Elite Deutscher Dr. Michael Liehr baut für IBM 4 x schnelleren Computer-Chip

In die Entwicklung in den USA ist auch der Deutsche Wissenschaftler Dr. Michael Liehr involviert, der 1982 an der RWTH Aachen (Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule) seinen Doktor in Physik machte und seit 2009 ein Mitglied der IBM Academy of Technology (2009) ist. Dem war eine Berufung von Liehr in den elitären Kreis der IBM Distinguished Engineer im Jahr 2007 vorausgegangen. Heute arbeitet Michael Liehr auch als Vizepräsident am von IBM mit finanzierten "SUNY College of Nanoscale Science and Engineering" (SUNY Poly CNSE). Die Uni, angesiedelt in New York, gehört mit einem Forschungsetat für Hightech in Höhe von 20 Milliarden Dollar zu den am besten ausgestatteten Technischen Universitäten weltweit.

Bild: Screenshot sunycnse.com/AboutUs.aspx
Selbst US-Präsident Barack Obama war schon hier und würdigte die Wissenschafts-Arbeit im Nanotechnologie-Sektor an der New Yorker Universität \"SUNY College of Nanoscale\". Hier wird auch der neue IBM-Chip entwickelt.

Der amerikanische Software-Riese IBM, seit Jahren auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern, behauptet nun, einen neuen Chip zu entwickeln, welcher angeblich 4x schneller sein soll, als die bisher schnellsten.

Die Uni "SUNY College of Nanoscale Science and Engineering" ist ein Lieblingsprojekt von Andrew M. Cuomo, dem Governor des New York State. Sein Ziel: Die TU SUNY Poly CNSE zu einem weltweit führenden Elite-Ausbildungs- und Forschungszentrum für die nächste Generation von Wissenschaftlern und Forschern in der Nanotechnologie zu machen - also in einem Bereich, in welchem deutsche Technische Universitäten (TUs) meilenweit hinter den amerikanischen hinterherhinken.

Um die Führungsschaft auszubauen, setzt auch die Universität SUNY College of Nanoscale Science and Engineering auf eine starke Sponsoren-Partnerschaft mit Unternehmen, aber auch amerikanischen Behörden. Das SUNY College of Nanoscale Science and Engineering hat die staatliche Aufgabe, neue Arbeitsplätze in der Wirtschaft vor allem im Bereich der Nanotechnologie als auch den der Nanotechnologie verwandten Branchen zu schaffen.

Für Tausende neue Arbeitsplätze könnte auch der neue IBM-Chip sorgen. Denn würde es IBM gelingen, einen solch leistungsstarken Chip mit Hilfe der SUNY Poly CNSE zu bauen, wie er jetzt im Gespräch ist, könnte die Rechenleistung von Computern weiter erheblich gesteigert werden. Betroffen wären vor allem Videos oder Fotos. Besonders bei Fotos kommt es auf vielen Computer immer noch zu unschönen Verzögerung beim Anschauen und Blättern in Fotogalerien. Glücklich über noch schnellere Chips dürften auch Fans von Computerspielen sein, deren Animationen noch realistischer gebaut werden könnten. Schon heute können gute künstliche Autorennen von realen Autorennen rein visuell kaum mehr unterschieden werden.

IBM hofft, seinen neuen Super-Chip bereits in zwei Jahren zur Verfügung stellen zu können - also circa 2017. Mit dem neuen Chip würde IBM möglicherweise einen zur Verfügung stellen, welcher angeblich vier Mal schneller sei, als der beste derzeit zur Verfügung stehende Silizium-Chip. Erreicht werden soll die enorme Leistungssteigerung von Chips durch ein Gemisch von Silizium-Germanium statt nur von Silizium.

Der neue IBM-Chip könnte nicht nur Computer schneller machen, sondern sämtliche Arten von Transistoren. Angeblich benötigen sie zudem weniger Strom. Apples neues MacBook ist schon heute ein Meister im Stromsparen und lüftet überhaupt nicht mehr. Der Computer ist faktisch geräuschlos. Noch vor 14 Jahren gab es Notebooks beispielsweise vom einstmals deutschen Elektronik-Riesen Medion, welche beim Lüften so laut waren, dass man kaum daran arbeiten konnte.

Neben der Leistungssteigerung werden schnellere Chips eine weitere Verkleinerung nicht nur dieser, sondern aller Technik-Geräte, welche auf Chips als Antriebsmotor angewiesen sind, mit sich bringen. Das heißt: Das Apple Macbook könnte nicht mehr nur 800 oder 900 Gramm bei einer brillanten Leistung wiegen, sondern möglicherweise schon in zwei oder drei Jahren nur noch 500 Gramm. Ein dankbarer Abnehmer-Markt dürften auch Smartwatches sein, der Elektroautomobil-Bau, Flugzeuge oder Mobiltelefone.

Allerdings sollte man die Tempo-Aufnahme von Chips, welche sich bei IBM nun abzuzeichnen scheint, nicht überinterpretieren: Entsprechend des als "Moores Gesetz" umschriebenen Prinzips verdoppelt sich schon heute die Anzahl der Transistoren pro Quadratzoll auf Chips alle zwei Jahre.

Derzeit sind die neuen Fast IBM Chips mit sieben-Nanometer-Transistoren (statt der üblichen 14) noch im Entwicklungsstadium.