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Mücken, auch als Moskitos oder Blutsauger bezeichnet, übertragen vor allem in den Tropen die gefährliche Malaria-Krankheit. (Bild: pixabay.com / CC0 Public Domain)

Egal ob Afrika oder in bestimmten Gebieten Asiens, wie in Kambodscha: Nach wie vor gibt es weltweit in zahlreichen Ländern die unbehandelt oft tödlich verlaufende Mücken-Krankheit Malaria.

Erstmals soll nun aber ein Malaria-Impfstoff getestet werden und zwar in einer groß angelegten Dreiländer-Kampagne in Afrika. Dies teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit.

Die WHO möchte zwischen 2018 bis 2020 insgesamt 360.000 Kindern den neuen Malaria-Impfstoff geben. Damit möchte sie schauen, ob signifikant die Malaria-Krankheit reduziert werden kann.

Die Impfreihe erfolgt zunächst in Kenia, Ghana und Malawi. Weitere Länder könnten folgen.

Weltweit infizieren sich jährlich nach Schätzungen der WHO 212 Millionen Menschen mit der über Mückenstiche übertragenen Tropenkrankheit Malaria tropica. 429.000 Menschen sterben jährlich an Malaria. Die meisten der Toten, 92%, sind in Afrika zu beklagen, vor allem südlich der Sahara.

Malaria wird über den Krankheitserreger Plasmodium falciparum ausgelöst.

Dass die Impfung nun zuerst an Kindern in größeren Regionen Afrikas erfolgen soll, liegt daran, dass in zwei Dritteln der Todesopfer Kinder die Opfer sind.

Die Kinder sollen deshalb nun mit dem Impfstoff RTS,S (Mosquirix™) von der börsennotierten britischen Pharmafirma Glaxosmithkline gegen den Malaria-Krankheitserreger immunisiert werden.

Glaxosmithkline ist wie die kalifornische Biotechfirma Gilead Sciences auch im Bereich der HIV-Medikamente seit Jahren erfolgreich tätig.

Hinter der Malaria-Impfkampagne stecken Philanthropen wie Microsoft-Co-Gründer Bill Gates.

Er spendete mit seiner Frau Melinda über die Bill & Melinda Gates Foundation gut 200 Millionen US-Dollar (184 Mio. Euro) für die Impfreihe und machte sie erst dadurch möglich. Weitere 350 Millionen US-Dollar (322 Mio. Euro) kamen von GlaxoSmithKline (GSK).

Allerdings ist der neue Malaria-Impfstoff von GSK derzeit noch nicht so effizient, wie mittelfristig angestrebt wird, was bedeutet, dass er einen Schutz von mindestens 80% erreicht.

Nach bisherigen Studien biete der neue Malaria-Impfstoff RTS,S aber immerhin in 4 von 10 geimpften Fällen einen hohen Impfschutz.

Voraussetzung für den Impfschutz ist, dass die Dosierung während der Impfung strikt eingehalten wird.

Die Injektion bedarf genauer Dosierungen in 4 Schüben. Die ersten drei Impfungen müssen in den ersten drei Monaten erfolgen. Die letzte Impfung, die vierte, erfolgt exakt 18 Monate später.

Die Impfung kann bei Babys und Kleinkindern im Alter von 5 bis 17 Monaten erfolgen.

Schon im Jahr 2015 hatte die European Medicines Agency (EMA) über sein "Committee for Medicinal Products for Human Use” (CHMP) den Malaria-Impfstoff von Glaxosmithkline offiziell nach Gewichtung der Risiken als einen guten Schritt bewertet.

Man gehe davon aus, so die EMA, wonach RTS "potentiell in der am meisten von Malaria gefährdeten Altersgruppe Leben retten könnte".

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