Glühlampen Philips verkauft für 2,8 Mrd. Dollar Lichtsparte an US-Chin. Investorengruppe um Go Scale Capital

Käufer ist der neu aufgelegte chinesisch-amerikanische Fonds Go Scale Capital, welcher nach Angaben des Wall Street Journal (USA) von den beiden Investorengruppen GSR Ventures (China) and Oak Investment Partners (USA) getragen wird. GSR Ventures ist ein chinesischer Fonds über dessen Besitzer öffentlich so gut wie nichts bekannt ist.

Bild: Philips
Philips verkauft 80,1 Prozent seiner weltberühmten Licht-Sparte.

Viele Verbraucher weltweit verbinden mit dem niederländischen Konzern Philips ("Royal Philips") Beleuchtungs-Systeme. Denn die Marke Philips steht, ähnlich wie Osram, für unterschiedlichste Lampen und Beleuchtungssysteme. Jetzt trennt sich der Konzern von einem Großteil seines Geschäftsbereiches Beleuchtug - von 80,1% - für angeblich 2,8 Milliarden US-Dollar (2,61 Milliarden Euro).

Auf der Webseite von GSR steht, man habe Büros in China aber auch in Silicon Valley in Kalifornien und betreue derzeit ein Portfolio im Wert von 1 Milliarde US-Dollar. Zudem arbeite GSR Ventures mit der Investment-Gruppe Mayfield Fund zusammen. Oak Investment Partners wiederum – 1978 gegründet - ist eine große Investment-Gruppe in den USA. Nach eigenen Angaben habe man bereits 9 Milliarden Dollar in über 525 Firmen investiert.

Warum Philips den Abstoß eines Großteils der Lichtsparte nun vornimmt, ist nicht ganz klar. Fakt ist, dass die zunehmenden LEDs für grundlegende Veränderungen in der gesamten Beleuchtungs-Branche sorgen. Nicht klar ist auch, ob der Verkauf des Schwerpunktbereiches Beleuchtung möglicherweise der Anfang von weitergehenden Umbaumaßnahmen beim niederländischen Elektronikunternehmen sein könnte.

EU drängt Beleuchtungs-Technologie nach Asien - europäische Konzerne verlieren

Da Philips von der Beleuchtungs-Sparte - beispielsweise LED-Leuchten oder Auto-Scheinwerfer -nur 80,1% an das Go-Scale-Investorenkonsortium verkaufen möchte, bedeutet dies, dass der Konzern 19,9% behält. Innerhalb eines Gemeinschaftsunternehmen möchte man künftig diese Technologie weiter betreiben - aber eben nicht mehr so dominierend wie bislang und mit starkem Akzent auf China. Das Gemeinschaftsunternehmen soll künftig unter dem Namen Lumileds laufen und von CEO Pierre-Yves Lesaicherre geführt werden.

Doch bis zur Amtsübernahme von Lesaicherre soll Sonny Wu, der Co-Gründer und Managing Director von GSR Ventures und Chairman von GO Scale Capital als Interims-Manager an der Spitze von Lumileds stehen. Royal Philips schreibt über Lumileds, wonach dieses "ein führender Hersteller von Beleuchtungskomponenten für die Allgemeinbeleuchtung, Automobilindustrie und Unterhaltungselektronik" sei, "mit Niederlassungen in mehr als 30 Ländern" und weltweit 8.300 Mitarbeitern. Im Jahr 2014 erzielte es einen Umsatz von rund 2 Milliarden US-Dollar und eine zweistellige EBITA-Marge.

Seitdem die Europäische Union (EU) alle 28 Mitgliedsländer vor zwei Jahren gezwungen hat, die Glühbirnen nicht mehr zu verkaufen und auf die energiesparenderen LEDs umzusteigen, sind jene Konzerne erheblich im Nachteil, welche bislang einen Großteil des Umsatzes mit dem Verkauf von Glühbirnen erwirtschafteten. Also primär europäische Elektronikkonzerne. Da LEDs, sogenannte Leuchtdioden, deutlich günstiger sind, rentiert sich der Verkauf von Licht-Elementen scheinbar auch für Philips immer weniger.

Philips will in Medizintechnik wachsen, aber auch in Lifestyle-Technik

LEDs werden bereits seit gut 15 Jahren vorwiegend in Asien produziert. Kostete noch vor 15 Jahren beispielsweise eine blau leuchtende LED-Lichterkette mit 80 LED-Birnen in Deutschland 80 Euro, so ist sie heute in den Elektronikmärten bereits für 20 Euro erhältlich (outdoor). Das bedeutet: Die Industrie sieht sich einem enormen Preisverfall gegenüber. Dieser wird vor allem durch Billigproduzenten aus Asien beschleunigt, welcher es europäischen Elektronikunternehmen nahezu unmöglich macht, hier noch mitzuhalten.

Neben Philips gerieten dadurch bereits Weltmarken wie Osram massiv unter Druck, aber auch General Electric aus den USA. Dass Philips in ein raues Gewässer schliddern würde, war spätestens mit Offenlegung der Bilanz für 2014 deutlich geworden. So war der Gewinn von Philips auf nur noch 411 Millionen Euro gesunken.

Philips möchte künftig vor allem in den zwei Hauptbereichen wachsen, die da wären: Gesundheit und Lifestyle (Health-Tech). Hierzu gehören also beispielsweise die Medizintechnik, aber auch Rasierer, elektrische Zahnbürsten oder Ultraschall- Zahnbürsten.

Doch bis wann nun der Verkauf der Lichtsparte juristisch, steuerlich und betriebswirtschaftlich über die Bühne gehen kann, ist nicht ganz klar. Beobachter gehen von einem Zeitraum aus, der mindestens 12 bis 18 Monate umfassen könnte.

Philips konnte im Jahr 2014 mit dem Geschäftsbereich Gesundheit einen Umsatz von rund 14 Milliarden Euro erwirtschaften. Für Philips arbeiten derzeit weltweit rund 112.000 Menschen. CEO von Philips ist CEO Frans van Houten.