Die EU bündelt Designtools und Fertigungszugang für 525 Millionen Euro; die Schweiz ist seit 2025 wieder an Horizon Europe assoziiert und fördert mit „SwissChips” zusätzlich eigene Forschung.
Das Wichtigste in Kürze
- EuroCDP ist am 4. November 2026 gestartet und soll 525 Millionen Euro mobilisieren; Zuschüsse reichen bis 100.000 Euro früh und bis 16 Millionen Euro später.
- Die Schweiz ist seit 1. Januar 2025 übergangsweise wieder an Horizon Europe assoziiert, im Halbleiterbereich sind laut offiziellen Angaben aber Ausschlüsse möglich.
- Mit SwissChips fördert der Bund seit 2024 eigene Forschung mit 26 Millionen Franken, geleitet von ETH Zürich, EPFL und CSEM.
Die Europäische Kommission hat mit EuroCDP eine Plattform gestartet, die jungen Chipdesign-Unternehmen teure Werkzeuge und den Weg zur Fertigung öffnen soll. Für Schweizer Teams hängt die Teilnahme an der direkten Reassoziierung der Schweiz an Horizon Europe; daneben läuft die eigene Initiative SwissChips.
EuroCDP bündelt laut Europäischer Kommission sechs Bereiche: Designsoftware, technische Unterstützung, IP-Bausteine, Finanzierung, Schulungen und Zugang zu Fertigungskapazitäten, mit einem genannten Investitionsvolumen von 525 Millionen Euro. Frühphasen-Start-ups können bis zu 100.000 Euro Zuschuss erhalten, reifere Unternehmen bis zu 16 Millionen Euro an öffentlichen Mitteln – jeweils als Höchstbetrag.
Für Schweizer Unternehmen ist die Ausgangslage anders als in der EU: Nach Jahren als nicht-assoziierter Drittstaat ist die Schweiz seit dem 1. Januar 2025 im Rahmen einer Übergangsregelung wieder vollständig an Horizon Europe und am Digital-Europe-Programm assoziiert, bis ein vollständiges Abkommen unterzeichnet und von Parlament und Stimmvolk angenommen ist – eine Volksabstimmung wird für 2027 oder 2028 erwartet. Im Digital-Europe-Programm sind laut dieser Quelle allerdings Ausschlüsse im Bereich Halbleiter möglich. Ob und wie EuroCDP im Einzelnen für Schweizer Antragstellende offensteht, sollten Interessierte deshalb vorab direkt bei den zuständigen Stellen klären, statt sich auf die allgemeine Reassoziierung zu verlassen.
Unabhängig von EuroCDP hat der Bund mit SwissChips bereits 2024 eine eigene Initiative lanciert, um den Rückstand aus den Jahren der Nicht-Assoziierung aufzuholen. Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) finanziert sie mit 26 Millionen Franken, Konsortialpartner steuern weitere 7,8 Millionen Franken bei. Geleitet wird SwissChips von der ETH Zürich, der EPFL und dem CSEM in Neuenburg; die Ergebnisse stehen allen Schweizer Universitäten und Fachhochschulen offen. Bis Juni 2025 waren mehr als 90 Doktorierende und Forschende beteiligt, 58 Arbeiten veröffentlicht und 25 Chip-Prototypen entworfen – Schwerpunkte sind 6G, KI-Chips und biomedizinische Anwendungen.
Für Schweizer Start-ups heisst das: SwissChips bietet Forschungszugang über die beteiligten Hochschulen, während eine direkte Teilnahme an EuroCDP von den konkreten Teilnahmebedingungen der jeweiligen Ausschreibung abhängt. Beides ersetzt nicht die eigene Finanzierungsrunde oder den Marktzugang.
Checkliste für Schweizer Teams
- Teilnahmebedingungen einer konkreten EuroCDP-Ausschreibung direkt auf eurocdp.eu prüfen, nicht aus der allgemeinen Horizon-Europe-Reassoziierung ableiten.
- Für Forschungszugang und Prototyping: Kontakt zu ETH Zürich, EPFL oder CSEM im Rahmen von SwissChips aufnehmen.
- Beim SBFI (Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation) nach aktuellen Fördermöglichkeiten fragen.
- «Bis zu»-Beträge bei EuroCDP sind Höchstwerte, keine Pauschale.
Häufige Fragen
Können Schweizer Start-ups direkt bei EuroCDP mitmachen?
Das hängt von der jeweiligen Ausschreibung ab. Die Schweiz ist seit 1. Januar 2025 übergangsweise wieder an Horizon Europe und das Digital-Europe-Programm assoziiert, im Halbleiterbereich sind laut offiziellen Angaben aber Ausschlüsse möglich. Die Teilnahmebedingungen sollten vorab direkt geprüft werden.
Was ist SwissChips?
Eine vom Bund mit 26 Millionen Franken finanzierte Initiative (2024–2027), geleitet von ETH Zürich, EPFL und CSEM, die Schweizer Hochschulen Zugang zu Halbleiter- und Mikroelektronikforschung verschafft.
Ersetzt SwissChips eine EU-Förderung?
Nein. SwissChips ist ein nationales Forschungsprogramm, EuroCDP ein EU-Werkzeug- und Förderangebot. Beide verfolgen ähnliche Ziele, sind aber getrennt organisiert.
Quellen und Stand
- Europäische Kommission: 525 Millionen Euro für die Europäische Plattform für Chip-Design
- Europäische Kommission: Faktenseite zur European Chips Design Platform
- European Chip Design Platform: Zugang zur Plattform
- SwissCore: Switzerland is finally back in Horizon Europe (in English)
- e² News: The SwissChips initiative strengthens semiconductor and microelectronics research in Switzerland (in English)
Recherche- und Datenstand: 7. November 2026.
Transparenzhinweis: Bei Recherche, Strukturierung und Erstellung dieses Beitrags kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die verwendeten Quellen sind im Artikel aufgeführt. Die Veröffentlichung erfolgt erst nach manueller redaktioneller Freigabe. Länderfassung auf Basis eines Artikels von NETZ-TRENDS.de, für die Schweiz recherchiert.
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