Messenger Whatsapp hat jetzt 800 Millionen Nutzer

Im Besitz von Whatsapp ist die Facebook Inc. von Mark Zuckerberg. Er hatte Whatsapp teils in bar, teils in Aktientausch, für rund 19 Milliarden US-Dollar im Februar 2014 gekauft.

Grafik: netz-trends
Whatsapp ist zwar Weltmarktführer unter den Handy-Messengern. Doch als sicherer gelten Dienste wie Chiffry, SMSme von der Deutschen Post oder Threema.

Der amerikanische Handy-Messenger-Dienst Whatsapp hat jetzt über 800 Millionen Nutzer. Das teilte Whatsapp-Gründer Jan Koum mit.

Seitdem ging die Nutzerzahl von Whatsapp steil nach oben und verdoppelte sich faktisch innerhalb nur eines Jahres. Der steile Aufstieg von Whatsapp belegt gleichzeitig, wie mächtig Google mit seinem Handy-Betriebssystem Google Android ist. Denn Whatsapp hat vor allem den weltweit von über einer Milliarde Menschen genutzten Android-Handys seinen Erfolg zu verdanken.

Egal wo man hinfährt: Ob nach Katar, Südafrika, Brasilien, Mexiko oder sich in Deutschland aufhält – fast überall nutzen die Menschen das datenschutzrechtlich umstrittene Whatsapp zum Austausch kurzer Nachrichten über das Handy. Wie Whatsapp aufsteigt, nimmt die Bedeutung der klassischen SMS ab. Damit hatten sich Deutsche Telekom AG, aber auch Vodafone oder O2 jahrelang die Taschen vollgestopft – mit vielen Milliarden Euro, welche man an Gebühren für das Versenden der kurzen SMS einstrich. Im Schnitt waren 19 bis 49 Cent pro SMS berechnet worden. In den Hochzeiten wurden täglich weltweit Milliarden SMS versendet.

Der Siegeszug von Whatsapp beruht schlicht auf der Tatsache: Kostenlos, leicht zu installieren, sieht bunt aus, und auch Bilder sind ohne Problem austauschbar. Bis heute verlangen zahlreiche Telekommunikationskonzerne in der Europäischen Union (EU) immer noch bis zu 49 Cent für eine als MMS (Multimedia Message) umschriebene Nachricht.

Doch trotz des globalen Siegeszuges von Whatsapp gibt es nach wie vor Millionen Menschen weltweit, denen Whatsapp & Co nicht sicher genug sind. Angetrieben werden ihre Sorgen durch Ängste um ihre Datensicherheit, befeuert durch den Skandal um die Milliardenfach ausgeübten kriminellen Hackeraktivitäten der amerikanischen Stasibehörde NSA. Aufgedeckt worden war der NSA-Skandal von dem in Russland lebenden Edward Snowden. Er war weltweit von Tausenden Menschen deshalb für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen worden.

Jedenfalls hat sich seit dem Bekanntwerden des NSA-Spitzelskandal zumindest in einigen Bereichen etwas getan beim Thema Datenschutz und Kommunikationsschutz. So sind beispielsweise parallel zu Whatsapp einige andere Dienste aufgetreten, welche Menschen verschlüsselte Kommunikation über ihr Handy anbieten.

In Deutschland lancierte in etwa die Deutsche Post AG (DPAG) sehr erfolgreich ihren verschlüsselten Messenger-Dienst SIMSme (simsme.de). In Halle brachte eine kleine Software-Schmiede mit Chiffry (chiffry.de) einen Dienst an den Start, der derzeit als am sichersten gilt, wenn es um verschlüsselte Kommunikation geht.

Nachteil bei Chiffry: Das Layout sieht etwas altbacken aus und zudem treten immer wieder kleine aber lästige Kinderkrankheiten auf. "Mal werden Nachrichten nicht übermittel, dann wieder deutlich zeitvezögert, dann wieder kann man schlicht Chiffry nicht öffnen", klagt ein Nutzer genervt.

Das Problem dürfte aber auch an den hohen Entwicklungskosten für Messenger-Dienste liegen. So sind Dienste wie Chiffry, welche nicht von einem Milliarden-Konzern im Hintergrund getragen werden, darauf angewiesen, dass die Nutzer Geld spenden, um kostenlose Messenger-Dienste wie Chiffry weiter entwickeln zu können.

Chiffry wurde vom deutschen Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) als besonders sicher ausgezeichnet. "Damit kann angenommen werden, dass diese hohe Datensicherheit bei Konkurrenten wie Viber, Wechat, Kakaotalk nicht in dem Ausmaße wie bei Chiffry gegeben ist", sagt ein Software-Entwickler aus Berlin. Von der Schweiz aus wurde in der EU zudem sehr erfolgreich der Handy-Messerdienst Threema (threema.com; Motto: Seriously secure messaging) lanciert.

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