IVG Immobilien: Milliardenpleite oder Rettung? Es wird ernst

Doch der Glanz trügt: Derzeit würden, berichtet Christian Siedenbiedel in der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS v. 21. Juli 2013, S. 31) Banken, Gläubiger, Aktionäre und die Unternehmensführung der IVG über die richtige Marschrichtung diskutieren, um einen offiziellen Konkurs der Immobiliengruppe in letzter Minute abwenden zu können. Gleichzeitig machen sich Investoren des IVG-Fonds Euroselect Sorgen um ihre Einlagen.

Foto: IVG Presse
The Squaire: Bombastischer Hotel- und Bürokomplex am Frankfurter Flughafen - das Aushängeschild der IVG.

Der Bonner Immobilienfinanzierer IVG Immobilien (steht für: Industrieverwaltungsgesellschaft) ist möglicherweise vor dem Aus. Auf der IVG Immobilien AG lasten laut einer adhoc-Meldung über 2 Mrd. Euro Schulden. Bekannt ist IVG Immobilien vor allem auf Grund von Prestigeobjekten wie dem neuen futuristischen Büro- und Hotelkomplex "The Squaire" an der Autobahnauffahrt zum Flughafen Frankfurt am Main.

Sowohl für die Gläubiger wie Aktionäre stehen viele Millionen Euro derzeit im Feuer. Fällt die IVG, sehen wohl viele keinen Cent mehr. Kann sie sich halten, gehe dieses wohl nur, schreibt die FAS, mittels eines freiwilligen Teilverzichtes von Forderungen gegen die IVG auf Seiten der Gläubiger zu Gunsten eines Erhalts des Immobilienfinanzierers, der an der Börse gelistet ist. Wenn es wirklich so ist, wie die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung schreibt, wonach IVG bereits im fünften Jahr in der Sanierung stecke, fragt man sich als Aktionär allerdings: Und warum wurde dann dennoch der sündhaft teure - wahrscheinlich weit über 100 Mio. Euro - Squaire-Komplex am Frankfurter Flughafen gebaut?

Bereits am 31. Mai 2013 hatte die IVG Immobilien AG in einer adhoc-Meldung mitgeteilt, wonach das mit über 2,3 Mrd. Euro verschuldete Unternehmen an einer "umfassenden Refinanzierungsstragegie" arbeitet. So schrieb das Unternehmen, man führe derzeit mit wesentlichen Aktionären und allen wesentlichen, in sog. 'Ad hoc-Committees' zusammengeschlossen Kreditgebern der Gesellschaft hinsichtlich dem Kreditvertrag über EUR 1.350 Mio.... sowie dem Kreditvertrag über EUR 1.047,4 Mio... Euro sowie in Bezug auf eine Wandelanleihe ( ISIN: DE000A0LNA87 ) und eine Hybridanleihe ( ISIN: DE000A0JQMH5) Gespräche.

Sorgen bereitet derzeit vielen Investoren ihre Investition in die Fondsreihe "Euroselect". Gerade auch Privatanleger haben in dem Fonds ihr privat erspartes Geld angelegt. Auch ihnen könnte, befürchten viele, ein Totalverlust ihres Geldes drohen, stürzt die hoch verschuldete IVG AG ab. Dennoch bestehe aber, schreibt die FAS unter Bezugnahme auf eine Auskunft aus der Unternehmensführung der IVG, derzeit kein Grund zur Panik. Die Fonds "Euroselect" seien rechtlich selbständig und wären auch im schlimmsten Falle, eben des möglichen offiziellen Konkursverfahrens der IVG, nicht von diesem betroffen.

Dennoch empfiehlt Klaus Nieding, der Präsident des Deutschen Anleger-Schutzbundes und Rechtsanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, die Anleger sollten im Falle einer Insolvenz der IVG AG zumindest eine Ausstiegsmöglichkeit aus den Fonds in die Überlegungen einbeziehen. Wie derzeit vor allem im Bereich von Schiffsfonds üblich, solle man zudem eine möglichen Schadensersatz-Klage gegen den Fondsvermittler prüfen, so Nieding. Allerdings müsse man sich juristisch dann nicht mit der IVG AG herumschlagen, sondern mit der IVG Private Funds GmbH in Nieding, einer 100-Prozent-Tochter der IVG Immobilien AG. In den IVG Gesellschaften seien rund 63.000 Anleger aktiv bei einem Fondsvermögen von gut 3,4 Mr. Euro, schreibt die FAS.

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