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Apps 11.09.2015

Mobile Payment Google Android-Pay und Samsung Pay starten in einigen Ländern

Android Pay startet jetzt in den USA.

Nachdem bereits vor wenigen Wochen der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung sein Samsung Pay auf den Samsung-Handys – vor allem auf der beliebten Galaxy-Serie – startete, will nun auch Alphabet, also die Google Inc., durchstarten. In den USA sollen schon bald Verbraucher mit ihren Android-Handys Google Android Pay nutzen können.

Seit einem Jahr versucht zudem Apple Pay an Boden zu gewinnen. Doch gibt es dieses Handy-Bezahlsystem bislang lediglich in den USA und Großbritannien. Mit dem Start von Android Pay dürfte erstmals weltweit tatsächlich ein Handy-Bezahlsystem an den Start gehen, das eine echte Chance haben könnte sich durchzusetzen. So ist Googles mobiles Betriebssystem Android – 2008 gestartet – auf über 1,5 Milliarden Verbraucher-Handys installiert, besitzt einen Marktanteil weltweit von 83%.

Android Pay wird ähnlich sein wie Apple-Pay. Allerdings funktioniert es nur auf den nicht-iPhones und nicht-Windows-Phones. Auf den Galaxy-Handys von Samsung gibt es künftig sowohl Samsung Pay als auch Android Pay.

Das Ziel von Google, Samsung und Apple ist klar: Man hofft, dass schon bald Hunderttausende Einzelhandels-Geschäfte Terminals aufstellen über welche mit Handys bezahlt werden kann und wo über die eigene Kreditkarte die Handys mit Kredit aufgeladen werden können.

Google hat vor Jahren schon einmal einen Anlauf genommen, in das Geschäft mit digitalem Bezahlen über Google Wallet einzusteigen – allerdings floppte das System. Google gab damals an, es gebe zu wenige kompatible Geräte. Zudem seien zu wenige Mobilfunkbetreiber bereit gewesen, mit Google Wallet zusammenzuarbeiten. Hinzu kommt: Einige Telekommunikations-Konzerne – darunter Verizon, AT & T und T-Mobile – boten bereits ihr eigenes Handy-Bezahlsystem unter dem Namen Softcard an. Google übernahm nun umfangreicher Technologie von Softcard und kombinierte es mit Android, was dem Durchbruch beim mobilen Bezahlen sicherlich helfen dürfte.

Android Pay startet sein Rollout am Donnerstag den 11. September in den USA und bietet das neue digitale Bezahlmittel in Googles App Store „Google Play“ an. Wann Europa folgt, ist noch nicht klar.

Samsung Pay startete am 20. August 2015 sein Samsung Pay in Südkorea. Seit dem 25. August wird das Bezahlsystem zudem in Australien angeboten. Samsung Pay soll zum 28. September außerdem in weiteren Welt-Regionen ausgerollt werden.

Vorteile des Mobilen Bezahlsystems (mobile payments):

Wem Datenschutz relativ egal ist, der dürfte sich über Apple Pay, Samsung Pay oder Google Android Pay freuen: Bezahlen könnte bequemer werden. Man hält einfach sein Smartphone dem Bäcker oder Supermarkt, dem Restaurant oder Disco-Betreiber unter die Nase und bezahlt wie mit einem Barcode. Einige sagen, das sei sicherer als mit Kreditkarten, da das Bezahlsystem nur mit dem jeweiligen Handy funktioniert und ein externes Hacken und Überweisen von Geld eher nicht möglich sei.

Nachteile des Mobilen Bezahlsystems (mobile payments):

Kritiker monieren, die US-Monopole von Google und Apple würden erheblich durch Apple Pay oder Google Android Pay ausgebaut. So erhielten sowohl Google wie Apple – beides Konzerne, die zu den zehn wertvollsten börsennotierten Unternehmen weltweit gehören – weitere detaillierte Nutzerdaten. Damit sei faktisch das komplette Leben der Nutzer dieser Bezahlsysteme unter permanenter Kontrolle. Man gebe also ein großes Stück seiner privaten Daten frei. Außerdem sei gerade in Europa das Bezahlen über Kreditkarten ebenfalls sehr sicher, da entweder die persönliche Unterschrift oder Eingabe einer persönlichen PIN notwendig sei.

Die Empfehlung von Verbraucherschützern lautet deshalb: man solle nicht alles über ein System machen, sondern Telefonieren, SMS schreiben und Bezahlen über getrennte Systeme. Sprich: Die EC-Karte oder Kreditkarte nutzen, beziehungsweise mit Bargeld bezahlen. Ein weiterer Nachteil von Google Pay oder Apple Pay, auch von Samsung Pay sei, dass es faktisch weltweit kaum Geschäfte gebe, die diese Bezahlsysteme bislang anbieten.

Was brauchst Du?

Android Pay benötigt beispielsweise ein Google Android-Handy, welches in der Lage ist, eine Nahfeld-Kommunikation aufzubauen oder über einen NFC-Chip zu kommunizieren (was die meisten Handys tun). Als minimale Voraussetzung wird die KitKat-Version von Android benötigt, die aber seit 2013 auf den Samsung Handys installiert ist. Samsung Pay funktioniert nur auf den folgenden Handys: Galaxy S6, Galaxy S6 Rand sowie dem Galaxy S6 Edge-plus und Galaxy Note 5. Ebenfalls genutzt werden kann es auf der kommenden Samsung Gear S2 Smartwatch.

Für Apple Pay benötigen Nutzer das iPhone 6 oder iPhone 6s. Möglich sind auch die Plus-Versionen oder die Apple Watch. Ebenso unterstützten die neuesten iPad-Modelle App-Zahlungen. Allen Bezahlsystemen ist gleich, dass eine Deckung und Akzeptanz durch die eigene Bank notwendig ist.

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