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Bitlock Bluetooth Fahrradschloss: Kein Schlüssel, keine Zahlenkombination mehr

Gibt es in unterschiedlichen Farben: Das neue Bitlock-Fahrradschloss. Bild: bitlock.co

Ist das wirklich sicher und gut? Der Perser PhD Mehrdad Majzoobi gründete als Uni-Abgänger in den USA in Kalifornien die Firma Mesh Motion Inc. Für sein erstes Produkt sammelte er bereits vor 3 Jahren, 2013, über Kickstarter Geld. Nun ist es soweit:

BitLock, das schlüssellose Fahrradschloss kann gekauft werden. Seine Software-Kenntnisse sammelte der Iranier Majzoobi unter anderem an der William Marsh Rice University in Houston, Texas, sowie bei der Microsoft Corporation. Insgesamt hatten sein digitales Fahrradschloss über Kickstarter 1.268 Personen mit 127.228 US-Dollar unterstützt.

Für das Fahrradschloss Bitlock benötigt man keinen Fahrradschlüssel mehr, der auch schon einmal beim Versuch, das Fahrradschloss zu öffnen, abbrechen kann. Dies passierte einem unserer Autoren beispielsweise schon einmal bei einem einfacheren Faltschloss eines bekannten deutschen Herstellers, so dass die Polizei mit einem Bolzenschneider das Schloss zerschneiden musste, um wieder an das Fahrrad heranzukommen (was zumindest in unserem Fall auch in wenigen Sekunden dem Polizisten gelang).

Beim Bitlock Fahrradschloss benötigt man auch kein Zahlencode mehr, das man leicht vergisst. Das einzige was man benötigt ist sein Smartphone und eine dort installierte Bitlock App.

Doch ob das neue Bluetooth Fahrradschloss wirklich sicherer ist, wird sich erst noch zeigen. Einerseits liegen noch keine umfangreichen Material-Tests vor. Ebenso konnten wir keine umfangreicheren Software-Test finden, die uns Anhaltspunkte dahingehend liefern würden, ob sich das Bluetooth Fahrradschloss nicht möglicherweise durch Hacker leicht öffnen lässt. Immerhin gilt Bluetooth nicht gerade als eine sichere Technologie.

Zudem: ADAC Motorwelt hatte kürzlich darüber berichtet, wie leicht sich Luxusautos, die ebenfalls auf eine schlüssellose Technologie setzen, durch Abfangen der über einen Stick gesendeten Signale knacken lassen. Immer mehr Automobilanbieter – von Mercedes-Benz bis zu BMW – bieten nämlich statt klassische Autoschlüssel nur noch eine Art USB-Stick an, welche man im Auto neben dem Lenkrad einsteckt. Über Drücken einer Taste startet dann der Motor.

Dass die bisherigen Fahrradschlösser – insbesondere die günstigeren unter 50 Euro – der Weisheit letzter Schluss nicht sind, lässt sich schon an der schieren Anzahl gestohlener Fahrräder in Deutschland ablesen. Laut Studie werden jährlich hierzulande rund 350.000 Fahrräder gestohlen. Einfallstor für einen Fahrraddiebstahl ist meist das mangelnde Schloss. Denn ob Bügelschloss oder Faltschloss – ist das Material zu dünn und zu schwach ist es schneller mit einem Bolzenschneider geknackt, als man schauen kann.

Praktisch beim neuen Bluetooth-Fahrradschloss: Es genügt schon, dass man sich mit seinem Handy dem Fahrrad nähert und bei Aktivierung einer Taste stellt das Fahrradschloss eine digitale Verbindung zum Smartphone her und öffnet auf Wunsch das Schloss.

Ein Test von n-tv besagte, wonach diese Technik beim iPhone 6s nicht immer einwandfrei funktioniert habe. So sei beispielsweise die Verbindung nicht immer zustande gekommen. Eine Lösung für solche Probleme könne sein, so n-tv, dass man sich selbst einen vierstelligen PIN für das Fahrradschloss vergebe, welchen man zum Öffnen des Schlosses eingeben müsse.

Doch selbst wenn das klappt, so bleibt dennoch ein Problem bestehen: Vergisst man einmal das Handy oder ist der Akku leer, dann kommt man auch an sein Fahrrad nicht mehr ran.

Ein Vorteil ist auf jeden Fall, dass man über die Bitlock-App die Zugangsdaten zum Fahrradschloss auch mit anderen teilen kann. Möglich ist zudem eine GPS-Ortung. Ob der 12 Millimeter dicke Stahl des neuen Bluetooth-Fahrradschlosses (welcher mit Vinyl verkleideten ist) wirklich "schneidebeständig" ist, wie es der Hersteller verspricht, das sollten erst noch mehrere unabhängige Tests belegen oder wiederlegen.

Bitlock verspricht, dass sein Bluetooth Fahrradschloss Dank einer AA-Batterie für bis zu 10.000 Schließvorgänge geeignet sei. Mit 129 US-Dollar, beziehungsweise 115 Euro, ist das Schloss im oberen Segment angesiedelt.

Sehr gute Erfahrungen haben wir mit dem Abus Granit X-Plus Bügelschloss gemacht, welches auch in Tests sehr gut, da mit sehr hohem Sicherheitsstandard, abgeschnitten hat. Das Schloss gibt es in verschiedenen Längen, wobei wir zur größeren Länge neigen. Grund: So lässt sich das Fahrrad viel leichter und bequemer an Gegenstände, beispielsweise Fahrradständer, anschließen.

Das Abus Granit X-Plus Bügelschloss gibt es in der etwas teureren Variante ABUS Granit X-Plus 540 (auf billiger.de gefunden mit Händler-Preisen zwischen 65,39 bis 89,90 Euro), sowie in der günstigeren aber auch sehr guten Version, dem Abus Granit X-Plus 54 (auf billiger.de gefunden mit Händlerpreisen zwischen 68,98 bis 79,95 Euro). Im stationären Fahrradhandel hatten wir dieses Schloss aber auch zu Preisen von bis zu 120 Euro gesehen.

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