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660.000 Malaria-Tote: Klimawandel könnte Malaria in Südamerika und Afrika weiter verbreiten

Malaria könnte sich durch die Erderwärmung auch in Südamerika - hier Rio de Janeiro - oder Lateinamerika weiter verbreiten. Die meisten Malaria-Toten gibt es in Afrika.
08.03.2014

Der Klimawandel und die damit einhergehende Anzahl von Stechmücken (mosquitos) könnte auch Auswirkungen auf die von Stechmücken verbreitete Tropenkrankheit Malaria haben.

Das schreibt nun Menno Boumas, ein Mediziner, im Journal Science. Für seine Studie wertete er Malaria-Statistiken der vergangenen 20 Jahre aus. Schon heute gibt es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation rund 660.000 Malaria-Tote jedes Jahr. Nun gehen Wissenschaftler davon aus, dass sich vor allem in Afrika, aber auch in Südamerika oder Lateinamerika die Krankheit Malaria, die tödlich verlaufen kann, weiter verbreiten wird. Als Grund wird die Erderwärmung genannt.

Jährlich werden bereits heute rund 220 Millionen Menschen mit Malaria angesteckt. Derzeit sind sich Experten einig, dass Stechmücken sich vor allem bei feucht-warmem Wetter am besten vermehren und verbreiten können. Deshalb sind Gebiete wie Brasilien, Kolumbien, die Dominikanische Republik, Thailand oder Indonesien, auch weite Teile Afrikas - zum Beispiel Äthiopien - ideale Brutstätten für Moskitos.

Dass Stechmücken am besten warme Jahreszeiten überleben, zeigte sich kürzlich im ostdeutschen Städtchen Leipzig: Hier flog eine Stechmücke Ende Februar durch eine Wohnung -absolut ungewöhnlich für diese Jahreszeit. Absolut ungewöhnlich sind auch die in über 100 Jahren noch nie gemessenen warmen Monate Januar und Februar 2014 in Deutschland. Das Klima in Deutschland ist in dieser eigentlichen Winterzeit derzeit so warm, dass sich eben sogar Stechmücken – sonst eher im August aktiv – wieder verbreiten.

Dass Erderwärmung und Klimawandel negative Folgen auf die Verbreitung von Stechmücken (Moskitos) und Krankheiten haben, ist sich Menno Boumas sicher. Er lehrt Medizin an der London School of Hygiene & Tropical Medicine (LSHTM). Er sagte: "Angenommen, die globale Erderwärmung schreitet voran, dann wird Malaria herunterkommen von den Bergen und in immer mehr Gebieten auftauchen".

Problem: Haben einige tropische Bergvölker eine natürliche Immunität gegen Malaria, sieht das in den meisten flachen aber zunehmend wärmer werdenden Gebieten der Welt ganz anders aus. Hier besteht keine natürliche Immunität gegen Malaria - die Krankheit bricht entsprechend bei nicht zügiger Behandlung aus und kann tödlich verlaufen.

Von den 219 Millionen Menschen, welche sich alleine im Jahr 2010 mit Malaria angesteckt hatten, sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation, also der "World Health Organization" (WHO), 660.000 daran gestorben. Die meisten Malaria-Toten gab es in der Sub-Sahara in Afrika. Doch all diese Angaben sind wahrscheinlich sowieso nur die Spitze des Eisbergs:

Denn in Tausenden Ortschaften in Asien, Afrika, Südamerika, auch in Lateinamerika, gibt es überhaupt keine ordentliche Statistik, in welcher Gründe für verstorbene Menschen erfasst werden. Denn: Je ärmer eine Region, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass noch nicht einmal das Ableben eines Menschen statistisch irgendwo erfasst wird - geschweige denn, dass die Tatsache erhoben wird, ob es sich um einen natürlichen oder nicht-natürlichen Tod handelt.

Doch trotz der voranschreitenden Verbreitung von Malaria und der Moskitos ist die Situation nicht hoffnungslos: So gibt es mittlerweile sehr effektive Möglichkeiten, in recht kurzer Zeit Millionen von gefährlichen Stechmücken den Garaus zu machen - durch versprühtes Anti-Insekten-Gift von Flugzeugen aus. Im anglikanischen spricht von "aggressive and effective mosquito-control efforts".

Ohne solche Maßnahmen, könnte man schon heute in einigen Regionen der Dominikanischen Republik nicht mehr Urlaub machen. Doch Moskitos waren schon immer eine Bedrohung für die Menschen: Als die Briten in der Bucht von Hongkong landeten, starben unzählige Menschen auch damals bereits an Malaria - denn das Gebiet war ein sumpfiges tropisches Gebiet und es dauerte Jahrzehnte, bis man es einigermaßen trocken legen konnte und damit einen der effektivsten Wege gegen gefährliche Moskitos fand.

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