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16. Mobilisten-Talk Mobile Werbung steckt noch in den Kinderschuhen

Francois Roloff von madvertise Media führte das mangelnde Vertrauen in mobile Werbung auf die hohe Komplexität zurück. Foto: netz-trends
28.11.2015

Am 28.November lud Florian Treiß, Gründer und Betreiber des Portals mobilbranche.de, zum 16. Mal wichtige Größen aus der mobilen Werbebranche nach Berlin zu spannenden Vorträgen und einer Podiumsdiskussion mit Experten von Burda, madvertise media, Opera Mediaworks, Pilot, Sizmek, Telefónica Media Services und YOC zum Mobilisten-Talk ein.

Die Veranstaltung fand traditionsgerecht im Telefonica Basecamp in Berlin statt. Thema des Abends war „Mobile Advertising“. Die Mobile Nutzung hat bereits eine Deckung von 50 Prozent erreicht und wird in den nächsten Jahren die klassischen Desktops ablösen, darüber waren sich alle Teilnehmer der Veranstaltung einig. Ein großes Problem ist jedoch, dass die Werbeausgaben dieser Entwicklung aktuell nicht gerecht werden. Das bestätigte auch Larissa Gerlach, die bei Burda für TV Spielfilm Live verantwortlich ist : “Die Nutzung von Desktop und Mobile liegt bei 50:50. Aber bei die Auslastung der mobilen Werbeplätze liegt deutlich darunter.”

Neben der Trägheit der Kunden bei der Neuausrichtung der Werbebudgets sahen die Teilnehmer aber auch Probleme bei den Mediaplanern, die mit den neuen Medien teilweise nichts anfangen können. Klassische Werbegrößen passen nicht aufs Handy. Beispiele für schlechte mobile Werbung gab gleich am Anfang Victor Navarro von der Firma Sizmek mit seiner internationalen Keynote. Ein wirkliches Erfolgskonzept konnte Navarro nicht vermitteln. Seine Tipps sind: „Mobile Werbung muß simpel, intelligent, relevant, nützlich, respektvoll und für kleinere Bildschirme optimiert sein.“.

Jascha Samadi, Geschäftsführer Opera Mediaworks GmbH, brachte den Teilnehmern die Möglichkeiten der mobilen Video-Werbung näher. Auf die Frage bezüglich hoher Download-Kosten und stockenden Videos bei den mobilen Endnutzern hatte Jascha Samadi eine einfache Lösung parat. Mit intelligentem Pre-Caching werden die Videos dann geladen, wenn sich der User im W-Lan befindet. Später folgte Samadi aber noch mit einer viel simpleren Lösung: “in der Kürze liegt die Würze”. Video-Spots sollten in kleine Abschnitte geteilt werden und nicht länger als ein paar Sekunden laufen.

Auf der Podiumsdiskussion wurde ebenfalls das Thema Adblocker diskutiert. Besonders pragmatisch sah dies der SMS-Werbe-König und Yoc-Gründer Dirk Kraus. Nach seiner Meinung reduzieren Adblocker die Streuverluste, denn es schalten ja nur die Leute die Werbung ab, die dadurch auch nicht erreicht werden wollen. Er gab aber zu, dass das Problem für die Publisher deutlich größer ist. Je nach Plattform drohen biss 50 Prozent Umsatzeinbußen. Dirk Kraus geht davon aus, dass 20 bis 30 Prozent der mobilen Benutzer zur Zeit Ablocker benutzen. Florian Treiß , Moderator der Veranstaltung, wies auch auf einen Wettbewerb zwischen Google und Apple hin. Apple hat in seinem neun Betriebssystem IOS9 einen Abblocker fest eingebaut. Dieser sperrt Webinhalte, die Werbung in den Apps ist jedoch davon nicht betroffen.

Ein weitere Thema des Mobilisten-Talk war ebenfalls die zunehmende Automatisierung in der Werbebranche. Viele Portale geben mittlerweile den Werbekunden die Möglichkeit, ihre Werbemittel direkt einzustellen und zu verwalten. Das Podium war sich jedoch einig, dass sich effektive Werbung nicht vollständig automatisieren lässt, da immer wieder neue intelligente Ansätze gefragt sind, um die Aufmerksamkeit des Nutzer auf sich zu ziehen. Ein schönes Beispiel zeigte Francois Roloff von madvertise Media, der eine originelle mobile Werbkampanie für die comdirect-Bank realisiert hat. Das Wechselspiel von Inszenierung und programmatischer Werbung wird auch weiterhin erhalten bleiben.

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