In Deutschland nennt Interhyp rund 4,4 Prozent für zehn Jahre – in der Schweiz liegt die Spanne für die zehnjährige Festhypothek laut Comparis bei 1.55 bis 2.15 Prozent

Das Wichtigste in Kürze

  • Für zehn Jahre Zinsbindung nennt der deutsche Baufinanzierungsvermittler Interhyp in Deutschland im Schnitt rund 4,4 Prozent. Für die Schweiz weist der Vergleichsdienst Comparis (Stand September 2026) für eine zehnjährige Festhypothek bei einem Volumen von CHF 750’000 eine Spanne von 1.55 bis 2.15 Prozent aus.
  • Der Unterschied hat einen klaren Hintergrund: Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat den Leitzins am 24. September 2026 bei 0 Prozent belassen, während die Europäische Zentralbank (EZB) den Einlagesatz auf 2,50 Prozent angehoben hat. Die Schweiz gehört nicht zum Euroraum.
  • Im deutschen Bankenpanel von Interhyp rechnen 80 Prozent kurzfristig mit gleichbleibenden Zinsen. Wie viele Institute teilnehmen, nennt Interhyp nicht. Für die Schweiz liegt kein vergleichbares Panel vor.

Wer in Deutschland eine Immobilie finanziert und die Zinsen für zehn Jahre festschreibt, zahlt dafür derzeit nach Angaben des Baufinanzierungsvermittlers Interhyp im Schnitt rund 4,4 Prozent. Das geht aus dem monatlichen Zins-Update hervor, das Interhyp am Donnerstag, 15. Oktober 2026, als Pressemitteilung verbreitet hat. Für Leserinnen und Leser in der Schweiz ist diese Zahl vor allem ein Vergleichswert: Hypotheken werden hier laut Comparis zu deutlich tieferen Sätzen angeboten. Dieser Beitrag stellt die deutschen Interhyp-Zahlen den Schweizer Zahlen gegenüber.

Schweiz: 1.55 bis 2.15 Prozent für die zehnjährige Festhypothek

Laut der Zinsseite von Comparis liegen die Zinssätze für eine zehnjährige Festhypothek bei einem Hypothekarvolumen von CHF 750’000 zwischen 1.55 und 2.15 Prozent (Stand September 2026). In der Anbieterliste der Seite reicht die Spanne von 1.47 bis 2.20 Prozent. Für eine SARON-Hypothek (Hypothek mit variablem Zins, der an den Schweizer Referenzzinssatz SARON, Swiss Average Rate Overnight, gekoppelt ist) nennt Comparis eine Marge von 0.70 bis 1.20 Prozent. Einen Durchschnittswert weist die Seite nicht aus. Die Angaben sind uneinheitlich datiert (Seitentext September 2026, Urheberhinweis 2025) und stammen von einem Vergleichsdienst; ein verbindliches Angebot ersetzen sie nicht.

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Einen amtlichen Schweizer Durchschnittssatz für die zehnjährige Festhypothek, der sich direkt mit dem Interhyp-Wert vergleichen liesse, hat NETZ-TRENDS nicht gefunden. Die Comparis-Spanne ist deshalb ein Richtwert und kein Durchschnitt.

Rund 4,4 Prozent in Deutschland: Was Interhyp für zehn Jahre Zinsbindung nennt

In der Pressemitteilung beziffert Interhyp die durchschnittlichen Bauzinsen für zehn Jahre Zinsbindung auf rund 4,4 Prozent. Einen Vormonatswert nennt die Mitteilung nicht, ein Vergleich mit September ist auf dieser Grundlage nicht möglich. Genauer wird die Zinsseite von Interhyp (Stand 15. Oktober 2026): Die Zinstabelle weist dort für zehn Jahre Zinsbindung effektive Jahreszinsen von 4,22 Prozent (Beleihungsauslauf unter 70 Prozent), 4,34 Prozent (bei 80 Prozent) und 4,62 Prozent (über 90 Prozent) aus, gültig für den Zeitraum 5. bis 11. Oktober. Der Beleihungsauslauf – in der Schweiz „Belehnung“ genannt – gibt an, welchen Anteil des Immobilienwerts das Darlehen ausmacht.

Die Seite ist nicht ganz einheitlich: Im Fliesstext steht für zehnjährige Darlehen ein Wert von 4,5 Prozent, an anderer Stelle 4,42 Prozent. Alle Zahlen stammen vom Anbieter selbst. Eine unabhängige Bestätigung der Werte liegt NETZ-TRENDS nicht vor.

Einordnung: Was die Prozentwerte des Panels nicht sagen

Interhyp nennt die Prozentwerte, aber nicht, wie viele Befragte teilnehmen. Bei einer kleinen Gruppe verschiebt eine einzelne Antwort das Ergebnis um mehrere Prozentpunkte. Sie lassen sich daher als Stimmungsbild lesen, nicht als belastbare Prognose.

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Kurzfristig überwiegend gleichbleibend, langfristig geteilt

Für die kommenden ein bis zwei Monate erwarten nach Angaben von Interhyp 80 Prozent der Befragten gleichbleibende Zinsen und 20 Prozent fallende. Niemand rechne mit einem kurzfristigen Anstieg. Bei der langfristigen Entwicklung sind die Antworten gespalten: 60 Prozent erwarten fallende, 40 Prozent weiter steigende Bauzinsen. Interhyp-Vertriebsvorstand Ingo Foitzik sagte laut Pressemitteilung, solange der Iran-Konflikt nicht abflaue, sei mit keinem deutlichen Zinsrückgang zu rechnen.

Was die Spanne bei der Monatsbelastung ausmacht

Wie viel die Spannbreite der Schweizer Sätze im Alltag bedeutet, zeigt eine einfache Modellrechnung. Schweizer Hypotheken werden häufig nur verzinst und über die Zeit teilweise amortisiert; die Rechnung beschränkt sich deshalb auf die Zinsen einer Hypothek von CHF 750’000 und rechnet die Amortisation nicht ein.

Festhypothek, 10 Jahre Zins pro Jahr Zins pro Monat Mehr als beim tiefsten Satz
1.55 % CHF 11’625 CHF 969 –
2.15 % CHF 16’125 CHF 1’344 + CHF 375
Modellrechnung NETZ-TRENDS: Hypothek von CHF 750’000, nur Zinsen (ohne Amortisation), Zins pro Jahr = Hypothek × Zinssatz. Spanne laut Comparis-Zinsseite, Stand September 2026 (Hypothekarvolumen CHF 750’000). Kein Angebot.

Zwischen dem tiefsten und dem höchsten Satz der Comparis-Spanne liegen in diesem Beispiel CHF 375 im Monat oder CHF 4’500 im Jahr. Über die zehn Jahre der Zinsbindung summiert sich das auf CHF 45’000. Wie hoch die Belastung im Einzelfall ausfällt, hängt von Belehnung, Eigenkapital, Einkommen und Anbieter ab; ob ein Satz im konkreten Fall zustande kommt, entscheidet erst das individuelle Angebot.

Warum der Leitzins in der Schweiz und in Deutschland so unterschiedlich wirkt

Die Bauzinsen folgen laut Interhyp vor allem den Renditen zehnjähriger Bundesanleihen und Pfandbriefe, nicht direkt dem Leitzins der EZB. Der Leitzins spielt trotzdem eine Rolle für die Erwartungen: Der EZB-Rat hat die Zinsen im September um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Die Zinsseite der EZB weist seit dem 16. September 2026 für die Einlagefazilität 2,50 Prozent aus. Die Schweizerische Nationalbank ging einen anderen Weg: Sie hat den Leitzins nach ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung am 24. September 2026 bei 0 Prozent belassen. Nach einem Bericht von SRF ist das der weltweit tiefste Leitzins. Die Schweizer Teuerung lag zuletzt bei 0.8 Prozent.

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Der nächste geldpolitische Termin der EZB war laut Sitzungskalender der EZB der 29. Oktober 2026. Für die Schweiz ist der EZB-Entscheid indirekt wichtig, weil er den Franken-Wechselkurs und damit die Geldpolitik der SNB beeinflussen kann. Die SNB erklärte im September, bei Bedarf am Devisenmarkt eingreifen zu wollen.

Praxishinweis: Was Interhyp zur Senkung der Finanzierungskosten nennt

  • den Kaufpreis verhandeln, vor allem bei Bestandsimmobilien
  • möglichst viel Eigenkapital einbringen
  • mehrere Angebote vergleichen
  • sich früh um die Anschlussfinanzierung kümmern

Das sind allgemeine Hinweise eines deutschen Anbieters, keine persönliche Empfehlung. Wie sich eine Zinsbindung von fünf, zehn oder fünfzehn Jahren rechnet, hängt vom Einzelfall ab; in der Schweiz stehen zusätzlich die SARON-Hypothek und die Festhypothek zur Wahl.

Was ein Darlehen von 350.000 Euro bei Zinssätzen über 4 Prozent im Monat kostet, rechnet der Beitrag Bauzinsen über 4 Prozent: Was 350.000 Euro Kredit jetzt im Monat kostet vor (Deutschland). Die Gegenseite, also was Tagesgeld nach Verivox-Daten abwirft, zeigt der Beitrag Tagesgeld laut Verivox.

Welche Rolle spielt die Zinserwartung bei Ihrer Entscheidung zwischen Fest- und SARON-Hypothek? Schreiben Sie uns Ihre Meinung gerne in die Kommentare.

Quellen

Transparenzhinweis: Bei Recherche, Strukturierung und Erstellung dieses Beitrags kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die verwendeten Quellen sind im Artikel aufgeführt. Die Veröffentlichung erfolgt erst nach manueller redaktioneller Freigabe.

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