Tablet PC Preisvergleich Amazons neues 4G Kindle Fire HD mit Preiskrieg gegen Apples iPad

Für die Deutschen war der ebook-Reader Kindle von Amazon bislang eher unwichtig: Man konnte lange Zeit fast nur englische Bücher hochladen und obendrein ist es ein geschlossenes System, heißt: hochgeladen werden kann nur, was Amazon in seinem ebook-Store anbietet. Das scheint auch ähnlich mit dem tablet-PC von Amazon, dem Kindle Fire HD, beziehungsweise dem neuesten Produkt, dem 4G Kindle Fire, zu sein. Interessant ist aber: Ein Preisvergleich lohnt sich bei Tablet PCs künftig mehr denn je. Tablet PCs werden billiger.

Amazon Store. Leider war kein Bild im deutschen Pressebereich von Amazon vorhanden.
Amazon will an Boden gewinnen im Tablet PC Markt.

Wie schon das Kindle ebook ist auch der Kindle Fire HD tablet pc ist bislang vor allem auf den anglikanischen Internet- und Digitalbusiness-Markt ausgerichtet. Ob das so bleibt, ist bislang unklar. Klar ist aber: Amazon möchte Apple Inc.s dominierendem tablet-PC, dem iPad, nun stärker Marktanteile wegnehmen.

Bislang deutet sich jedoch nicht an, dass das über technische Innovationen geschieht, sondern vor allem über einen Preiskrieg gegen das völlig überteuerte iPad. Die Börse dankt es und der Aktienkurs von Amazon ging um 2,1% nach oben. Doch ob es wirklich gelingt, dass Amazon ähnlich, wie es mit dem Kindle ebook-Reader gelang, den nordamerikanischen Markt im tablet-PC-Segment aufzurollen, darauf deutet bislang eher wenig hin - Preis hin oder her.

Apple ist mit über 100 Mrd. US-Dollar cash auf der hohen Kante das reichste jemals existierende Unternehmen auf diesem Globus. Obendrein sprengt sein Börsenkurs mit über 600 Mrd. US-Dollar alles, was es jemals gegeben hat. Apple gilt als wertvollste Marke auf der Welt.

Dass das so ist, ist einerseits jahrelanger technischer Innovation zu verdanken, die obendrein stets auf ein ausgefallenes Design und höchste Verbraucher-Nutzerfreundlichkeit Wert legte. Das ließ sich das Unternehmen aber stets vergolden. Obendrein schaffte Apple das, was im Kapitalismus fast als unmöglich gilt: Massiv abkassieren für Technik und trotzdem das Image des "grünen" Unternehmens, der "green company" beim Verbraucher zu haben.

Zudem hat Apple seltsamerweise ein politisch eher linksliberales Image, als ein rechtes. Hört man Apple-Fans sprechen, hat man öfters mal das Gefühl als wäre der Megakonzern Apple eine Art moderne Verbraucherzentrale. Seltsam zudem: Ausgerechnet jene, die gar nicht über so viel Geld verdienen, stehen auf die teuren Apple-Produkte und verzichten lieber auf ihren Urlaub als auf das neueste Apple-Produkt. Wo andere Unternehmen versuchen, die Endpreise für den Consumer, den Verbraucher, zu senken, knallt ihn Apple seit Jahren immer weiter nach oben. Und heimst einen Gewinn nach dem anderen ein. Es ist ein Phänomen.

Darunter leiden viele Konkurrenten, die ähnlich gute oder sogar teils bessere Produkte auf den Markt gebracht haben. Erst kürzlich hat es in den USA Samsung und sein hervorragendes Smartphone Samsung Galaxy getroffen. Obwohl das Samsung Galaxy technisch in vielerlei Hinsicht dem iPhone überlegen ist (größeres Display, leichter, offeneres System als das des iPhone), urteilte der oberste Gerichtshof in den USA zugunsten eines protektionistischen Marktes in den USA. Heißt: Das in Deutschland, in Europa, weit verbreitete hervorragende Samsung Galaxy Smartphone darf in den U.S. nicht mehr verkauft werden. Vorwurf: Es habe vom iPhone (zu stark) abgekupfert.

Doch zurück zum heiß umkämpften tablet-PC Markt. Amazon Chief Executive CEO Jeff Bezos stellte nun einige weitere Varianten seines neuen Kindle Fire tablets vor. Viele technische Beobachter beeindruckt derzeit aber vor allem der deutlich niedrigere Preis als bislang gewohnt. So soll das Kindle Fire bereits für 159 US-Dollar (126 Euro) bis 199 US-Dollar (159 Euro) erhältlich sein. Das ist absolut revolutionär.

Zum Vergleich: Apple's iPad kostet bislang zwischen gigantischen 499 US-Dollar (395 Euro). Allerdings scheint man bei Amazon auf eine Mischkalkulation zu setzen. Denn auch bei Amazons neuem Kindle Fire geht es hoch bis 599 US-Dollar (474 Euro). Die teureren tablet-PCs möchte Amazon mit zusätzlichen technischen Features anbieten - wie einer 4G Möglichkeit. Das heißt: Damit könnte man überall, wo es Wireless-Lan gibt ins Internet gehen.

Schon mit dem Kindl ebook-Reader war das hervorragend möglich - ob am Strand im Urlaub an der Dominikanischen Republik oder im Wald in Kanada: Fast überall konnte mit dem kindle ebook ins Internet gegangen werden um neue (englischsprachige) Bücher herunterzuladen. Das beeindruckte - im Gegensatz zum komplizierten ebook-Markt der deutschen Buchkette Thalia. Hier sind selbst Fachleute beim Versuch ebooks runterzuladen, verzweifelt. Dafür erfolgte die Berechnung von Thalia umso schneller - selbst wenn das gewünschte ebook noch nicht einmal heruntergeladen werden konnte.

Unterm Strich wäre Amazon dann mit seinem neuen Kindle Fire um dicke 230 US-Dollar (182 Euro) billiger als Apples mehr oder weniger vergleichbares 4G.

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