Software Microsoft Boss Steve Ballmer herzt beim Abschied Windows 8 Chef Steven Sinofsky

Wenn die Amerikaner eines beherrschen, dann ist es Schauspiel. Ein solches sei am Mittwoch, schreiben US-Medien, beim Softwaregiganten Microsoft abgelaufen: Eigentlich ist bekannt, dass Microsoft Boss Steve Ballmer (der eine Luxusjacht für rund 300 Mio. US-Dollar namens Octopus - in Anlehnung an einen James-Bond-Film - sein eigen nennen soll) mit dem Windows Chef Steven Sinofsky seit Jahren nicht mehr richtig konnte. Deshalb war die gegenseitige Trennung nur eine Frage der Zeit. Offiziell ist die Rede lediglich von einem "departure", also einem Abgang. Jedenfalls sei der Abschied nun herzlicher ausgefallen, als viele in der IT-Branche erwartet hatten.

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Windows 8 Chef Steven Sinofsky bei einer Produktvorstellung im Februar.

So war Steve Ballmer in einer öffentlichen Diskussionsrunde mit dem Gründer des vor allem in den USA starken Business-Netzwerks LinkedIn, Reid Hoffman. Dort soll sich Ballmer vor lauter warmen und anerkennenden Worten rund um den wahrscheinlich geschassten Windows 8 Chef Steven Sinofsky gar nicht mehr einbekommen haben. Regelrecht begeistert soll sich der als emotional bekannte Ballmer über seinen umstrittenen Windows 8 Chef geäußert haben, berichten Zuschauer. So wird Ballmer mit den Worten zitiert, "Steve hat die größten und überraschendsten Entwicklungen gemacht - in jeder Firma weltweit".

Steven Sinofsky wird gleich durch zwei Ladies ersetzt - Julie Larson-Green und Tami Reller. Allerdings hätten sie, was auch bei Microsoft bekannt ist, bei weitem nicht die technische Kragenweite, wie ihr Vorgänger Steven, erzählen Microsoft-Mitarbeiter. Aber mit den Aufgaben steigen bekanntermaßen häufig auch die Fähigkeiten. Dieses Motto wird, wie in vielen Companies in Deutschland oder auch der Schweiz, ebenfalls in den USA gerne ausprobiert.

Auch wenn es heißt, Microsoft Gründer und Hauptaktionär, der US-Multimilliardär Bill Gates, habe persönlich die Ablösung von Steven Sinofsky betrieben, da er in den vergangenen 23 Jahren für zu viele interne Konfliktherde zwischen den Abteilungen gesorgt haben soll (wird zumindest behauptet), so gibt es doch Stimmen, die meinen, es könne durchaus sein, dass Steven wieder zurückkomme: Als Nachfolger von Steve Ballmer, wenn dieser in ein paar Jahren in Retirement, also in "Rente" gehe. Bis dahin solle sich Steven Sinofsky noch Sporen als CEO in einer anderen Company verdienen.

Wie auch immer: Die Aktienmärkte scheinen die bemerkenswerten Vorgänge in der Microsoft Corporation (MSFT) derzeit nicht sonderlich zu beeindrucken. So ging der Aktienkurs lediglich um 0,92 Prozent zurück. Dabei ist es schon außergewöhnlich, dass wenige Tage nach Veröffentlichung von Windows 8 der Chefentwickler abtritt. Der Börsenwert von Microsoft liegt bei gigantischen 225,90 Mrd. US-Dollar.