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International 13.11.2016

Werbeausgaben Thailand: Wegen totem König 45% weniger

Noch bis 15. November dauert die offizielle Trauerphase in Thailand. Während dieser Zeit dürfen keine Feste gefeiert werden und auch die Werbung muss sich deutlich zurückhalten. (Bild: netz-trends.de)

Nach einem Bericht der englischsprachigen Tageszeitung „Bangkok Post“ vom 12. November sind die Ausgaben für Werbung im Oktober 2016 in Thailand dramatisch eingebrochen.

So rechne der weltweit tätige amerikanische Werbestatistik-Konzern Nielsen mit seiner Tochter Nielsen Thailand vor, wonach die Werbespendings im Oktober 2016 gegenüber dem Oktober des Vorjahres um 45% gefallen seien. Nielsen erhebt traditionell allerdings vorwiegend überregionale Werbung, da Lokalwerbung zu vielfältig ist und kaum statistisch auswertbart. Dies gilt vor allem für die Printmedien.

Jedenfalls seien allein die Werbe-Investitionen der Wirtschaft in die klassischen Medien TV, Zeitungen, Radio, Kino, Outdoor, Transit, In-Store sowie Internet von 10,2 Milliarden Bath (265 Millionen Euro) im Oktober 2015 auf 5,61 Milliarden Bath (150 Millionen Euro) im Oktober 2016 gefallen.

Die Regierung von Thailand hatte nach dem Tod des beliebten thailändischen Königs Bhumibol Adulyadej (thailändisch: ภูมิพลอดุลยเดช) der „Entertainment“-Branche Werbung untersagt. Zu „Entertainment“ gehört in Thailand faktisch alles, was nicht religiös ist oder nicht angemessen erscheint - also Werbung für Autos kann dazugehören, oder Werbung für Computer und Reisen.

Zur Welt gekommen war Bhumibol am 5. Dezember 1927 in Cambridge, Massachusetts, USA. König Bhumibol regierte vom 9. Juni 1946 bis zu seinem Tod - erlebte also faktisch die komplette Nachkriegszeit mit und auch den Übergang ins digitale Zeitalter.

Den größten Rückgang an Werbung im Todesmonat des thailändischen Königs verzeichnet nach Angaben von Nielsen Thailand das thailändische Satelliten-Fernsehen mit - 71,1% auf nur noch 173 Millionen Bath (4,5 Millionen Euro). Stark eingebrochen ist auch die Werbung im analogen Fernsehen und zwar um 60,4% auf 1,85 Milliarden Bath (50 Millionen Euro).

Auch das thailändische Digital-Fernsehen spürt die Reglementierungen, welche die thailändische Regierung der Werbeindustrie auf Grund des verstorbenen Königs auferlegt hat. So wurde im Oktober 2016 hier 47,8% weniger für Werbung ausgegeben, als im Vorjahresmonat Oktober 2015. In absoluten Zahlen summiert sich die Werbung im Oktober 2016 in den Digital-Fernsehsendern entsprechend auf 950 Millionen Bath (24 Millionen Euro).

Deutlich zusammengestrichen worden ist auf Grund der staatlichen Werberegeln nach dem Tod des Königs ebenso das Werbeaufkommen im Radio und zwar um 45,1% auf 287 Millionen Bath (7,5 Millionen Euro).

Die Ausgaben in den Printmedien fielen um 26,5% in den Zeitungen und um 38,1% in den Zeitschriften. Die Zeitungen konnten einen Großteil der wegbrechenden Werbeeinnahmen durch zusätzlich teils fast täglich geschalteter ganzseitiger Erinnerungsanzeigen für König Bhumibol ausgleichen. Bezahlt wurden diese Anzeigen häufig von großen Konzernen. Selbst Mitte November drucken Thailands Zeitungen wie die Bangkok Post fast täglich solche Anzeigen der Werbekunden ab.

Am wenigsten ging die Werbung im thailändischen Internet im Oktober 2016 zurück und zwar um lediglich 10,4%, teilt Nielsen Thailand mit.

In den ersten 10 Monaten wurden 2016 insgesamt 92,2 Milliarden Bath (2,4 Milliarden Euro) für überwiegend überregionale Werbung in Thailand ausgegeben. Unter Berücksichtigung des Werbeeinbruchs im Oktober macht dies ein Minus von 9,4%.

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