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Mafiöse Vorwürfe: Gerlachreport und Rainer von Holst im Fadenkreuz der Stiftung Warentest und Finanztest

Die Spinne im Netz.

Kommentar - Es liest sich nicht gut, was Stiftung Warentest mit dem aktuellen Artikel in der Zeitschrift „Finanztest“ über den Gerlachreport und dessen vermeintlichen Chef Rainer von Holst aufdeckt. Es liest sich geradezu schauerhaft, so dass man sich fragt: Und was macht eigentlich die Justiz? Wie konnte es so weit kommen?

Der Text schildert in einem atemberaubenden Ausmaß geradezu mafiöse Zustände indem die zur Stiftung Warentest gehörende Finanztest in seiner März-Ausgabe (3/2018) auf mehreren Seiten schreibt: "Die Geschichte des Rainer von Holst klingt unglaublich: Er baut über Jahre ein Abzo­ckernetz mit immer neuen Firmen auf, schädigt in Deutsch­land Zehn­tausende Anleger und nötigt Unternehmen zu schutz­geld­artigen Zahlungen." (1)

Netz-trends.de weiß aus dem Umfeld von Stiftung Warentest: Es gibt bei Finanztest ordnerweise Belege für das, was die Finanztest in der März-Ausgabe auf den Seiten 40 bis 43 über das dubiose Geflecht zwischen Onlineportal Gerlachreport und seinen Machern aufdeckt. Darüber, wie scheinbar seriöser Journalismus des Gerlachreport, der sich mit der Behauptung ziert, angeblich ein "unabhängiger Schutz für Verbraucher, Investoren und Kapitalanleger" zu sein, sich damit aber letztlich ein Schutzmäntelchen umhängt.

Mutige Kämpferin: Ariane Lauenburg von Finanztest

Die Redakteurin der Stiftung Warentest, Ariane Lauenburg, wurde bereits in der Vergangenheit aufs übelste vom Gerlachreport und den Leuten dahinter beleidigt und zwar „auf einem selten gekannten respektlosen, erpresserischen, mafiösen und existenziell bedrohlichen Niveau“, so ein Rechtsanwalt gegenüber netz-trends.de.

Finanztest schreibt weiter: „Von Holst ist es nicht nur gelungen, sich der Justiz zu entziehen, sondern auch unter dem Radar der breiten Öffent­lich­keit zu bleiben. In Internet­einträgen machten zwar einzelne Getäuschte ihrem Ärger Luft, das volle Bild kannte bislang aber kaum jemand. Finanztest deckt erst­mals auf, wie umfang­reich sein kriminelles System ist. Es ist ein Lehr­stück über abge­brühte Abzo­cker aus Deutsch­land und die Gesetzes­lücken, durch die sie schlüpfen."

Mal heiße er, weiß Finanztest aus stapelweisen Rechercheunterlagen, „Jan Faber, mal Peter Klein oder Allan Klein“. Mal trete er als „Rechtsanwalt mit, mal ohne Doktortitel“ auf. Für Geschädigte und Strafverfolger sei der Mann, welcher „Anleger um Millionen von Euros gebracht“ gebracht haben soll, bislang „nicht zu fassen.“ Zumindest noch.

Grund: Von Holst soll zwar in den USA leben, aber dort nicht Amerikaner schädigen, sondern von dort aus eben Deutsche. Allerdings würden sich zahlreiche Unternehmen und Opfer aus Angst vor dem "mafiösen Netzwerk, welches die Finanztest schildert" (O-Ton Rechtsanwalt) derzeit noch nicht genug wehren.

Bereits seit 2015 lebe von Holst, schreibt Finanztest weiter, in den USA und ziehe „von dort die Strippen“. Getreue, darunter seine Kinder und eine Schar dubioser Finanzvermittler, würden ihm helfen, so die Stiftung Warentest in ihrer viel beachteten Finanzzeitschrift Finanztest.

Deutschlands Staatsanwälte und Richter schauen noch weg, auch das FBI - viele fragen sich: Wie lange noch?

Fakt ist: Bislang schauen Deutschlands Behörden und Staatsanwälte, auch das FBI, dem Treiben nahezu tatenlos zu. Dabei lassen sich wenigstens Schmähartikel durchaus rechtlich mit Schadenersatzforderungen belegen und auch Google kann auf Grund einer eindeutigen Rechtsprechung gezwungen werden, Schmähartikel aus dem Suchindex der Suchmaschine zu entfernen. Doch das scheint ja nur, liest man die Finanztest, ein Teil der ganzen Vorgänge zu sein. (2)

Denn es geht ja nicht nur darum: "Zahlreiche Opfer dieser Leute sorgen sich zu Recht um Leib und Leben", kommentiert der Anwalt den Finanztest-Artikel. Es gebe genug Belege hierfür. Deshalb sei es aber umso wichtiger, dass nun Opfer aufstünden und sich mit Hilfe der Justiz wehrten. Nur so könne die Staatsanwaltschaft gegen die von Stiftung Warentest geschilderten Vorgänge vorgehen.

Die aktuelle FINANZTEST (3/2018) mit der Hintergrundgeschichte zum Gerlachreport und Rainer von Holst kann hier für 4,99 Euro kostenpflicht heruntergeladen werden - beispielsweise mit Bezahlung per Handy.

Einen weiterer Bericht zum Thema gibt es zudem im FOCUS ONLINE unter der Überschrift "Rainer von Holst: So funktioniert das Betrüger-Netzwerk" (vom 13. Februar 2018).

Hast Du Informationen zum Netzwerk? bitte hinterlasse einen Kommentar oder schreibt direkt an die Redaktion der FINANZTEST, Frau Lauenburg. Deine Nachricht wird dort vertraulich behandelt: https://www.test.de/kontakt/

Einzelnachweise

1) Abzocke, Drohungen, Rufmord: Rainer von Holst und der Gerlachreport, von Finanztest / Stiftung Warentest März 2018.

2) Gerlachreport.com: Google darf Links nicht mehr verbreiten, von Stiftung Warentest vom 30. Januar 2018. Abgerufen am 13. Februar 2018.

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