möglicherweise noch ein weiteres unentdecktes Grab geben. Wer in diesem Grab liegen soll, ist bislang nicht bekannt. Fakt ist aber: Die meisten Pharaonen sind im Tal der Könige in den Bergen von Luxor vergraben. In Luxor finden noch heute nicht wenige ägyptische Hausbesitzer in ihren Kellern oder hinter den Häuserwänden in Höhlen irgendwelche antiken einbalsamierten Jahrtausende oder Jahrhunderte alte Mumien. Denn Mumifizierungen - das war nicht nur eine Technik, welche in Königsfamilien in Ägypten angewendet wurde.

Mit neuer Scan-Technik, unter anderem basierend auf Infrarot, möchten Forscher jetzt die riesige Gizeh Pyramide weiter untersuchen und schauen, ob man nicht doch noch irgendwo eine bislang übersehene Auffälligkeit finden könnte, hinter welcher sich möglicherweise ein Grab mit einem großen Schatz versteckt befinden könnte.

"Thermische Anomalien"

Die Rede ist davon, dass man bereits auf "thermische Anomalien" gestoßen sei. Darunter versteht man leichte Temperaturunterschiede, die von verschlossenen Grabkammern ausgehen können. Die neue Technik basiert auf einem in Großbritannien entwickelten Roboter.

Bis heute gilt das in den 1920er Jahren im Tal der Könige gefundene Grab des mit erst 19 Jahren gestorbenen - einige sagen auch erschlagenen - Pharaos Tutanchamun als einmaliger Schatz. Das Grab kann heute besichtigt werden, wobei die dort gefundenen zahlreichen Einrichtungsgegenstände und Pharao-Insignien im ägyptischen Museum in Kairo ausgestellt sind. Darunter finden sich zahlreiche Schuhe, Handschuhe, ein altes vergoldetes Holzbett, Tischchen, Stühle, Schmuck, Besteck.

Wer aber heimlich Fotos in den Gräbern des Tals der Könige machen möchte, sollte dies besser lassen. Es sind klassische Touristenfallen für Abzock-Gebühren. Denn alle Gräber sind bis in die untersten Grab-Bereiche mit Kameras ausgestattet. Knipst ein Tourist ein Foto, kommt sofort ein ägyptischer Aufseher und schleppt einen zur Polizei. Da sollen Touristen dann 100 Euro bezahlen. Proteste helfen wenig, da die ägyptische Touristenpolizei als korrupt gilt, ebenso viele Aufseher in den Gräbern.

Östliche Seite von Gizeh steht im Fokus

Im Rahmen der jetzigen erneuten wissenschaftlichen Operation an der 4500 Jahre alten Pyramide von Gizeh ist ein multinationales Forschungsteam beteiligt. Ursprung für die umfangreich gestartete weitere Suchaktion ist eine an der östlichen Pyramiden-Seite gefundene alte Struktur mit Temperaturunterschieden an drei Steinen, die man bislang so noch nicht auf dem Radar hatte.

"Die erste Reihe der Steine ​​der Pyramide sind alle einheitlich, dann kommen wir hier in diesen östlichen Bereich und merkten, dass es einen Unterschied in der Bildung gibt", sagte Mamdouh el-Damati, der ägyptische Minister für Altertümer am Montag auf einer Pressekonferenz neben dem Totentempel. Weiter erklärte er, man gehe davon aus, dass es hier möglicherweise einen weiteren Durchgang in tiefere Bereiche der Erde geben könnte.

Da im Radius von einigen Kilometern der Gizeh Pyramide zahlreiche weitere Pyramiden stehen, untersuchen die Forscher in den nächsten Monaten auch diese Jahrtausende alten Pyramiden nach ungewöhnlichen Temperaturunterschieden. Bislang wurde zumindest an einer weiteren großen Pyramide Auffälligkeiten entdeckt. Die Temperaturunterschiede schwanken wischen 0,1 und 0,5 Grad.

Cheops-Pyramide ist eines der Sieben antiken Weltwunder

Neben der Pyramide von Gizeh gilt die Cheops-Pyramide in Ägypten weltweit als die berühmteste. Sie ist gleichzeitig die älteste und eines der Sieben antiken Weltwunder.

Am Projekt "Scan Pyramiden" sind unter anderem Forscher der Universität Kairo, der Universität Laval in Quebec, der Universität Nagoya in Japan sowie vom Institut für Denkmalpflege und Innovation aus Paris beteiligt. Ob auch deutsche Ägyptologen in Kairo vor Ort sind, ist nicht bekannt. Denn auch die Deutschen gelten seit über 100 Jahren als führend in der Wissenschaft rund um die Ägyptologie. Nach wie vor gilt beispielsweise das Buch "Moses der Ägypter" vom Heidelberger Professor Jan Assman, 77, als Klassiker.

Leiter des bis Ende 2016 laufenden neuen Forschungsprojektes an den ägyptischen Pyramiden, vor allem der Gizeh Pyramide, ist Dr. Hany Helal von der Universität Kairo, der von seiner Fakultät für Ingenieurwissenschaften unterstützt wird.

Trotz aller derzeitigen Hoffnungen auf einen erneuten Grabfund erklärte der Kairoer Wissenschaftler aber auch, es sei noch zu früh, um irgendwelche Schlussfolgerungen zu machen. Dies schreiben unter anderem die ägyptischen Portale masralarabia.com und arabic.rt.com.

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