Reisewarnung Melia Hotel Punta Canta: Russischer Tourist von Parasail-Schiff fast tödlich am Bavaro-Strand in Dominikanischen Republik überfahren

Die an den Küsten der Dominikanischen Republik immer beliebter werdende Sportart des Fallschirmfluges mit Hilfe eines Schnellbootes – bekannt auch als Parasail - bringt Touristen, die im Meer schwimmen, in Gefahr. Am Dienstag den 27. Oktober 2015 ist beispielsweise ein russischer Staatsbürger, dessen Alter mit um die 30 angegeben wurde, in der Nähe des Schwimmerbereichs des Meliá Caribe Tropical Hotel in Punta Cana am Bavaro-Strand lebensgefährlich verletzt worden als ein Schnellboot ihn im Wasser überfahren hatte.

Bild: nt
So ein harmlos aussehendes Paragliding-Boot brachte am Dienstag um ein Haar einen russischen Touristen vor dem Melia Hotel in Punta Cana um. Wie auf Dem Bild dokumentiert, fahren die Boote gefährlich nahe an den Schwimmerbereich heran. Doch keine Schilder warnen am Strand vor der tödlichen Gefahr.

Nur durch Hilferufe des um sein Leben kämpfenden schwerverletzten russischen Touristen konnte er von Helfern des Meliá Caribe Tropical All Inclusive Beach & Golf Resort Punta Cana auf einer schmalen blauen Strandliege aus dem Wasser an Land gebracht werden. Dort sei, berichtet eine amerikanische Touristin, der Arzt mit einer Helferin aber erst nach circa 20 Minuten eingetroffen. Der russische Staatsbürger hatte durch die Schiffsschraube lebensbedrohlich tiefe Schnittwunden am ganzen Körper erlitten.

So waren circa 20 Zentimeter breite und gut fünf Zentimeter tiefe Schnitte am Hintern des Touristen festzustellen, ebenso eine ähnlich große Wunde direkt am linken Knie sowie am rechten Oberschenkel. Auch der linke Unterarm war schwer von der Schiffsschraube des dominikanischen Schnellbootes getroffen worden. Die Verletzungen seien so schwerwiegend, berichten mehrere Melia-Touristen übereinstimmend, dass nicht klar sei, ob beide Beine des russischen Touristen gerettet werden könnten. Um ein Haar, berichtet die amerikanische Zeugin, hätte die Schiffsschraube das linke Bein ab Knie abgetrennt.

Die US-Touristin sagt: "Der Arzt stopfte in die tiefen Wunden irgendwelche weißen Tücher, ehe die Wunden mit Verbänden versorgt wurden, um die schlimmen Blutungen dauerhafter zu stoppen und die weit auseinanderklaffenden Fleischlappen aneinanderzupressen." Weiter erklärte sie: "Ich kann nur sagen: Bei uns wäre ein solch Schwerverletzter umgehend mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht worden und nicht erst circa eine Stunde am Strand auf einer Liege von einem Arzt behandelt worden, ehe der Krankenwagen eintraf und ihn ins Krankenhaus brachte".

Unsicherheit unter Touristen im 5-Sterne Hotel Melia nach dem fast tödlichen Unfall

Verwundert waren Gäste des Meliá Caribe Tropical Hotel in Punta Cana, ein 5-Sterne-Hotel, auch, dass es keine nähere polizeiliche Untersuchung des schlimmen Unfalls gegeben habe. "Ich war Zeuge, habe aber weder die Polizei am Unfallort gesehen, noch bin ich, obwohl ich mich als Zeuge gegenüber der Hotelmanagerin kenntlich gemacht hatte, näher von ihr oder einem sonstigen Hotelmitarbeiter zum Unfallhergang befragt worden", wundert sich ein aus New York stammender US-Tourist.

Neben der ärztlichen Behandlung des russischen Opfers sei das einzige was die Hotelmitarbeiter des Melia Hotels versucht hätten zu tun, zu verhindern, dass Fotos von der Unfallszene und der anschließenden medizinischen Versorgung des Touristen gemacht werden.

Der russische Tourist befindet sich derzeit im Krankenhaus in Punta Cana. Angeblich, wird von Melia-Mitarbeitern den Touristen erzählt, sei der Schiffsführer von der Polizei verhaftet worden. Nur: gesehen habe das seltsamerweise kein Tourist. Im Gegenteil: "Am nächsten Tag sahen wir wieder, wie viele der Schnellboote fast alle 30 Minuten bis an die Grenze des nur durch Bojen grob gekennzeichneten Schwimmerbereiches kamen und wieder Fallschirmspringer mit hoher Geschwindigkeit im Meer in die Luft zogen."

Am nächsten Tag lässt man wieder Touristen in dem gefährlichen Strandabschnitt am Bavaro-Strand schwimmen

Weiter wird berichtet, dass bis heute Warnschilder am Strand der Touristen-Hotels am Bavaro-Strand in der Dominikanischen Republik fehlten, die klar kennzeichneten, wo Schwimmerbereiche sind und wo nicht. Im Gegenteil:

Melia-Mitarbeiter hätten gegenüber Touristen gesagt, der schwerverletzte Tourist sei doch selber schuld, wenn er außerhalb des durch weiße Bojen grob gekennzeichneten Schwimmerbereiches im Meer schwimme. Schuld treffe deshalb ausschließlich den Touristen selber und nicht den Bootsführer, der den im Meer schwimmenden Russen überfahren habe. "Ich sah schon am nächsten Tag Touristen wieder mit Surfbrettern genau in dem Meeresgebiet Nähe Strand, wo am Dienstag der Russe fast ums Leben gekommen ist", beklagt eine Touristin aus Frankreich.

Derweil macht es sich das Melia Hotel scheinbar einfach: Ein Melia-Mitarbeiter soll gegenüber Touristen erklärt haben, sie, unterschrieben ja selber, dass sie für mögliche Schäden im Meer selber aufkommen müssten. Deshalb sehe man auch keinen Grund, warum der dominikanische Bootsführer nun Schuld am Unfall haben soll.

Dem russischen Schwimmer war zum Verhängnis geworden, dass er sich wenige Meter über den für Schwimmer grob durch weiße Bojen gekennzeichneten Schwimmerbereich ins Meer begeben hatte. Zwar gibt es am Melia-Strand Mitarbeiter und Aussichtstürme für eine Meerüberwachung, "doch haben wir fast nie Aufpasser gesehen, die sich darum gekümmert hätten, ob ein Tourist vielleicht mal im gefährlichen Nichtschwimmerbereich im Meer unterwegs ist", beklagt die Touristin aus Frankreich weiter. Vielmehr habe sie "das Gefühl, dass wir Touristen zwar in die Dominikanische Republik das Geld bringen sollen, dass aber unser Leben den Hotelmitarbeitern überwiegend egal ist, wenn ein Unfall passiert".

Hinzu komme, dass es nicht ganz klar sei, wie weit denn nun tatsächlich der Schwimmerbereich am Strand gehe. Denn circa 20 Meter hinter den weißen Bojen sind noch rote Pfähle im Wasser verankert - viele Touristen interpretieren deshalb erst das Meer nach diesen roten Markierungen als Nichtschwimmer-Bereiche am Bavaro-Strand, wo eben beispielsweise auch das Melia Hotel Punta Cana in der Dominikanischen Republik steht.

... Und Russland besiegelt gerade eine gute Zusammenarbeit mit der Dominikanischen Republik im Tourismus

Erst am 9. September 2015 feierte Russlands Außenminister Sergej Lawrow Verhandlungen mit der Vizepräsidentin der Dominikanischen Republik, Margarita Cedeño de Fernández, als wichtigen Schritt hin zu einer künftig engeren Zusammenarbeit zwischen Russland und der karibischen Inselrepublik. In seinem Grußwort sagte er unter anderem:

"Ich will hervorheben, dass sich unser gegenseitiger Handelsumsatz im letzten Jahr verdreifacht hat und dass die Zahl der russischen Staatsbürger, die die Dominikanische Republik besucht haben, auf etwa 170.000 gestiegen ist. Wir sind der Führung Ihres Landes sehr dankbar, dass Sie Touristen in die Dominikanische Republik ohne Visum einreisen lassen. Wir schlagen unsererseits vor, die Visa für unsere Bürger überhaupt abzuschaffen, die zu geschäftlichen, kulturellen und humanitären Zwecken reisen."

Ob das Krankenhaus Punta Cana mittlerweile die für den russischen Patienten zuständige Embassy of the Dominican Republic to the Russian Federation oder die Russian Honorary Consulate in Santo Domingo, Dominican Republic, über den Schiffsunfall informiert hat, ist nicht bekannt. Als russische Konsulin arbeitet Francisca Viginia Velázquez de Sinó. Bislang fand sich auch kein Bericht in Medien über den schlimmen Touristen-Unfall. "Es scheint fast so, als will man das Thema hier tot schweigen", beklagt ein britischer Tourist sauer.

Krankenhäuser zocken oft Touristen ab - wie ist das in Punta Cana?

Nicht klar ist, wie hoch nun die Krankenhauskosten in Punta Cana für den schwer verletzten russischen Touristen, der mit seiner Freundin N. Urlaub in einem Nachbarhotel des Melia Hotels Punta Cana machte, werden. In einigen Ländern werden ärtzliche Behandlungen von Touristen in Krankenhäusern mit bis zu 50.000 Euro berechnet - ein beliebtes Abzock-Geschäft eben. Touristen aus Europa, den USA, Kanada oder Australien werden also völlig überhöhte Rechnungen ausgestellt. Wer da keine gute Krankenkasse hat, ist im schlimmsten Fall auch noch lebenslang verschuldet. Wie die Rechnungen im Krankenhaus Punta Cana gegenüber Touristen aussehen ist bislang nicht bekannt. Neben US-Bürgern, Franzosen oder Briten machen auch zahlreiche Deutsche oder Schweizer auf der Dominikanischen Republik Urlaub.

Tote oder schwerverletzte Touristen stören nicht einmal das Geschäft - es wird ja in Punta Cana verheimlicht, in der lokalen Presse findet man davon keine Zeile

Update 30. Oktober 9.15 Uhr: Ein Insider der Touristik-Szene auf Punta Cana sagt, dass im Schnitt alle 14 Tage ein Tourist von einem der Schnellbote am Bavaro-Strand überfahren werde. Der Insider, selbst Dominikaner, sagt: "Es ist nicht akzeptabel, dass das Touristen-Ministerium in Santa Domingo diese schweren Unfälle, verursacht durch Schnellbote, einfach laufen lässt. Auch dass sich die Hotels um ihre Gäste im Wasser kaum kümmern und einfach hinnehmen, wenn Touristen von Booten überfahren werden, ist skandalös. Am schlimmsten sind aber Bootsbetreiber, die Touristen-Touren auf Booten verkaufen möchten und deshalb rücksichtslos immer ganz nah an die Strände fahren, um auf ihre touristischen Boots-Angebote aufmerksam zu machen. Dass die dominikanische Regierung hier nichts unternimmt ist eine Frechheit."

Einer der reichsten dominikanischen Touristen-Tourenanbieter mit Schnellbooten für Delphin-Schwimmen oder Inselbesuche besitzt direkt am Bavaro-Strand in Punta Cana eine sehr große Millionen Euro schwere weiße Luxus-Villa. Dort wohnt er, vermietet in der Villa aber auch Parzellen an seine Mitarbeiter. "Tote oder schwerverletzte Touristen stören nicht einmal sein Geschäft. Schwere Unfälle im Meer werden vorsätzlich hingenommen und es wird stets verheimlicht, damit die Masse der Touristen davon nichts erfährt", sagt der Travel-Insider. Deshalb auch lese man von schwer verletzten Touristen oder gar durch Boote getötete Touristen auch fast nie etwas in der lokalen Presse.