Digital Business RSS Feed Gründer vermisst Google Reader nicht

Einer der Gründer des im Jahr 1997 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellten RSS Feeds, Dave Winer, weint dem offiziellen Ende des RSS client service von Google, dem Google Reader (GR), keine Träne nach. In einem Interview sagte er, Googles Entscheidung, den zum RSS Feed in Konkurrenz stehende Google Reader zu schließen, sei kein großes Ding für ihn - zumal er sich sowieso über die große Ähnlichkeit des Google Divises zu seinem RSS Feed geärgert habe.

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Wo Menschen sind wird kommuniziert. Der RSS Feed hat das im digitalen Bereich erheblich beschleunigt.

So wird der Erfinder des RSS-Feeds mit den Worten zitiert, er würde den Google-RSS-Feed "Google Reader" nicht vermissen. Zudem sagte er: "Ich habe das verdammte Ding nie benutzt. Ich vertraue einer großen Company wie Google und seinen Interessen nicht.. zumal der Google-Reader so verdammt ähnlich war zu meinem....".

Immerhin sagt Google, man habe 100.000 Petitionen erhalten, den Google RSS Feed "Google Reader" doch am Leben zu erhalten. Beim Google Reader handelte es sich um eine Funktion, mittels derer die Nutzer unterschiedlichste Newsletter abonnieren und sortieren lassen konnten. Es war eine mit Google Mail gekoppelte Anwendung die seit mehreren Jahren zwar angeboten wurde, aber von immer weniger benutzt wurde. Das lag vor allem daran, dass man sich zusätzlich zu seinem sonstigen E-Mail-Postfach separat anmelden musste und sich separat zu seinen sonstigen E-Mail-Eingängen dort die diversen Nachrichten und Newsletter anschauen musste.

So preist denn auch der eigentliche Gründer des RSS-Feeds, Dave Winer, die schlichte Funktionalität seines RSS Feeds, das unabhängig von Google aktiviert werden könne. Auch deshalb sei es letztlich, ist Winer überzeugt, eine "gute Nachricht", dass es den Google Reader nun nicht mehr gebe und dass der "800 Pfund Gorilla Google" sich freiwillig zumindest auf diesem Gebiet zurückgezogen habe.

Dennoch treibt den Gründer des ersten RSS-Feeds um, dass der Internet-Suchmaschinengigant Google eine solche Dominanz und Monopolstellung beim Zugang von News habe. "Der Grund, warum wir uns fürchten sollten, ist, dass Google die Nachrichten und News für die Menschen kontrolliert und entsprechend entscheidet, was die Menschen übermittelt bekommen. Das ist der gleiche Weg, wie Apple kontrolliert, welche Apps die Menschen für ihren iPad kaufen können oder wie Twitter entscheidet, welche Menschen Zugang zu unseren Tweets haben."

Google vermittelt vielen Webseiten bis zu 90 oder 95 Prozent des Traffics - da gerade in vielen westlichen Ländern wie Deutschland, die meisten Menschen Nachrichten oder Produkt-News nahezu ausschließlich über Google suchen. Konkurrenz-Suchmaschinen wie Microsofts bing.com verfügen noch über einen eher einstelligen Anteil am Suchmaschinen-Aufkommen, können den Abstand zu Google aber zumindest etwas minimieren. Allerdings ist das nicht billig. Es heißt. Microsoft mache mit seiner Konkurrenz-Suchmaschine bing.com immer noch jährlich mindestens 100 Mio. Euro Verlust.