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Kann die Demenz bei Alten bald gesoppt werden? Das hoffen Forscher aus Großbritannien. (Bild: pixabay.com)

Es ist das Schicksal von Hunderten Millionen Alten weltweit: Das Vergessen, das Verkalken. Der Grund ist immer der gleiche: Gehirnzellen sterben mit zunehmendem Alter ab und machen uns dümmer.

Wir vergessen immer mehr. Die Demenz schreitet voran. Doch damit könnte möglicherweise in den nächsten fünf Jahren Schluss sein. Möglich machen könnte das ein neues Medikament. Es wird derzeit getestet. Bereits 2013 stellten Forscher aus Großbritannien fest, dass sie ein Mittel gefunden hatten, mit welchem das Absterben wichtiger Gehirnzellen zumindest bei Tieren gestoppt werden konnte.

Auch wenn es das Sprichwort gibt, wonach besonders vergessliche Leute das Gehirn eines Spatzen hätten, so gilt doch: Natürlich gibt es einen sehr großen Unterschied der Intelligenz zwischen Menschen und Tier. Das macht es für die Forschung im Bereich der Demenz nicht einfacher. Jedenfalls hoffen die Wissenschaftler nun, mit einer neuen Medikamenten-Testreihe möglicherweise auch beim Menschen Erfolg zu haben und das Vergessen im Alter, die schreckliche Demenz, stoppen zu können.

Bislang hatte das neue Medikament, welches zum Erfolg bei Tieren geführt hatte, den entscheidenden Nachteil, dass es zu großen Organschäden führte. Das glauben die Wissenschaftlicher jetzt beseitigt zu haben. Jedenfalls ist Professor Giovanna Mallucci von der MRC Toxicology Unit an der University of Leicester hoffnungsvoll, dass die bisherigen erfolgreichen Tests bei Tieren sich nun auch sicher beim Menschen durchführen lassen. In zwei bis drei Jahren glaubt sie erste Ergebnisse vorlegen zu können.

Sie werden darüber entscheiden, ob die Demenz oder Alzheimer-Krankheit effektiv und dauerhaft bekämpft werden kann oder ob es nach wie vor in Familien genervt heißt: Oma oder Opa wird immer schussliger und vergesslicher. Das nun an Menschen zum Test kommende Medikament greift die Demenz direkt an der Wurzel an. Denn Schuld am Vergesslichwerden hat ein Virus, welches sich – wie so viele andere gefährliche Viren auch, wie zum Beispiel das HIV-Virus - über Proteine ernährt und dadurch gefährlich wird.

Die Forscher nehmen nun dem Demenz- und Alzheimer-Virus das Protein weg und hoffen so, ein Ausbreiten in den Gehirnzellen verhindern zu können. Ähnlich und äußerst effektiv können moderne HIV-Medikamente das HIV-Virus im Blut oder Sperma fast komplett vernichten. Im Falle des Demenz-Virus soll das Medikament die Gehirnzellen anregen, die Proteinproduktion herunterzufahren und so eine Verbreitung des Virus zu stoppen. Dennoch ist der Pharma-Ansatz nicht ganz so einfach, wie er sich anhört.

Bislang stellt man zum Beispiel fest, dass Zellen, welche dazu angeregt wurden, die Proteinproduktion zu reduzieren, dies teils so effektiv machten, dass sie nicht nur dem Demenz-Virus die Lebensgrundlage nahmen, sondern sich selbst damit schädigten.

Gelingt auch dieser Prozess kontrolliert ablaufen zu lassen, könnte es wirklich in einigen Jahren ein Ende der Altersvergesslichkeit geben, die sonst meist und zwangsläufig für die Betroffenen in wenig schönen Pflegeheimen endet. Das bedeutet in der Fachsprache: Dass die Neurodegeneration gestoppt werden würde. Quelle: u.a. BBC, "Odford Academic. Brain A Journal of Neurology"

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