Sicherheit im Alter AAL-Kongress Frankfurt: Mit Ambient Assisted Living gut vernetzt im Alter

Viele dieser Menschen werden allerdings besser denn je leben. Möglich machen dies einerseits die Technik anderseits die revolutionären Fortschritte im medizinischen Sektor, besonders der Entwicklung von Medikamenten und besseren Operations-Techniken. Im Fachjargon spricht man im Wesentlichen von zwei Begriffen, die aber beides dasselbe meinen – einmal von Connected Aging und zum anderen von Ambient Assisted Living.

Grafik: AAL-Kongress, Frankfurt a.M.

Deutsche werden immer älter. Derzeit gehen Soziologen davon aus, wonach im Jahr 2060 mindestens jeder dritte Deutsche 65 Jahre oder älter ist. Gut neun Millionen Menschen sollen gar älter als 80 Jahre alt sein.

Gemeint ist damit eine intelligente Vernetzung von Technik rund um die persönliche Wohnung oder das Haus, dem Gesundheitssystem, beziehungsweise der Pflegewirtschaft und dem normalen sozialen Umfeld wie Freunde, Familie, Nachbarn, ehemaligen Kollegen.

Dabei beschränken sich die Möglichkeiten bei weitem nicht nur auf relativ alte Systeme, wie eine Funkübertragung beunruhigender Zeichen (bei Kindern spricht man seit Jahrzehnten von Babyphone), sondern es geht weiter. Ein perfektes Smart Home bietet zahlreiche Elemente rund um ein vernetztes Leben ein, das älteren Mitbürgern mehr Sicherheit und soziale Integration bieten soll.

Angesichts des im Smart Home-Bereich wichtigen Kongresses Ambient-Assisted-Living (AAL-Kongress) erklärte Dr.-Ing. Hans Heinz Zimmer, Vorstandsvorsitzender des Verbands der Elektrotechnik, Elektronik, Informationstechnik (VDE): "Technikgestützte Assistenzsysteme können einen wichtigen Beitrag zur Milderung der Auswirkungen des demografischen Wandels leisten, indem sie das Leben älterer und benachteiligter Menschen situationsabhängig und unaufdringlich unterstützen".

Der Ambient-Assisted-Living-Kongress wird parallel mit der Fachmesse "Zukunft Lebensräume" für Bauen, Wohnen und Gesundheit im demografischen Wandel durchgeführt.

Doch nicht nur die Technik-Branche hat ein großes Interesse daran, dass vernetzte Smart Home Technologie das Leben vor allem von älteren Menschen verbessert, sondern auch die Krankenkassen selber, welche hohe Kosten tragen müssen, um die Gesundheit der Bevölkerung zu gewährleisten.

Im Umfeld der Messe sagte Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse (TK), wonach die TK davon ausgehe, dass es in Deutschland bis zum Jahr 2013 gut 3,4 Millionen pflegebedürftige Menschen geben könnte – also entweder in der Pflegestufe 1, 2 oder 3 seien.

Um die Kosten im Gesundheitssystem hier zu senken, wird es wichtiger denn je, dass es gute vernetzte Gesundheits-Überwachungssysteme gibt, welche die Arbeit von Pflegediensten oder Pflegestationen in den Altersheimen optimieren. Die Techniker Krankenkasse arbeitet auch deshalb am System "NetzWerk LebenPlus". Hier sollen regionale wie lokale Dienste aus den Bereichen Gesundheit, Pflege oder Immobilien eine gemeinsame Kommunikationsplattform erhalten.

Wie weit die Krankenkassen bemüht sind, Technik zur Abfederung der Probleme im Alter bereitzustellen, machte Krankenkassen-Chef Ballast deutlich: Denkbar seien sowohl Tele-Homemonitoring zur Betreuung von Risikopatienten also auch die bekannte Notfall-Informationssysteme. Doch auch übliche Chat-Funktionen ("Online-Sprechstunde") oder Webcam-Sessions mit Betreuern oder sonstigen Dienstleistern seien möglich.

Dass der AAL-Kongress, welcher am 29. und 30. April 2015 in Frankfurt am Main durchgeführt wurde, ein Erfolg ist und ein wichtiges Forum, das betonte Wolfgang Marzin, der Geschäftsführer der Messe Frankfurt: "976 Messe- und Kongressbesucher und 55 Aussteller senden ein starkes Signal an die Entscheider eines sich neu formenden Marktes". Dabei freue man sich, "dass diese Plattform in Frankfurt am Main ein Zuhause gefunden hat und wir mit dem VDE eine erfolgreiche Partnerschaft eingegangen sind". Weitere Informationen unter: aal-kongress.de

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