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Je mehr Strom-Zapfstellen es gibt, desto eher werden die Menschen auf die wesentlichen leiseren und umweltfreundlicheren Elektroautos umsteigen. Tesla ist hier Vorreiter, doch auch deutsche Autokonzerne ziehen nach. (Bild: pixabay.com | CC0 Public Domain)

Tesla ist nicht nur innovativ, wenn es um Technik geht. Auch im Gebühreneintreiben lassen sich die Amerikaner nun etwas Besonders für die elitären Kunden einfallen:

Wer sein schickes Tesla Elektroauto zu lange an einem Supercharger stehen lässt, um nochmal kurz Nagellack zu kaufen oder das neueste Macbook, soll künftig eine Sondergebühr an den innovativen amerikanischen Autohersteller bezahlen. In den USA ist künftig mit einer Gebühr von vierzig Cent pro Minute zu rechnen, lässt ein Tesla-Fahrer oder eine Tesla-Fahrerin das Auto an der Strom-Zapfsäule länger als fünf Minuten nach dem letzten Tankvorgang stehen.

Damit will Tesla seine Kunden und Kundinnen dazu drängen, die Supercharger, welche es gerade in Deutschland sowieso an eher wenigen Stellen gibt, nicht länger als kostenlosen Parkraum zu nutzen.

Tesla kommentiert seine neue Sondergebühr mit den Worten, wonach man sehr hoffe, die Gebühr so selten wie möglich berechnen zu müssen. Man wolle damit definitiv kein Geld verdienen, sondern setze auf die Einsicht der eher luxusverwöhnten Kundschaft. Dies gelte umso mehr, als dass man bislang den Tesla-Kunden das Tanken an Superchargen sowieso kostenlos zur Verfügung stellte (was sich künftig aber auch ändern soll).

Erstmals stellte Tesla 2012 seine Supercharger-Ladestationen in den USA auf. Mittlerweile gibt es weltweit gerade einmal 769 Ladestationen mit 4.876 Supercharger-Ladeplätzen.

Das ist immer noch nicht viel, aber das Netz wächst immerhin. Das ist auch dringend notwendig: Denn kein Autofahrer hat Lust, von Hintzi zu Pläti zu fahren, um nach stundenlanger Suche die leere Batterie wieder aufzuladen.

Dass Tesla so langsam aber sicher aus dem Nischendasein rollt, lässt sich an den Vorbestellungen für das kommendes Model 3 ablesen. So lägen dem kalifornischen Unternehmen bereits 400.000 Vorbestellungen vor, heißt es.

So schön das ist, so nervig kann dies für Tesla-Fans sein. Denn pro Jahr schafft Tesla derzeit kaum 100.000 Autos zu bauen. Wer also Tesla unbedingt will, muss die gute alte Tugend des devoten Wartens mitbringen. Kommen, Geld auf den Tisch knallen und Habenwollen is nich.

Groß war Tesla schon immer im Ankündigen und Ausrufen neuer Ziele. Entsprechend vorsichtig sollte man deshalb auch die folgende Meldung werten: Angeblich wolle der Elektroautobauer alleine 2017 seine Ladestationen verdoppeln. Und angeblich wolle Tesla es auch schaffen, bis 2018 seine Auto-Produktionszahl auf 500.000 zu erhöhen.

Über seine Supercharger schreibt Tesla selber: "Supercharger sind Ladestationen, die das Model S und das Model X innerhalb von Minuten statt Stunden kostenlos aufladen. Die Stationen wurden strategisch so platziert, dass sie Stopps auf Langstreckenreisen minimieren. Sie befinden sich in der Regel an Autobahnraststätten mit Restaurants."

Doch auch das "innerhalb von Minuten" ist eher relativ zu sehen. Denn Tesla skizziert seinen Tankservice weiter mit den Worten: "Die Tesla Supercharger liefern in etwa 30 Minuten bis zu 270 km Reichweite.“

Das heißt: Es ist auch hier Geduld gefragt. Für eine 100-prozentige Tankfüllung sind rund 75 Minuten Wartezeit einzuplanen.

Schaut man sich die Supercharger-Karte für Deutschland an, so stellt man fest: In Ostdeutschland gibt es derzeit gerade einmal 4 Supercharger - unter anderem in Leipzig in zentraler Citylage an den Höfen am Brühl. In ganz Deutschland gibt es vielleicht ein paar Dutzend Supercharger.

Wer allerdings mehr Zeit mitbringt, dem stehen auch in Deutschland mittlerweile einige Hundert normale Stromzapfstellen zur Verfügung.

Dabei handelt es sich dann eben nicht um Supercharger, die auch wieder nicht so super sind, wie Tesla gerne tut: Denn über eine Stunde Ladezeit ist für viele Autofahrer immer noch deutlich zu lang.

Dennoch: Elektroautos sind die Zukunft und das Tankproblem wird in den nächsten Jahren weltweit in den Industrieländern behoben werden. Für Bürger in Städten und an viel befahrenen Straßen dürften Elektroautos ein Segen sein: Denn sie sind erheblich leiser, als Autos mit klassischen lauten und nervtötenden Verbrennungsmotoren.

Wer also eine Wohnung in einer begehrten Stadt an einer stärker befahrenen Straße hat, der kann künftig Dank weniger Lärm durch Elektroautos mit einer etwas besseren Wertsteigerung rechnen als bislang. Denn nach wie vor ist Verkehrslärm für viele Mieter ein Kriterium, das durchaus über Mieten oder Nichtmieten entscheiden kann.

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