Studie: Riskanterer Sex durch Jugendliche mit Kurzzeitgedächtnis

Damit erhöht sich sowohl die Chance, sich eine sexuell übertragbare Krankheit einzufangen, als auch, dass Frauen ungewollt schwanger werden. Konkret hatte die Studie untersucht, wie das Sexualverhalten von Menschen ist, die eher impulsiv reagieren, also dazu neigen ihre Impulskontrolle eher schlecht zu regulieren. Die Studie wurde durch Forscher dreier Einrichtungen durchgeführt und zwar von der "University of Oregon", der "University of Pennsylvania“ sowie dem "Children’s Hospital of Philadelphia".

Eine neue Studie belegt, dass bestimmte Jugendliche Schwierigkeiten haben können, ihr Sexualleben zu zügeln.

Eine Studie belegt jetzt: Jugendliche, die Schwierigkeiten haben sich zu konzentrieren oder sich an Dinge zu erinnern, neigen zu riskanterem Sex.

Federführend war der Wissenschaftler Atika Khurana, ein Assistant-Professor für Beratungspsychologie und Sozialdienste an der Universität von Oregon. Er erläuterte seine Forschungsarbeit wie folgt: "Wir erweiterten unsere früher erlangten Erkenntnisse, indem wir zum ersten Mal klar belegten, dass Personen, die bereits eine vorhandene Schwäche im Arbeitsgedächtnis haben, wahrscheinlich Schwierigkeiten bei der Kontrolle impulsiver Tendenzen haben und zwar vor allem im frühen bis mittleren Adoleszenz-Alter."

Weiter sagte er, wonach man in der Studie klar erkannt habe, dass es keine Rolle spiele, ob die Eltern der Jugendlichen einen hohen oder niedrigeren sozioökonomischen Status haben, wenn es darum geht, ihr Sexualverhalten stärker zu kontrollieren. An der Studie hatten 360 Jugendliche im Alter zwischen 12 bis 15 Jahren teilgenommen, wobei es unterschiedlichste Rassen-Zugehörige und ethnische Hintergründe ebenso gab, wie unterschiedlichste sozioökonomische Umfelder.

Für die Studie waren die Teilnehmer diversen Gruppen zugeordnet worden. In der Gruppe "sensation seeking" (Suche nach Sensation) war beispielsweise untersucht worden, ob die Teilnehmer die Tendenz hatten, Aufregung zu suchen und dabei das Nachdenken auszuschalten. Lehren für die Jugendlichen zog aus den Studienergebnissen Dan Romer, der Research Director des Annenberg Public Policy Center an der Universität von Pennsylvania.

Bessere Kontrolle bei riskantem Sexverhalten

Er sagte: "Unsere Ergebnisse identifizieren alternative Möglichkeiten, präventiv einzugreifen. Für Jugendliche, welche nur über eine schwache Fähigkeit verfügen, starke Impulse außer Kraft zu setzen oder zu reduzieren, können Verbesserungen der persönlichen Gedächtnisleistung ein Weg bedeuten, um eine bessere Kontrolle über riskantes Sexualverhalten herbeizuführen."

Dass gerade Jugendliche ihre Sexualität erst noch lernen müssen in den Griff zu bekommen, scheint ein brutaler Richter (Bernhard Kugler) am Amtsgericht Augsburg noch nicht richtig mitbekommen haben. In einem deutschlandweit von vielen als schockierend hart und maßlos überzogen empfundenen Gerichtsurteil sorgte er dafür, dass zwei jugendliche Besucher der Titania Therme Neusäß bei Augsburg / München mit Jugendarrest verurteilt wurden. Grund:

Die Therme Neusäß hatte oder hat Kameras im Spaßbecken versteckt und filmt die Badegäste unter Wasser – was viele gar nicht merken und wohl auch nicht wissen. Entsprechend waren die nun verurteilten Jugendlichen (18 und 19) nach ihrer Aussage ohne ihr Wissen unter Wasser von der Titania Therme Neusäß heimlich gefilmt worden, als diese Sex hatten. Doch von den geschossenen Videoaufnahmen unter Wasser hätten die beiden Jugendlichen, sagten sie, erst vor Gericht erfahren, was den Richter aber auch nicht störte (normalerweise sind solche heimlich erzielten Belege aus Datenschutzgründen äußerst umstritten, wenn nicht verboten).

Was viele erbost ist zudem, dass sich obendrein zwei Bademeister der Titania Therme Neusäß (Fabian G., 19 und Patrick K., 26) in der Deutschland-Ausgabe der Bild-Zeitung dafür feiern lassen, dass sie die zwei verurteilten Jugendlichen, welche nach dem Jugendstrafgesetz noch als nicht voll straffällig gelten, bei ihrem unbedachten Unterwasser-Sex erwischt hatten.

Dabei ist Sex oder Gefummel in Thermen nicht die Ausnahme, sondern seit den Römern eher an der Tagesordnung. Normalerweise gibt es in solchen Fällen einen Tadel oder einen Verweis, doch eine Anzeige, wie im Falle der Titania Therme Neusäß, ist extrem selten, zumal es für kein gutes Images einer Therme in einer Stadt sorgt, die ja auch Spaß bieten will und soll.

Wenn Jugendliche in Thermen Sex haben - wie in der Titania Therme Neusäß - droht Arrest

Jedenfalls werden die beiden jugendlichen Besucher der Titania Therme nun von dem Regensburger Anwalt Robert Hankowetz vertreten. Er möchte in Berufung gehen und fordert Freispruch für die beiden Sex-Abenteurer: "Die beiden sind gestraft fürs Leben" sagt er. Kritik gibt es auch an der Bild-Zeitung. Diese hatte die beiden nach dem Jugendstrafrecht Minderjährigen (erst ab 21 ist man in Deutschland komplett auch strafrechtlich volljährig) in einer Art und Weise abgebildet, dass diese wahrscheinlich von Bekannten durchaus noch erkannt werden könnten.

Da half auch die weiße Gesichtsmaske, die man ihnen verpasst hatte, eher wenig. Hinzu kommt, dass die Namen der beiden – der Nachname war zwar abgekürzt worden – genannt worden waren. Allerdings sind auch Datenschützer über den laschen Umgang und die von vielen als heimlich empfundenen Filmereien der Titania Therme Neusäß (2009 firmierte sie noch über die Deyle Management GmbH) geschockt. So hatte die Bild-Zeitung geschrieben, wonach die Therme mitteilen habe lassen, man habe auf die Kameras ja am Eingang hingewiesen (als ob da jeder hinschaut), ebenso in der Haus- und Badeordnung (die eh kaum ein Badebesucher lesen dürfte).

"Normalerweise müssen oder sollten Kamera-Hinweise auf großen und deutlich sichtbaren Schildern dort angebracht sein, wo die Kameras sind - und zwar mindestens Zweisprachig sowie mit einem Symbol", sagt ein Datenschützer aus Berlin. Der Eingang genüge nicht, ebenso kein allgemeiner Hinweis irgendwo an der Wand am Beckenrand.

Die Titania Therme gehört nach Angaben auf der Homepage zur Titania Neusäß Betriebsgesellschaft mbH / GMF GmbH & Co. KG / GMF, Gesellschaft für Entwicklung und Management von Freizeitsystemen mbH & Co. KG. GMF Geschäftsführer ist Rainer Pethran. GMF Projektleiter ist Thomas Eichhorn. Betriebsleiterin der Titania Neusäß ist Jana Freymann. Das Unternehmen schreibt über seine in Blogs, Medien und Social Media Foren umstrittene Therme: "Die GMF GmbH & Co. KG betreibt seit der Neueröffnung im Jahr 2013 erfolgreich das Erlebnisbad Titania in Neusäß."