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A new star ist born?

Kommentar - Wie man mit einem Umsatz von 404 Millionen US-Dollar (darunter sind angeblich 90 Millionen angeblich vom Werbenetzwerk WWP) und einem fast gleich hohen Jahresminus in der Bilanz einen angeblichen Wert von 24 Milliarden US-Dollar aufs Börsenparkett hinbekommt, das sind viele Fragen, die man angesichts des IPO von Snapchat dessen Gründer Evan Spiegel, 26, lieber wohl nicht fragt.

Fakt ist: Es deutet viel darauf hin, dass ihm das mit dem Börsengang am Mittwoch gelungen ist. Der Ausgabekurs je Aktie lag bei 17 US-Dollar. Dem waren Roadshows von New York bis London vorausgegangen. Ob sich Evan Spiegel auch in Deutschland bei Anlegern persönlich vorstellte, darf aber wohl bezweifelt werden. Man nimmt zwar gerne das Geld der Deutschen, doch letztlich ist es einem auch egal. So tickt Silicon Valley seit vielen Jahren.

Was ist Snapchat: Laut den beiden Gründern Evan Spiegel und Bobby Murphy, die beide an der Stanford University in Kalifornien studierten, handele es sich um eine Fotoapp. Mit dieser sollten Nutzer ihr Leben am besten im Sekundentakt dokumentieren und Freunden schicken.

Der Unterschied zu Facebook und anderen sozialen Netzwerken sei der, sagte Spiegel in einem Interview, dass man mit Snapchat halt wirklich sekündliche Privataufnahmen an Freunde schicken könne. Vor allem die Kids scheinen darauf zu stehen.

Snapchat ist, keine Frage, ein irrer weiterer Erfolg einer englischsprachigen App. Denn die App wurde erst 2011, also vor 6 Jahren gegründet. Dass Snapchat in der Weltsprache Englisch war und von Amerikanern lanciert wurde, war sicherlich absolut hilfreich im kometenhaften Aufstieg. Denn eines wird immer klarer: Wer auf dem US-Markt im Internet einen großen Erfolg verbuchen kann, der schafft den Durchmarsch fast immer weltweit.

Ist ja klar: Englischsprachige Tageszeitungen und Blogs gibt es weltweit. Hinzu kommen Nachrichtenagenturen wie Reuters, deren Artikel global veröffentlicht werden, da eben in Englisch.

So kann es sein, dass ein Reuters-Artikel in Dubai in den Gulf News ebenfalls erscheint, wie in der Cape Times in Südafrika oder in englischen Tageszeitungen auf Malaysia, Australien, Neuseeland oder in Kanada.

Deshalb ist es durchaus nicht so, dass die Europäer oder Deutschen zu blöd wären, Angebote für die Welt im Internet oder auf dem Smartphone zu entwickeln. Sie haben nur den Nachteil: Sie sind eben keine Amerikaner. Über eigene Bürger berichten US-Medien natürlich lieber, als über einen Österreicher, der eine App entwickelt hat und dessen Muttersprache nicht Englisch ist.

So oder so kann mit dem Börsengang von Snapchat nun gesagt werden: Das Silicon Valley hat einen weiteren superjungen Multi-Milliardär: Eben Evan Spiegel.

Allerdings dürfte Spiegel Wert darauf legen, dass er Snapchat nicht im Silicon Valley gegründet hat, sondern 350 Meilen davon entfernt und zwar eben in Los Angeles.

Nach Prognosen könne man sich bis Ende 2017 für Snapchat 70,4 Millionen Nutzer weltweit vorstellen, behauptet eMarketer. Wie viele davon in Deutschland angesiedelt sind, ist nicht bekannt. Doch es dürften nicht allzu viele sein.

Snapchat sieht aber Deutschland sowieso nicht als Hauptmarkt. Das lässt sich schon auf der Karriereseite sehen.

So sucht der US-Appdienst derzeit (Stand: 2. März 2017) ausschließlich in Ländern wie den USA, Großbritannien oder Kanada nach Personal.

Lediglich wohl aus politischer Korrektheit, finden sich noch drei Jobangebote auf dem europäischen Kontinent: Zwei davon in der Ukraine. Hier suche man angeblich einen "IT Operations Specialist".

Immerhin sei es, heißt es in der Snapchat-Anzeige für die Ukraine, ein Plus, wenn man auch Französisch oder Deutsch sprechen könne. Zudem benötige man ansonsten lediglich maximal zwei Jahre Berufserfahrung im Bereich "enterprise IT environment".

Außerdem suche die Snap Inc. in der Ukraine und zwar in der wenig schönen Hafenstadt Odessa angeblich einen "Software Engineer". Schwerpunkt solle hier der Bereich "Linsen" sein. Gemeint sind wohl Kamera-Linsen. Für dieses Jobangebot seien aber mindestens drei Jahre Berufserfahrung gewünscht.

Außerdem will Snapchat in Dubai angeblich Geschäft ausbauen. Deshalb suche man in der heißen Wüstenstadt noch einen "Ad Operations Specialist” für Sales & Marketing in Full-time.

Ob dieses Jobangebot wirklich operativ so gemeint ist, oder ob man damit den reichen Scheichs aus den Vereinigten Arabischen Emiraten nur einreden möchte, man sei auch an arabischen Ländern interessiert, ist sicherlich eine Ungereimtheit, die man als Frage stellen darf.

Es wäre nicht das erste Mal, dass Internet-Companys die wachsen, Jobangebote schalten, die eigentlich gar nicht unbedingt ernst gemeint sind.

Aber ein üppiges Jobportal wirkt natürlich immer nach operativem Wachstum, was gut bei Anlegern ankommt (womit wir nicht sagen möchten, dass dies auch für Snapchat gelten könnte).

Die dritte Position, welche auf dem europäischen Festland durch Snapchat ausgeschrieben ist, findet man für Paris. Hier suche die Fotoapp angeblich einen Account Manager für "Sales & Marketing". Evan Spiegel will übrigens die sieben Jahre ältere Miranda Kerr, 33, heiraten. Das ist die Ex vom Herr der Ringe-Star Orlando Bloom.


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