Seit Jahresbeginn legt BYD um 721 Prozent zu, Audi und BMW verlieren Marktanteile in der Schweiz
Das Wichtigste in Kürze
- Im Oktober 2026 waren 34,9 Prozent aller neu immatrikulierten Personenwagen in der Schweiz und Liechtenstein batterieelektrisch (BEV), meldet der Importeursverband auto-schweiz.
- BYD wuchs im Oktober gegenüber dem Vorjahresmonat um 492,2 Prozent und kommt in den ersten zehn Monaten 2026 auf ein Plus von 721,1 Prozent; auch Leapmotor, Zeekr und Xpeng legten mehrstellig bis vierstellig zu.
- Bei den etablierten Marken verloren Audi (-17,7 Prozent) und BMW (-4,2 Prozent) im Oktober Zulassungen, Marktführer des Monats war Škoda vor Volkswagen.
Jeder dritte Neuwagen in der Schweiz fuhr im Oktober 2026 rein elektrisch. Der Importeursverband auto-schweiz meldet für die chinesische Marke BYD ein Wachstum von 492 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Zugleich verschiebt sich die Markenlandschaft im Schweizer Neuwagenmarkt: Chinesische Hersteller wie BYD, Leapmotor, Xpeng und Zeekr wachsen nach den Zahlen von auto-schweiz deutlich schneller als der Gesamtmarkt, während etablierte Marken wie Audi und BMW Zulassungen verlieren. Die Markenstatistik von auto-schweiz weist die Zulassungen der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein gemeinsam aus, gestützt auf Erhebungen des Bundesamts für Strassen (ASTRA) im Motorfahrzeuginformationssystem (MOFIS).
34,9 Prozent E-Autos: Der Oktober im Überblick
Nach der Medienmitteilung von auto-schweiz, der Vereinigung Schweizer Automobil-Importeure, wurden im Oktober 2026 in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein insgesamt 18’986 Personenwagen neu immatrikuliert, ein Plus von 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat (18’451). Davon entfielen 6’620 Fahrzeuge auf reinelektrische Personenwagen (BEV) – ein Zuwachs von 58,6 Prozent gegenüber Oktober 2025 (4’175) und ein Anteil von 34,9 Prozent an allen Neuzulassungen.
Seit Jahresbeginn wurden in der Schweiz 192’523 neue Personenwagen zugelassen, 2,7 Prozent mehr als im laut auto-schweiz «sehr schwachen» Vorjahr. Die BEV-Neuzulassungen summieren sich auf 52’084 Fahrzeuge (Vorjahr: 39’900), ein Plus von 30,5 Prozent; ihr Anteil an allen Neuzulassungen seit Jahresbeginn liegt bei 27,1 Prozent. Der Oktoberwert von 34,9 Prozent ist damit kein Rekord: Im September 2026 hatte der BEV-Anteil laut auto-schweiz mit 35,7 Prozent noch höher gelegen.
«Die anhaltende Marktschwäche belastet die Automobilbranche und bremst die dringend notwendige Erneuerung des Fahrzeugbestands. Diese Überalterung hat negative Auswirkungen auf Sicherheit und Umweltbelastung. Wer mehr Verkehrssicherheit und weniger Emissionen will, muss die Erneuerung des Fahrzeugbestands beschleunigen, statt sie regulatorisch auszubremsen.»
Mario Bonato, Chefökonom von auto-schweiz
Das Durchschnittsalter des Schweizer Fahrzeugbestands erreichte laut auto-schweiz mit 11 Jahren einen neuen Negativrekord. Zum Vergleich: In Deutschland lag der BEV-Anteil an den Pkw-Neuzulassungen im Oktober 2026 nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) bei 37,0 Prozent – etwas höher als in der Schweiz, allerdings mit einer anderen Fahrzeugflotte, Förderkulisse und Steuerlogik als hierzulande.
Chinesische Marken wachsen zwei- bis zwanzigfach
Unter den chinesischen Marken erzielte BYD laut der Markenstatistik von auto-schweiz mit 835 Neuzulassungen das grösste Volumen: +492,2 Prozent gegenüber Oktober 2025 (141 Fahrzeuge), bei einem Marktanteil von 4,4 Prozent. In den ersten zehn Monaten 2026 summieren sich die BYD-Neuzulassungen auf 5’403 Fahrzeuge – ein Plus von 721,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (658) und ein Marktanteil von 2,8 Prozent.
Prozentual noch stärker wuchsen kleinere chinesische Marken: Xpeng legte im Oktober um 1’733,3 Prozent auf 110 Fahrzeuge zu (Jan.–Okt.: 507, +2’568,4 Prozent), Zeekr um 675,0 Prozent auf 155 Fahrzeuge (Jan.–Okt.: 1’157, +2’529,5 Prozent) und Leapmotor um 233,6 Prozent auf 377 Fahrzeuge (Jan.–Okt.: 1’984, +226,3 Prozent). Die Marke Denza (BYD-Tochtermarke) kam im Oktober auf 2 Neuzulassungen, im Vorjahresmonat war sie in der Schweiz noch nicht vertreten.
Modellrechnung: Hochgerechnet auf zwölf Monate
- Tempo von Oktober: 835 BYD-Neuzulassungen in einem Monat
- Hochrechnung: 835 × 12 Monate ≈ 10’000 Fahrzeuge pro Jahr
- Vergleich: fast doppelt so viel, wie BYD in den ersten zehn Monaten 2026 zusammen erreicht hat (5’403)
Diese Modellrechnung von NETZ-TRENDS ist keine Prognose, sondern zeigt nur, wie stark sich ein einzelner Monat von der bisherigen Jahressumme unterscheidet. Ob sich das Oktober-Tempo fortsetzt, hängt unter anderem von neuen Modellen, der Preispolitik der Konkurrenz und dem Ausbau des Händler- und Werkstattnetzes in der Schweiz ab.
Tesla: kleiner Marktanteil, leichter Rückgang im Oktober
Tesla entwickelte sich im Schweizer Markt gegenläufig zu den chinesischen Marken: Im Oktober wurden 124 Fahrzeuge neu immatrikuliert, 3,1 Prozent weniger als im Oktober 2025 (128), bei einem Marktanteil von 0,7 Prozent. In den ersten zehn Monaten 2026 kommt Tesla auf 5’441 Neuzulassungen (+17,4 Prozent) und einen Anteil von 2,8 Prozent – damit liegt die Marke auf Jahressicht nur knapp vor BYD (5’403 Fahrzeuge), das im Oktober allein mehr als sechsmal so viele Fahrzeuge zuliess wie Tesla.
Einzelne Monatswerte schwanken bei Tesla traditionell stärker als bei Marken mit breiterem Modellangebot – ein Vergleich über mehrere Monate ist deshalb aussagekräftiger als ein einzelner Monatswert.
Marktführer Škoda und VW, Audi und BMW verlieren
Im Oktober 2026 war Škoda mit 1’965 Neuzulassungen und 10,3 Prozent Marktanteil die meistverkaufte Marke in der Schweiz, knapp vor Volkswagen (1’829 Fahrzeuge, 9,6 Prozent). Beide Marken verzeichneten im Jahresvergleich ein Minus (Škoda -4,5 Prozent, VW -11,0 Prozent). Über die ersten zehn Monate 2026 gerechnet bleibt VW mit 10,8 Prozent Marktanteil die anteilsstärkste Marke in der Schweiz, vor Škoda mit 9,4 Prozent.
Deutlichere Rückgänge verzeichneten Audi (-17,7 Prozent, 1’221 Fahrzeuge) und BMW (-4,2 Prozent, 1’526 Fahrzeuge). Mercedes-Benz hielt sich mit 1’438 Fahrzeugen und 7,6 Prozent Marktanteil nahezu stabil (-0,2 Prozent). Die Zahlen listen die Veränderungen durchgehend gegenüber dem jeweiligen Vorjahresmonat, nicht gegenüber dem Vormonat.
Die wichtigsten Marken im Überblick
Die folgende Übersicht zeigt die Neuzulassungen und Marktanteile ausgewählter Marken in der Schweiz und Liechtenstein im Oktober 2026 sowie die Veränderung gegenüber Oktober 2025, jeweils nach der Markenstatistik von auto-schweiz.
| Marke | Neuzulassungen Okt. 2026 | Anteil | Vgl. Okt. 2025 |
|---|---|---|---|
| Škoda | 1’965 | 10,3 % | -4,5 % |
| Volkswagen | 1’829 | 9,6 % | -11,0 % |
| BMW | 1’526 | 8,0 % | -4,2 % |
| Mercedes-Benz | 1’438 | 7,6 % | -0,2 % |
| Audi | 1’221 | 6,4 % | -17,7 % |
| BYD | 835 | 4,4 % | +492,2 % |
| Leapmotor | 377 | 2,0 % | +233,6 % |
| Zeekr | 155 | 0,8 % | +675,0 % |
| Tesla | 124 | 0,7 % | -3,1 % |
| Xpeng | 110 | 0,6 % | +1’733,3 % |
| Total Markt | 18’986 | 100,0 % | +2,9 % |
Quelle: auto-schweiz, Markenstatistik Personenwagen (CH und FL), Datenbasis ASTRA/MOFIS, Stand 31. Oktober 2026. Veränderung jeweils gegenüber Oktober 2025.
Was das für die eigene Kaufentscheidung bedeutet
Für Käuferinnen und Käufer in der Schweiz bedeutet der hohe E-Auto-Anteil zunächst vor allem mehr Auswahl: Mit wachsenden Stückzahlen wächst auch das Modellangebot bei batterieelektrischen Fahrzeugen, gerade im Einstiegssegment, in dem chinesische Marken häufig aktiv sind. Die reine Wachstumsrate einer Marke sagt aber nichts über Garantiebedingungen, Werkstattnetz oder den künftigen Wiederverkaufswert eines konkreten Modells aus.
Checkliste vor dem Kauf eines Elektroautos in der Schweiz
- Batteriegarantie: Laufzeit, Kilometergrenze und Kapazitätsbedingung einzeln vergleichen, nicht nur die Werbeaussage.
- Garagennetz: Zahl und Entfernung der Vertragsgaragen am eigenen Wohnort prüfen, besonders bei neueren Importmarken ohne lange Marktgeschichte in der Schweiz.
- Wiederverkaufswert: Bei jungen Marken ist die Restwertentwicklung schwerer einzuschätzen als bei etablierten Marken.
- Förderung und Steuern: Der Bund erhebt keine einheitliche Kaufprämie; ob und wie ein Kanton oder eine Gemeinde Elektroautos bei der Motorfahrzeugsteuer begünstigt, ist vor dem Kauf einzeln bei der zuständigen kantonalen Stelle zu prüfen.
- Ladeinfrastruktur: Lademöglichkeiten am Wohnort und auf typischen Strecken vor dem Kauf testen, nicht erst danach.
Keiner dieser Punkte lässt sich aus den Zulassungszahlen von auto-schweiz ablesen – sie beschreiben nur, wie viele Fahrzeuge zugelassen wurden, nicht, wie zufrieden deren Halterinnen und Halter damit sind oder wie sich ein Modell im Alltag bewährt. Unabhängige Tests und Erfahrungsberichte bleiben deshalb eine sinnvolle Ergänzung zur reinen Marktstatistik.
Häufige Fragen
Wie hoch war der Anteil der Elektroautos an den Schweizer Neuzulassungen im Oktober 2026?
Nach Zahlen von auto-schweiz waren 34,9 Prozent der im Oktober 2026 neu immatrikulierten Personenwagen in der Schweiz und Liechtenstein reinelektrisch (6’620 von 18’986 Fahrzeugen). Seit Jahresbeginn liegt der Anteil bei 27,1 Prozent.
War der Oktober 2026 ein Rekordmonat für Elektroautos in der Schweiz?
Nein. Der BEV-Anteil von 34,9 Prozent im Oktober liegt unter dem bisherigen Höchstwert von 35,7 Prozent im September 2026. Im Vorjahresvergleich ist der Oktoberwert dennoch deutlich höher als im Oktober 2025 (22,6 Prozent).
Welche chinesische Marke wächst in der Schweiz derzeit am stärksten?
Prozentual wuchs Xpeng im Oktober 2026 am stärksten (+1’733,3 Prozent auf 110 Fahrzeuge), gefolgt von Zeekr (+675,0 Prozent) und BYD (+492,2 Prozent). In absoluten Zahlen lag BYD mit 835 Neuzulassungen und 4,4 Prozent Marktanteil klar vorn.
Wie unterscheidet sich die Schweiz von Deutschland beim E-Auto-Anteil?
In Deutschland lag der BEV-Anteil im Oktober 2026 nach KBA-Zahlen bei 37,0 Prozent und damit etwas höher als in der Schweiz (34,9 Prozent). Die beiden Märkte unterscheiden sich jedoch in Fahrzeugflotte, Förderung und Besteuerung, ein direkter Vergleich der Prozentwerte ist deshalb nur bedingt aussagekräftig.
Ihre Meinung: Würden Sie aktuell ein E-Auto einer chinesischen Marke in Betracht ziehen, oder bleiben Sie bei einer etablierten Marke? Schreiben Sie uns Ihre Meinung gerne in die Kommentare.
Quellen und Stand
- auto-schweiz (Vereinigung Schweizer Automobil-Importeure): Medienmitteilung „Schweizer Automobilmarkt legt im Oktober zu, bleibt aber hinter Europa zurück», 2. November 2026
- auto-schweiz: Markenstatistik Personenwagen (CH und FL), Stand 31. Oktober 2026, Datenbasis ASTRA/OFROU, MOFIS
- Kraftfahrt-Bundesamt (Deutschland): Pressemitteilung Nr. 44/2026, Fahrzeugzulassungen im Oktober 2026 (Vergleichszahlen für Deutschland)
Recherche- und Datenstand: 5. November 2026.
Transparenzhinweis: Bei Recherche, Strukturierung und Erstellung dieses Beitrags kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die verwendeten Quellen sind im Artikel aufgeführt. Die Veröffentlichung erfolgt erst nach manueller redaktioneller Freigabe.
Länderfassung auf Basis eines Artikels von NETZ-TRENDS.de, für die Schweiz recherchiert.
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