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Investment-Seifenkiste Snapchat mit 2 Mrd. Euro Verlust / Panikverkäufe von Anlegern

Komische Fratzen mit Hilfe von Snapchat: Das macht offensichtlich vor allem Frauen Spaß - die wichtigste Zielgruppe von Snapchat

Das US-Unternehmen Snap Inc., bekannt für seine Schnappschuss-Software Snapchat auf Smartphones, machte im ersten Quartal 2017 einen gigantischen Verlust in Höhe von rund 2 Milliarden Euro.

Das Minus begründet das Unternehmen damit, dass es zu Sonderbelastungen gekommen sei im Rahmen der Vergütung von Aktienoptionen. Es ist anzunehmen, dass auch das Snapchat-Management an der Vergütung massiv partizipiert hat.

Glücklich ist Snapchat, dass es immerhin den Umsatz umgerechnet auf 138 Mio. Euro im ersten Quartal 2017 steigern konnte, im Vergleich zu 34,2 Mio. Euro im ersten Quartal 2016.

Sorgen bereitet vor allem Kleinanlegern, aber auch Großinvestoren, dass Snapchat einen Nutzer-Anteil von 70 Prozent Frauen unter 34 Jahren haben soll - und das schon mindestens seit 2013. Das bedeutet: Die App könnte sich weiter deutlich zu einer Frauen-App manifestieren und würde dann die ebenfalls wichtige Zielgruppe der Männer offensichtlich eher weniger begeistern.

Mit aktuell etwas über 160 Millionen Nutzern weltweit ist Snapchat zwar auf einem guten Weg. Doch hatten Analysten gehofft, dass sich noch mehr Menschen für den amerikanischen Schnappschuss-Anbieter begeistern könnten. Snapchat ist bei seinen Fans beliebt, da er mittels komikhaft gezeichneter Überspiegelungen die auf Fotos Abgebildeten karnevalmäßig lustig inszeniert. Ein Spaß, den scheinbar vor allem junge Frauen witzig finden.

Im Geld schwimmen das tun mit Snapchat derzeit wohl nur die Gründer: Mitgründer und Chef Evan Spiegel (Chief Executive Officer, President and Director) und sein Co-Gründer Bobby Murphy (Chief Technology Officer and Director).

Angesichts des um 19,06% eingebrochenen Aktienkurses am Donnerstagabend (den 11. Mai) dürfte zumindest Kleinanlegern, welche auf die Investment-Seifenkiste Snapchat gesetzt hatten, das Lachen vergangen sein.

Doch noch lebt Snapchat vom Nimbus, dass es sich um eine amerikanische App handelt, über welche deshalb die ganze Welt schreibt. Und die deshalb vielleicht doch mal groß werden könnte. Groß wie Facebook.

Snapchat wurde 2010 in Kalifornien gegründet und soll nach Angaben von Bloomberg aktuell circa 1859 Mitarbeiter beschäftigen. Das Unternehmen ist in einem Snapchat-Campus direkt am Strand des kalifornischen Örtchen Venice ansässig.

Die Marktkapitalisierung von Snapchat ist gut drei Mal höher als jene des deutschen Dax-Konzerns Deutsche Lufthansa.

So wird Snapchat auf einen Börsenwert von gigantischen 23,7 Mrd. Euro beziffert. Die führende deutsche Fluglinie Lufthansa weist hingegen ein eher mäßiges Interesse bei weltweiten Investoren auf und kommt deshalb nur auf einen Börsenwert von rund 8 Mrd. Euro. Weitere Investor Relations-Informationen zu Snapchat gibt es hier.

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