Microsoft setzt Knightscope K5 Sicherheitsroboter in Silicon Valley Campus ein

Die K5 Roboter-Sicherheitsroboter - auch bekannt als "Knightscope K5 Autonomous Data Machines" - sollen zunehmend Sicherheitspersonal ersetzen und dennoch für das wichtige Gut "Sicherheit" sorgen. Doch ob das wirklich klappt, ist nicht klar. Denn noch gibt es keinen einzigen Computer weltweit, der die Schnelligkeit im Denken und Kombinieren hat, wie das menschliche Gehirn. Frühestens in sechs bis zehn Jahren machen sich Software-Entwickler die Hoffnung, einen Computer entwickeln zu können, der schneller denken kann als der Mensch. Dennoch gelten die neuen von Microsoft eingesetzten Sicherheitsroboter als wichtiges Feldprojekt:

Foto: Knightscope
360-Grad-Überwachung mit dem Knightscope K5 Sicherheitsroboter. In Deutschland dürften Datenschutzgesetze dem uneingeschränkten Einsatz entgegenstehen.

Sie sehen aus wie kleine Marsmännchen die neuen Sicherheitsroboter, genannt K5 Wachroboter (Hersteller: Knightscope), die sich über den Microsoft Silicon Valley Campus schieben und Tiefgaragen oder sonstige wichtige Infrastruktur-Knotenpunkte überwachen: Microsofts neue K5 Roboter.

Die K5 Wachroboter haben derzeit primär eine ergänzende Funktion im Sicherheitskonzept des Silicon Valley Campus im US-Bundesstaat Kalifornien. Der Job des K5 ist es, sich mobil fortzubewegen und darauf zu achten, ob irgendwelche ungewöhnlichen Dinge vor sich gehen. Natürlich übermittelt der Roboter permanent das, was er sieht und hört an eine Einsatzzentrale. Doch genau das würde es beispielsweise in Ländern wie Deutschland derzeit eher schwierig machen, solche mobilen Überwachungseinheiten einzusetzen: Dagegen dürfte der strenge deutsche Datenschutz stehen.

So ist es nicht erlaubt, Menschen permanent ohne Not am Arbeitsplatz oder in sonstigen öffentlichen, privaten oder gewerblichen Räumen zu überwachen. Selbst eine private Kamera an der Haustüre darf nur den unmittelbaren privaten Raum überwachen, nicht aber öffentliche Gebiete oder jene des Nachbarn.

Der Hersteller bemüht sich um ein positives Image dieses Roboters. Doch Datenschützer und Bürgerrechtler betrachten solche Einsätze mit Sorge.Foto: Knightscope

Bislang sind K5 Sicherheitsroboter dafür da, Dinge zu erfassen, nicht aber, um beispielsweise Kampfhandlungen auszuführen - wie Menschen festhalten, schießen, Tränengas oder Betäubungsgas werfen. Deshalb sind die K5 Wachroboter vom US-Hersteller Knightscope primär so ausgerüstet, dass sie überwachen können, nicht aber handeln. Die computergesteuerten Androiden sollen vor allem die flächendeckende Sicherheit helfen zu gewährleisten und sollen dem Sicherheitspersonal als digitale Assistenten zur Verfügung stehen.

360 Grad Kamera im K5 Roboter, aber noch schießt er nicht

Jeder der im Silicon Valley eingesetzten Roboter ist mit zahlreichen Funktionen ausgestattet. Hierzu gehören beispielsweise Mikrofone, Sirenen, Wärmemelder, Laserscanner, GPS sowie Kameras. Der K5 ist mit einer 360-Grad-Überwachungskamera ausgestattet, die in Echtzeit die Umgebung überwacht und alles an die Basis übermittelt. Angeblich können die kleinen Watchroboter bis zu 300 Autokennzeichen aufnehmen und übermitteln - was in Deutschland ebenfalls nicht erlaubt wäre. Denn die Überwachung von Autokennzeichen und deren Datenspeicherung ist nur der Polizei oder dem Ordnungsamt in eng umgrenzten Regeln und im Einzelfall erlaubt.

Die Akkus des K5 Roboters laufen angeblich bis zu 24 Stunden, wobei das Wiederaufladen angeblich in bereits 20 Minuten gewährleistet sein soll - was allerdings eher ungewöhnlich wäre, denn bislang kennt man solch kurze Ladezeiten faktisch von keinem anderen Gerät.

Insgesamt fünf K5 Roboter setzt der Softwarekonzern Microsoft derzeit auf seinem Silicon Valley Campus ein.

Der Hersteller Knightscope Inc. aus Mountain View in Kalifornien – einem Örtchen, in welchem auch der amerikanische Internet-Konzern Google Inc. seinen Sitz hat - schreibt über seinen K5 Sicherheitsroboter:

"Die 'Knightscope K5 Autonomous Data Machine' verwendet eine Kombination von autonomen Techniken, der Robotik sowie Predictive Analysen um eine dominierende, aber freundlich physische Präsenz bieten zu können. Gleichzeitig sammelt der Sicherheitsroboter wichtige Echtzeit-Daten vor Ort und zwar unter Einsatz seiner zahlreichen Sensoren:

Die über diese Sensoren eingesammelten Daten verarbeitet der K5 durch eine kombinationsfähige Software und erstellt vorausschauend eine Situations-Analyse sowie Handlungsempfehlung. Diese als 'Predictive Analytics'-Methode bezeichnete Anwendung kombiniert bestehenden Daten aus Wirtschaft, Politik und Sozialem. Je nach Kombination der über die Sensoren eingesammelten sozialen Datensätze erstellt der K5 eine Rangfolge und ordnet diese Alarmstufe zu. Entsprechend des Rankings übermittelt der K5 Roboter beispielsweise bei Unternehmen oder Behörden eine Besorgnis-Mitteilung.

... Der hier verfolgte Roboter-Ansatz berücksichtigt Bedenken hinsichtlich der Privatsphäre, stellt aber eine wichtige Rückkopplungsschleife als Vorhersage-Engine dar. Unser Ziel ist es, die Kriminalitätsrate um 50 Prozent zu senken. Als Einsatzmöglichkeiten kommen Außenbezirke von Unternehmen in Frage, Shopping Center sowie im Rahmen von Privaten Sicherheitsdiensten, also Security Companies."