Recruiting Steve Ballmer: Keiner will Amazon als Arbeitgeber


Zwar hat Amazon auch in Ländern wie Deutschland ein paar Hundert Arbeitsplätze geschaffen, dennoch sei das Image von Amazon hierzulande nach Angaben der Gewerkschaften bei Arbeitnehmern nicht das Beste. Amazon sei ein Billiglohnarbeitgeber heißt es und drangsaliere zudem seine Arbeitnehmer mit zu vielen Auflagen, beklagen sie.

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Steve Ballmer hält von Amazon als Arbeitgeber nicht viel.

Dass diese Kritikpunkte auch weltweite Dimensionen haben, machte kürzlich die New York Times in einem umfangreichen Amazon-Artikel deutlich. Nun legte ein Schwergewicht der Tech-Branche drauf: Der ehemalige Microsoft-CEO Steve Ballmer, für viele immer noch eine beliebte Technik-Ikone. Er fragte ketzerisch: Warum sollte jemand sich für Amazon als Arbeitgeber entscheiden? Seine Antwort: Niemand wolle dort wirklich gerne arbeiten.

Gleichzeitig erklärte der frühere Microsoft CEO, dass Microsoft das einzige Unternehmen sei, welches mit Apple konkurrieren könne. Die nun in der Weltpresse widergegebenen Worte von Ballmer machte dieser in einem Interview mit dem US-Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg.

Wenig erfreut über die Ballmer-Kritik dürfte Amazon CEO Jeff Bezos sein. Er hatte erst kürzlich als Antwort auf die massive New York Times-Kritik gesagt, er gehe davon aus, dass Amazon als Arbeitgeber bei den Tausenden Amazon-Mitarbeitern nach wie vor sehr beliebt sei und er sich nicht vorstellen könne, dass das Betriebsklima wirklich so schlecht sei, wie in den Medien gezeichnet werde.

Steve Ballmer machte aber auch deutlich, dass Microsoft mit Amazon - wie einige andere Technik-Konzerne - um die besten Talente im Rahmen von Mitarbeiter-Recruiting werben, dass aber Microsoft hier eindeutig die bessere und beliebtere Adresse sei. Sowohl Microsoft wie der weltgrößte Online-Einzelhändler Amazon sind in der US-Metropole Seattle angesiedelt.

Weiter erklärte Ballmer: “Jeder, der jemals Microsoft verlassen hat und zu Amazon ging, da konnten wir zählen, dass diese Mitarbeiter innerhalb von ein oder zwei Jahren zurückkamen, da es kein großer Ort ist, um innovative Projekte umzusetzen als Ingenieur."

Weniger im Bereich des Recruiting, dafür aber der Produkte sieht Ballmer hingegen die Konkurrenz zum US-Konzern Apple. Hier sei klar, dass es qualitativ derzeit nur ein Konkurrenz-Produkt unter den Notebooks oder Tablets von Apple, dem MacBook Pro oder iPad gebe – und zwar das leichte und technisch gute Microsoft-Notebook Surface, bekannt als Surface Book. Auch im Design, so Steve Ballmer, könne das Surface Book mit dem MacBook Pro mithalten.