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Südafrika verschärft mal wieder seine Immigrantengesetze. Doch das stößt auf Kritik. Foto: cc
06.07.2014

Bislang galt Südafrika für Touristen aber auch Immigranten als beliebtes Land: Wunderbare farbenprächtige und abwechslungsreiche Landschaften, schöne komfortable Guesthouses und günstiges hervorragendes Essen locken Junge wie Alte an.

Doch das könnte sich zumindest für jene, die sich dauerhaft in Südafrika niederlassen möchten, künftig etwas ändern. Grund: Der Innenminister von Südafrika, der Home Affairs Minister, Malusi Gigaba, hat mit seiner Regierung neue Immigrantenrichtlinien erlassen (mal wieder). Sie gelten sowohl für Dauer-Immigranten ("Permanent Residency") als auch Übergangs-Immigranten ("temporary residency"):

Doch: Seit den neuen Immigranten-Richtlinien hagelt es weltweit von Reiseveranstaltern, sogenannten tour operators, harsche Kritik am Vorgehen der Regierung Südafrikas. Das bestätigte nun der südafrikanische Reiseverkehrsverband, die Southern Africa Tourism Services Association.

Sie teilte mit, wonach sie weltweit Briefe von verärgerter Tour Operators, also Reiseveranstaltern erhalte. Alleine in Deutschland gibt es nach Schätzungen rund 2000 Reiseveranstalter, wobei 75 zu den größeren gehören. Bekannte Namen sind Dertour, aber auch Neckermann-Reisen, Rewe-Reisen oder Studiosus-Reisen.

Touristen, die in Südafrika nicht mehr nur Urlaub machen möchten, sondern beispielsweise als Rentner sich mehrere Monate im Jahr oder dauerhaft an der südlichsten Spitze des afrikanischen Kontinents niederlassen möchten, die würden neuerdings mit einer Masse ein Einreisepapieren traktiert, lautet die Kritik. Hierzu gehört zum Beispiel die original Geburtsurkunde der eigenen Kinder (sofern die mit nach Südafrika ziehen möchten), als auch eine behördlich bestätigte Übersetzung hiervon.

Der Reiseverband von Südafrika teilte nun mit, die neuen strengen Immigranten-Regeln könnten den Status als eines der beliebtesten Touristen-Ziele auf dem afrikanischen Kontinent gefährden. Dazu trage bei, dass es "eine weit verbreitete Unsicherheit darüber gibt, was denn jetzt Immigranten-Familien alles mitzubringen haben", so der Verband.

Bekannt ist, dass beispielsweise ein Elternteil, welcher keinen Kontakt zu den biologischen Eltern habe, nachweisen müsse, dass es noch einen anderen Vormund gebe. Doch erstens ist bislang nicht klar, ob dieses für alle Altersklassen gilt (wer möchte einem 50-Jährigen vorschreiben, einen Vormund zu bestellen?). Außerdem ist nicht klar, was konkret als Nachweis einer Vormundschaft oder Kontaktperson nach Südafrika mitzubringen ist.

Möglicherweise möchte die südafrikanische Regierung mit den neuen Immigranten-Erlassen sich stärker in die Lage versetzen, auch mit Daheimgebliebenen der Immigranten im Notfall Kontakt aufnehmen zu können.

Dennoch stößt die wachsende Unsicherheit für Immigranten in Südafrika nicht nur beim dortigen Reiseverband, sondern auch beim Weltverband auf Kritik, beispielsweise der World Travel Agents Associations Alliance sowie der European Travel Agents’ and Tour Operators’ Associations.

Zusätzlich wächst die Kritik innerhalb Südafrikas an den neuen Immigrantengesetzten. So sagte das Tourism Business Council of South Africa, dass einige der neuen Regularien, wie ein biometrisches Visa, auf große Unsicherheit und Ablehnung bei den Betroffenen, aber auch der lokalen Wirtschaft in Südafrika stoße. Hinzu kommt: Bewerber für eine Immigration müssen sich vor Ort in Südafrika bewerben. Solche Dinge schadeten dem Standing Südafrikas sowohl in der Wirtschaft wie im Tourismus sagte beispielsweise Mmatšatši Ramawela.

Derweil versucht der Innenminister von Südafrika, der Home Affairs Minister Malusi Gigaba, seine neue Politik gegenüber Immigranten zu verteidigen. Auf einer Pressekonferenz sagte er: "Wir glauben, dass die strengeren Gesetze für Immigranten sicherstellen helfen, dass wir einen besseren Überblick über die Immigranten haben". Damit fördere er auch, sagte er, "die Sicherheit Südafrikas".

Ganz so, als wären die Immigranten die Risikogruppe in Südafrika Nummer Eins. Dass Südafrika ohne Immigranten mit die weltweit höchste Kriminalitätsrate hat, darunter die höchste Mordrate auf 100.000 Einwohner, scheint ihm entgangen zu sein.

Wie kriminell es in Südafrika nach wie vor in vielen Regionen zugeht (Ausnahme: Western Cape), zeigt sich daran, dass immer mehr weiße Farmer das Land aus Angst vor Mord oder Überfällen verlassen. Alleine in den vergangenen zehn Jahren sind in Südafrika nach Schätzungen über 3.000 Siedler umgebracht worden.

Das spiegelt sich auch im Sicherheitsbedürfnis von Touristen oder Immigranten wieder: So gleichen viele Guesthouses privaten Hochsicherheits-Trakten: Stacheldraht, Mauern, vergitterte Eingänge und Fenster sowie Überwachungskameras sollen Einbrecher und Räuber abhalten.

Immigranten müssen sich in Südafrika an folgende Abteilungen wenden:

Permanent Residency Immigration: http://www.dha.gov.za/index.php/immigration-services/permanent-residency)

Applying for temporary residency: http://www.dha.gov.za/index.php/immigration-services/temporary-residency

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