Digi-Spionage Oh no! Glassholes könnten mit Google Glass zurückkommen

Die italienische Brillenfirma Luxottica steht hinter solch weltbekannten Brands wie Ray-Ban und Oakley und ist auch für das Design der Google Glass zuständig. Bereits im März 2015 hatte der Aufsichtsratschef der Google Inc., Eric Schmidt, vielsagend angedeutet, wonach Google Glass ein wichtiger Baustein der Zukunft von Google sei. Schon damals schwante Kritikern der Spionage-Brille von Google böses. Doch jetzt könnte ihre Alpträume wahr werden: Die als Glassholes in die IT-Geschichte eingegangenen Tech-Freaks kommen mit ihren Google Glass zurück.

Banner: Google Glass Website
Wie hätten es wissen müssen, als dieser Banner auf der Google Glass Webseite auftauchte, dass das Teil zurückkommen könnte.

Kommentar - Und wir dachten schon, die schrecklich klobig aussehende Google Glass, also die digitale Foto- und Video-Brille von Google wäre Geschichte. Jetzt soll der CEO von Luxottica, Massimo Vian, angedeutet haben, wonach es ein Comeback des Schreckgespenstes der Datenschützer geben könnte.

In einem Bericht der amerikanischen Wirtschaftstageszeitung The Wall Street Journal tauchte nun jedenfalls als erstes ein vielsagendes Gerücht auf, wonach der Chef der italienischen Brillenfirma Luxottica angedeutet habe, wonach Google Glass schon bald wieder durch die Gazetten getrieben werden könnte. Konkret soll er das auf der Hauptversammlung des Traditionsunternehmens geäußert haben. Doch ab wann wir wieder mit Wasserstandsmeldungen rund um Google Glass rechnen müssen, ist noch nicht klar. Google selbst erklärte, man wolle keine Gerüchte im Markt kommentieren.

Google Glass ist eine Geschichte von Höhen und Tiefen – vor allem aber von Tiefen. Erstmals wurde das Projekt 2012 mit dem Google-typischen Enthusiasmus der Öffentlichkeit vorgestellt. Doch die harsche Kritik folge posthum. Datenschützer aus Ländern wie Deutschland attackierten die Google Glass als ein Mittel der Dauerspionage von Mitbürgern – was illegal sei. Denn Google Glass filmt oder fotografiert bei Wunsch des Besitzers fortwährend und kann über ein Sprachbefehl die aufgezeichneten Eindrücke direkt ins Internet übertragen.

Von Bars über Thermen bis hin zu Kindergärten und Behörden war Google Glass weltweit in zahlreichen Institutionen verboten worden. Wer will schon gerne, dass der Nachbar einen mit Google Glass in der Sauna abfilmt, während man mit seinem Kollegen oder seiner Kollegin wie Gott einen schuf sauniert? Und welche Eltern möchten, dass irgendwelche heimlichen Aufnahmen über ihre Sonnenscheine mit Google Glass entstehen?

Im Januar 2015 war schließlich bekannt geworden, wonach die Google Inc. ihr groß angekündigtes Google Glass-Projekt vorerst nicht weiter verfolgen wolle – auch die Verkaufszahlen der sündhaft teuren Digitalbrille (rund 1500 Euro) waren nicht gerade berauschend. Gleichzeitig war aber bekannt geworden, dass die Google-Inhaber die Zukunft von Google Glass in die Hände von Tony Fadell, dem Mitbegründer des Smart Home-Herstellers Nest, legen wollten.

Doch hatten damals noch viele gedacht, das sei eine Finte, um nicht als Looser dazustehen. Doch ob Finte oder nicht – Google scheint auch angesichts des sich andeutenden Welterfolges der neuen Apple Watch wenigstens ein spaciges Teil erfolgreich im Hardware-Markt etablieren zu wollen – eben die Google Glass.

Google hatte im Februar 2014 Nest für rund 3 Milliarden US-Dollar gekauft, konnte seither aber mit der Marke Nest nicht aber gerade die Herzen der Welt höher schlagen – im Gegensatz zum Dauerrivalen, dem US-Konzern Apple. Während Google immer wieder versucht auf Grund seiner geballten Feuerkraft, eigene Google-typische Hardware in den Orbit zu schicken, kann man bislang die Bilanz ziehen: Außer Strohfeuern war nicht viel (was die phänomenal starke Markstellung bei Android-Handys und Tablets, auch im Suchmaschinen-Marketing und der Weltstellung von Google im E-Commerce keinesfalls schmälern möchte).

Der Entwicklungschef von Google Glass, Fadell, war zuvor unter anderem ein Apple-Exekutive und gilt als Hardware-Guru, welchem aber auch Design ein großes Anliegen ist. Bekannt wurde er als angeblicher Mit-Schöpfer des erfolgreichen Apple iPod Musik-Players (den man heute fast nirgends mehr sieht).

Die Dichter von Wikipedia umschreiben die Google Glass wie folgt: "Google Glass ist ein am Kopf getragenen in online-verbundener Miniaturcomputer des US-amerikanischen Unternehmens Google Inc., der einerseits die Umwelt auf Video aufnimmt und andererseits dem Benutzer nahezu beliebige Informationen ins Auge eingeblenden kann. Der Computer ist auf einem Brillenrahmen montiert. Im medientheoretischen Zusammenhang gehört die Technik zur erweiterten Realität." Aha.

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